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Schlossberg: Bagger graben kräftig am Schlossberg

Schlossberg : Bagger graben kräftig am Schlossberg

Arbeiten in der Homburger Altstadt: Hier entsteht ein neues Gebäude mit mehreren Wohnungen samt Tiefgarage.

Bewohner der Homburger Altstadt fragen sich schon seit längerem, was in der Schlossbergstraße vor sich geht: Dort wurde zum einen ein altes Haus abgerissen und zum anderen eine größere Menge Hang abgetragen. Bauherr der Maßnahme ist der Homburger Unternehmer Gerhard Wagner, der bekanntlich auch Fraktionsvorsitzender der SPD im Homburger Stadtrat ist. Bereitwillig gibt der 69-Jährige auf Nachfrage unserer Zeitung Auskunft über sein Vorhaben.

Dort, wo jetzt der gelb-rote Sandstein des Hanges zu sehen ist, soll ein Gebäude entstehen mit acht neuen Wohnungen und einer Tiefgarage mit zwölf Stellplätzen. Die Wohnfläche des Neubaus betrage 1100 Quadratmeter. Laut Planung will Wagner 2019 mit dem Bau fertig sein. Durch die besondere Lage am Schlossberg seien „-zig Fachleute am Werk, das fängt mit dem Statiker an, dem Architekten, dem Prüfstatiker, dem Geologen; die berechnen diese ungewöhliche Lage,  da kommen jede Woche neue Berichte hinzu“, so der Bauherr. Gutachten für das Vorhaben gebe es vom Erdbau-Laboratorium Saar und vom Landesamt. „Hier sind alle Maßnahmen getroffen worden, damit nichts passiert.“

Unten werde  die ebenerdige Tiefgarage gebaut,  darauf  werden drei Stockwerke gesetzt und im hinteren Teil kommen  noch mal zwei Stockwerke hinzu. Gerhard Wagner dazu: „Viele Leute haben schon gesagt: Wieso wird das denn so hoch? Dann sage ich: Gucken Sie mal, was das für ein Aufwand ist.  Die Tiefgarage, der Aushub, die Grundstückskosten, dann kommt noch die Anpflanzung hinzu. Obwohl da kein Wald, sondern  nur so ein bisschen Gebüsch dahinter war, muss das anderswo wiederaufgeforstet werden. Dafür muss man einen Haufen Geld  bezahlen“.

Das Gebäude soll sich in zehn, 15 Jahren, so schätzt der Unternehmer, bezahlbar machen. Insgesamt rechnet er mit drei bis dreieinhalb Millionen Euro, die das Ganze koste. Eingerechnet sind da die Häuser links neben der Baustelle, die Wagner ebenfalls erworben hat und die renoviert werden sollen.

Ein anderer Vorwurf, den er häufiger höre, sei, er würde nicht altstadtgerecht bauen. Das streitet er gar nicht ab. „Ich bin ja politisch tätig und weiß, dass bestimmte Leute darauf gerne herumreiten“, meint Wagner dazu.

Seine Gegenargumente: Es gebe doch in Homburg  keine fünf Häuser, die genau den Vorschriften der Altstadtsatzung entsprächen. Außerdem: Wer wolle heute noch Klappläden oder Sprossenfenster? „Das passt in die Zeit einfach nicht mehr rein. Ich bin der Meinung: Wenn die Kommune das verlangt, dann muss sie sich auch finanziell beteiligen.“ Wenn der Neubau fertig sei,  sei das „eine moderne normale Bauweise, in der Leute ordentlich wohnen können.“ Wagner habe gerne das Haus erhalten wollen, das vorher auf der jetzt abgetragenen Fläche stand. Es sei jedoch 20 Jahre lang unbewohnt gewesen und es habe reingeregnet. Somit sei es nicht mehr zu sanieren gewesen. Wohnraum sei gesucht, so Wagner, er bekomme jeden Tag Anrufe von Interessenten, die ihm  Kaufangebote unterbreiteten. Doch ein Verkauf komme für ihn nicht in Frage: „Ich will mit einer Ausnahme alles im Familienbesitz behalten.“

Die Stadt Homburg soll laut Wagner auch von seinem Geländekauf profitieren: Zwei bis drei Meter will er von seinem Grundstück ganz oben am Berg abgeben, dann könne die Stadt die Fläche vor dem Eingang zu den Schlossberghöhlen vergrößern — dort brauche man nämlich mehr Platz. Das Ganze sei eine große Herausforderung, die ihm jedoch viel Spaß mache, meint der Unternehmer zu seinen Beweggründen. Das Bauen von Häusern sei geradezu sein Hobby, und in diesen Zeiten der niedrigen Zinsen und knappem Wohnraum ja auch die beste Form der Geldanlage. Dabei gehe es ihm gar nicht um Bereicherung, sondern darum, seinen Kindern einen ordentlichen Grundstock zu hinterlassen. Und außerdem: „Wenn es sonst niemand in Homburg macht, stehen solche unbewohnten Häusern noch ewig herum.“