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Kultur im Museum Jägersburg: Bekannte Melodien in Jägersburg

Kultur im Museum Jägersburg : Bekannte Melodien in Jägersburg

Mit ihrer schönen Stimme begeisterte Heike Sutor die etwa 80 Zuhörer an einem lauen Sommerabend.

Einen wunderbaren Abend erlebten Musical-Fans am Donnerstag im Innenhof der Gustavsburg in Jägersburg. Sängerin Heike Sutor, die schon häufig in Neunkircher Musicalprojekten mitwirkte, war für die Reihe „Kultur im Museum“ in ihre alte Heimat gekommen und hatte sogar mehr Gäste dabei als erwartet.

Zunächst begrüßte Norbert Zimmer vom Kulturamt die etwa 80 Zuhörer und freute sich wie alle Anwesenden übers herrliche Wetter. Heike Sutor berichtete, sie habe morgens in Saarbrücken noch starken Regen erlebt und gedacht, dass die Veranstalter ganz schön optimistisch seien, wenn sie das Ganze unter freiem Himmel stattfinden lassen wollten.

Doch das „bestellte Wetter“ (Zimmer) hielt und so stand dem bunten Reigen an Musical-Songs in malerischer Atmosphäre nichts im Wege. Mit dem Lied „Lass jetzt los“ aus der „Eiskönigin“ startete Sutor das Programm, begleitet am elektrischen Piano vom Musical-Autor und künstlerischen Leiter des Neunkircher Musicalprojekts Andy Puhl. Eine weitere starke Frauenfigur aus der Disney-Märchenwelt hatte die Sängerin in Form von Pocahontas dabei und ihrem Song „Das Farbenspiel des Windes“. Während des dritten Liedes „Die Schöne und das Biest“ dann die Überraschung: Da betraten mittendrin Rebekka Thiel und Nils Hollendieck die Bühne und bildeten mit Sutor ein starkes Trio.

Mit Hollendieck war nach der Ankündigung zu rechnen, nicht aber mit Thiel. Beide boten sehr gekonnt einige dramatische Nummern aus dem Musical „Rocky“ und überzeugten dabei auch schauspielerisch in den Rollen des Boxers Rocky und seiner Geliebten Adrian. Heike Sutor widmete sich danach wieder den starken, aber oft unglücklichen Frauenfiguren: Zunächst dem Liebeskummer der Studentin Éponine aus „Les Misérables“ mit „Nur für mich“, dann Kaiserin Sissis Selbstbestimmheits-Hymne „Ich gehöre nur mir“. Dann durfte Rebekka Thiel wieder ran mit „Die Wahrheit“ aus dem Musical „Aida“ - auch das ein melodramatischer Song einer unglücklichen Frau.

Damit es nicht ganz so traurig in die Pause ging, gab es vorher noch eine komische Nummer: Heike Sutor versuchte dabei mehrfach, den scheinbar ganz ins Improvisieren versunkenen Andy Puhl anzusprechen, der aber fröhlich weiter seine virtuosen Jazzlinien spielte - das hatte mit dem Inhalt des Songs „Weil er auf Jazz steht“ zu tun, in dem die Protagonistin sich darüber beklagt, dass ihr Liebhaber die Musik mehr liebe als sie. Die Sängerin, die auch Frontfrau einer Funk- und Soulband ist, zeigte dabei Qualitäten im Scatgesang.

Annemarie und Edmund Neuheisel waren wegen der Jägersburger Ursprünge von Heike Sutor gekommen: „Wir kennen ihre Eltern gut.“ Ihr gefiel an dem Abend besonders „der schöne Rahmen an der Burg“, während er bekannte, dass er zwar mehr auf Klassik und Jazz stehe, aber trotzdem Gefallen an der Darbietung fand. Ebenfalls persönlich bekannt mit der Hauptperson ist Anja Junkes aus Homburg: „Die Heike kenne ich auch noch von früher, sie war eine gute Freundin von mir.“ Ihr gefiel vor allem der Ausdruck der Gesangskünstler: „Die bringen das ganz authentisch rüber, man kann sich richtig reinfühlen.“ Die „warmen Stimmen und der mitreißende Pianist“ waren die hauptsächlichen Pluspunkte für Karina Kloos, aber natürlich auch, dass das Wetter mitspielte. Von einem gelungenen Abend sprachen auch Carmen Jung und Regina Steinbrecher: „Uns gefällt es sehr gut, es kommt auch emotional sehr gut rüber.“