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BBZ in Homburg stellte sein Angebot vor

Tag der offenen Tür : Vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur

Beim Tag der offenen Tür konnten sich die Besucher über die große Angebotspalette des Berufsbildungszentrums in Homburg ein Bild machen.

Wenn das Berufsbildungszentrum Homburg, die Paul-Weber-Schule, zu einem Tag der offenen Tür einlädt, dann kann man als Besucher angesichts der Vielzahl von Schulformen schon mal ein bisschen den Überblick verlieren: Fachoberschule, Oberstufen-Gymnasium, Berufsschule, Berufsfachschule, Aufteilungen in kaufmännische, gewerbliche und sozial-pflegerische Ausrichtungen in den einzelnen Schulformen und vieles, vieles mehr. Was aber für einen Außensstehenden verwirrend ist, das ist tatsächlich die große Stärke der Schule. Denn hier sind theoretisch für jeden alle Schulabschlüsse möglich, vom Hauptschulabschluss über die mittlere Reife und die Fachhochschulereife bis hin zum klassischen Abitur.

Herr über all diese Bildungsangebote ist Hans-Jörg Opp, der Schulleiter des BBZ. Seit 15 Monaten hat er diesen Posten inne. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickte Opp auf diese Zeit ein bisschen zurück. „Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Natürlich hat man immer weitergehende Wünsche, aber gemeinsam mit dem Kollegium wurde vieles auf den Weg gebracht, was der Schule perspektivisch in den kommenden Jahren ein starkes Profil geben wird.“ Hier nannte Opp exemplarisch das Programm „Erasmus Plus“, das man nun stark an der Schule etabliere. „Das ist für uns eine Internationalisierungsstrategie. Wir wollen, dass Schüler die Möglichkeit haben, unter pädagogischen Gesichtspunkten zu reisen.“ Mit dem Einstieg in dieses Förderprogramm der Europäischen Union stärke man das Profil der Schule, „was mich sehr freut“, so Opp.

„Zudem haben wir im Bereich der Unterrichtsentwicklung starke Akzente auch im beruflichen Bereich setzen können. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir im kaufmännischen Bereich ‚SAP for School‘ eingeführt haben. Das kommt bei den Unternehmen gut an, weil wir die Grundlagen der SAP-Software vermitteln.“ Zum Hintergrund: SAP ist ein Programm, das in der betrieblichen Datenverarbeitung genutzt wird, um den reibungslosen Informationsfluss in einem Unternehmen zu gewährleisten, so in den Bereichen Finanzen, Personalmanagement und vielem mehr. „Gerade bei den Industriekaufleuten ist es von enormer Bedeutung.“ All das und einiges mehr geschehe vor allem vor dem Hintergrund des digitalen Wandels in der Berufswelt, „das ist ein ganz großes Thema“, war sich Opp sicher.

Gefragt, ob er sich ebenfalls sicher sei, dass die Menschen draußen angesichts der Vielzahl von Bildungsangeboten überhaupt wüssten, für was das BBZ stehe, gestand Opp ein, dass dies mit Sicherheit schwieriger geworden sei. Hier arbeite man aber zunehmend enger mit den „Zubringer-Schulen“ zusammen, in der Regel den Gemeinschaftschulen. „Es gab ein erstes Koordinationstreffen. Da ging es zum Beispiel um das Thema Berufsorientierung. Hier wollen wir uns stärker verzahnen. Denn es ist wichtig, dass diese Zubringer-Schulen wissen, was wir machen. Und wir, da lege ich Wert drauf, müssen auch wissen, was dort gemacht wird.“

Dass man mit all den Möglichkeiten, die das BBZ biete, auch eine Art Rettungsleine sei, das wollte Opp so nicht stehen lassen. „Das sehe ich nicht so. Wir machen ein Angebot für leistungswillige Schüler. Und ich sage es ganz deutlich: Wer etwas leisten möchte, der hat am BBZ alle Chancen, vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Aber Schule ist kein Ort der Beliebigkeit. Es ist nicht so, dass man hier einfach etwas geliefert bekommt. Man muss etwas dafür tun. Und wer das möchte, der hat am BBZ alle Möglichkeiten. Das ist unsere größte Stärke: Wir können nahezu jeden Schüler abholen und ihm ein Angebot machen. Der Schüler muss aber wollen.“

Opp kündigte auch zwei neue Schulformen an, die ab dem kommenden Schuljahr als „Berufsfachschule“ mit unterschiedlichen Fachrichtungen sowie als „Ausbildungsvorbereitung“ einige der bisherigen Schulformen ablösen werden. „Das ist für uns eine Herausforderung, weil es etwas komplett Neues ist.“ Eben neu sei die Möglichkeit der individuellen Schülerförderung, hier erhalte das BBZ entsprechend ausgewiesene Schulstunden. „Das müssen wir nutzen, da müssen wir uns auf die Schüler einstellen.“ Opp war sich sicher, dass diese Veränderungen in den Schulformen neuen Wind brächten, „neue Möglichkeiten. Es ist für eine Schule wichtig, sich weiterzuentwickeln“.

www.paul-weber-schule.de