Bagger in Homburgs Vorstadt

Homburg. Kleine Holzbrücken führen zu den Hauseingängen, rot-weiße Absperrbanden stehen an den Bürgersteigen, in denen an einigen Stellen Löcher klaffen oder Gräben ausgehoben sind. An einzelnen Stellen schaufeln Bagger und hantieren Arbeiter. Daneben rollt ziemlich ungestört der Verkehr

Homburg. Kleine Holzbrücken führen zu den Hauseingängen, rot-weiße Absperrbanden stehen an den Bürgersteigen, in denen an einigen Stellen Löcher klaffen oder Gräben ausgehoben sind. An einzelnen Stellen schaufeln Bagger und hantieren Arbeiter. Daneben rollt ziemlich ungestört der Verkehr. Seit Januar sind hier die Homburger Stadtwerke zugange - und sie werden auch noch eine Zeit lang brauchen, bis sie fertig sind. Erneuert werden in der Oberen und Unteren Allee sowie in Nebenstraßen die Strom-, aber auch Wasser- und Gasleitungen. 1,2 Millionen fließen in das Netz in der Homburger Vorstadt, das schon etliche Jahre auf dem Buckel hat. "Das Netz stammt aus der Zeit um 1960. Jetzt ist eine Alters- und Kapazitätsgrenze erreicht", betonte Thomas Lermen, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Netze und Anlagen.Es geht, wie so oft, um die Versorgungssicherheit, die hier verbessert werden soll. Mit den neuen Leitungen werde dazu wesentlich beigetragen, sagt Lermen. Die Trinkwasser- und Erdgasleitungen würden in einem dritten Bauabschnitt erneuert. Die Anwohner nehmen es offenbar bislang gelassen. "Die Leute reagieren sehr besonnen und verständnisvoll", bedankt sich der Sprecher des Unternehmens, Jürgen Schirra, für die Geduld. Die gibt's wohl auch deswegen, weil hier gut und ausführlich informiert wurde: gleich zu Beginn des Jahres über die Medien, per Handzettel und bei einem Infoabend. So habe sich jeder darauf einstellen können. Betroffen sind ohnehin hauptsächlich die Menschen, die hier wohnen, da sie nur über Brücken und Platten zu ihren Eingängen und Einfahrten kommen. Auch Fußgänger müssen gelegentlich die Straßenseite wechseln. Diejenigen, die mit ihrem Auto vorbei müssen, können dies recht ungestört tun. Das Ganze spielt sich im Wesentlichen auf den Gehwegen ab, einzig wenn Straßen überquert werden, bekommen sie mehr mit. "Nur Parkplätze fallen weg", sagt Schirra. Gegraben wird auch nicht überall, sondern in einzelnen Abschnitten. "Seit März wird in der Unteren Allee konstant mit drei bis vier Tiefbau-Kolonnen gearbeitet", erläutert Schirra.Dennoch werden noch ein paar Monate vergehen, bis hier wieder "Normalbetrieb" herrscht. Bis Jahresende soll alles fertig sein, inklusive Nebenstraßen, so Schirra, in der Oberen und Unteren Allee selbst sogar schon etwas früher. "Zurzeit liegen wir mit dem Projekt gut im Plan", ergänzt Thomas Lermen.Übrigens: Was Stromausfälle angehe, stehe Homburg vergleichweise gut da, teilt das Unternehmen mit. Fällt der Strom statistisch bundesweit 16,9 Minuten aus, seien es in Homburg nur 3,8 Minuten. Wer wissen möchte, wie und wie schnell es bei der Baustelle in der Vorstadt vorangeht: Auf der Internetseite der Stadtwerke wird wöchentlich der aktuelle Verlauf der Arbeiten dokumentiert. Anklicken muss man dafür zunächst oben auf der Seite den Punkt Netze und dann links aktuelle Baustellen.

In der Unteren Allee sind die Bürgersteige streckenweise mit Gräben durchzogen, weil Leitungen erneuert werden. Foto: SZ

HintergrundDie Stadtwerke Homburg investieren in diesem Jahr 19,6 Millionen Euro in Netze und Anlagen. "Die Energie- und Trinkwasserversorgung ist immer langfristig ausgelegt. Insofern profitieren von unseren Investitionen auch noch unsere Kinder und Enkel. Ebenso sehen wir darin eine nachhaltige Sicherung des Industrie- und Wirtschaftsstandortes Homburg", kommentiert Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Ast die Investitionen.Die Schwerpunkte liegen - wie im Vorjahr - in der Stromversorgung. Hier werden rund fünf Millionen Euro hineingesteckt. In die Gasversorgung fliessen 1,4 Millionen Euro und in die Wasserversorgung rund drei Millionen Euro. 1,7 Millionen investieren die Stadtwerke in spartenübergreifende Anlagen. Für die Instandhaltung der vorhandenen Netze und Anlagen wendet das Unternehmen 2010 zusätzlich 8,5 Millionen Euro auf. Trotz der Investitionen bleiben die Preise aus heutiger Sicht in diesem Jahr konstant, hieß es. ust