Bahnhof erstrahlt in neuen Farben

Homburg. Es kommt nicht oft vor, dass der Homburger Hauptbahnhof als "Highlight" bezeichnet wird. Schon gar nicht von ortsansässigen Geschäftsleuten oder Medizinern. Denn seit vor zwei Jahren die schnelle Linie über Mannheim nach Frankfurt gekappt wurde, sitzt Homburg ohne ICE-Anschluss da

Homburg. Es kommt nicht oft vor, dass der Homburger Hauptbahnhof als "Highlight" bezeichnet wird. Schon gar nicht von ortsansässigen Geschäftsleuten oder Medizinern. Denn seit vor zwei Jahren die schnelle Linie über Mannheim nach Frankfurt gekappt wurde, sitzt Homburg ohne ICE-Anschluss da. Die Proteste der Politiker haben nichts gebracht, auf der Strecke Frankfurt-Paris hat Homburg nun mal nichts zu melden, hieß es aus der Frankfurter Direktion, basta. Dass Homburg jetzt doch noch die späte Ehre zuteil wurde, zu einem sogenannten Highlight aufzusteigen, verdankt es den Mitteln aus dem Konjunkturprogramm I. Denn den Bahnhöfen im ganzen Land stehen zur Modernisierung bekanntlich neben den 325 Millionen Euro aus Bundesmitteln weitere 27 Millionen Euro Eigenmittel der DB Station&Service AG zur Verfügung. Dieses Geld fließt vor allem in kleinere und mittelgroße Bahnhöfe, teilt die Bahn-Pressestelle mit. Und davon wiederum 27 Millionen Euro in energetische Sanierungen, also in Energiesparmaßnahmen. Und nun kommt Homburg ins Spiel, denn es gibt 31 Stationen in ganz Deutschland, die die Bahn "Highlights in der Umsetzung der Konjunkturprogramme" nennt. Homburg ist eines davon. Der Bahnhof Homburg sei zwar kein ICE-Bahnhof mehr, sei aber immerhin umsteigefrei mit Frankfurt, Kassel, Dresden, Stuttgart, München, Salzburg und Graz verbunden, betonte Bahn-Sprecher Hartmut Lange. Seit 2006 markiere Homburg obendrein den westlichen Endpunkt der Linie S1 der S-Bahn RheinNeckar. Diese S-Bahn, die über Mannheim bis Osterburken fährt, dient als Zubringerin zu den ICE's, die in Kaiserslautern halten. Das Homburger Bahnhofsgebäude, das 1954 errichtet wurde, werde täglich von etwa 6500 Fahrgästen genutzt, hat die Bahn errechnet. Nun sei es an der Zeit gewesen, "die zahlreichen energetischen Schwachstellen des über 50 Jahre alten Gebäudes zu beheben". Sanierungsschwerpunkte waren vor allem die obersten Geschossdecke des Gebäudes und die Sanierung der Dächer über den Bahnsteigen. "Auch die Fassade wurde mit einem Vollwärmeschutz ausgerüstet und erhielt ein neues Farbkonzept", betonte Lange im Gespräch mit unserer Zeitung. Marode und veraltete Fenster seien ausgetauscht worden, die Heizzentrale wurde isoliert, der Blitzschutz erneuert und fehlende Armaturen nachgerüstet. Die Empfangshalle erhielt eine neue Beleuchtung und wirkt dadurch nun freundlicher und einladender. Begonnen haben die Bauarbeiten im Herbst 2009 und sollen in den nächsten Wochen beendet sein, "alles läuft nach Plan", so Lange. Spätestens für den Weihnachtsverkehr erstrahlt also Homburg in neuem Glanz. Aber auch vor dem Konjunkturprogramm habe sich die Bahn um den Homburger Bahnhof gekümmert: Der Bahnsteig 1, auf dem die Rhein-Neckar S-Bahn verkehrt, wurde umgebaut und in der Höhe angepasst, hinzu kamen Aufzüge an den Bahnsteigen 2 und 3, die besonders von Reisenden mit schweren Koffern sehr begrüßt wurden. Wie Hartmut Lange mitteilte, wird voraussichtlich am 6. Dezember eine kleine Feier am Homburger Hauptbahnhof stattfinden, um die ganzen Neuerungen einzuweihen.