Ausstellung über die Reformation

"Von oben" angeordnet wurde die Reformation an der Saar nur auf den ersten Blick. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines jahrzehntelangen vielfältigen Prozesses. Dies zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Die Reformation in der Saargegend", die mit Studierenden der Fachrichtung Evangelische Theologie der Universität des Saarlandes zum 500. Reformations-Jubiläums erstellt wurde, und am Wochenende in Saarbrücken eröffnet wurde. Die Wanderausstellung ist auch vom 23. August bis 6. September in der Protestantischen Stadtkirche in Homburg, Kirchenstraße 11, zu sehen. Die Ausstellung bietet auf 23 Bannern allerdings keine umfassende Darstellung der Reformation in unserer Region. Entstanden ist "eher eine durchaus originelle Skizze von Reformationsgeschehnissen", wie der Akademische Rat in der Fachrichtung Jörg Rauber, im Vorwort des Begleitbandes schreibt. Rauber hat zusammen mit Professor Joachim Conrad das Seminar geleitet.

Die Ausstellung widmet sich mit zahlreichen Illustrationen der Rolle einzelner Reformatoren, die in die Region hineinwirkten. Dazu gehören Martin Bucer, der durch die von ihm entworfenen Kirchenordnungen den gesamten Protestantismus im südwestdeutschen Raum prägte, ebenso wie der Hofprediger Johannes Schweblin, der die pfalz-zweibrückische Landeskirche gründete. Die Ausstellung beschreibt aber nicht allein die Reformation in Nassau-Saarbrücken und Pfalz-Zweibrücken, sondern blickt auch nach Trier und berichtet vom Reichsritteraufstand und vom Deutschen Bauernkrieg, die im Kontext der Reformation auch an Saar und Blies von Bedeutung sind.

Zur Ausstellung ist der Begleitband "Die Reformation in der Saargegend" (Hg. Joachim Conrad und Jörg Rauber) entstanden. Er ist zum Preis von 12,80 Euro im Buchhandel zu erhalten.