Aufwandsentschädigung soll Arbeit bei Feuerwehr Homburg attraktiver machen

Kostenpflichtiger Inhalt: Innovation : Homburg will Feuerwehr stärken

Aufwandsentschädigung soll Dienst künftig attraktiver machen und Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit sein. Sie gilt ab 2020.

Wen ruft man, wenn‘s brenzlig ist oder brennt? Natürlich die Feuerwehr. Was so mancher dabei nicht realisiert: Die Männer und Frauen, die dann anrücken und mitunter ihre Leben, im mindesten aber oft ihre Gesundheit für andere riskieren, tun dies in Homburg und in den anderen Kommunen des Saarlandes, Ausnahme ist Saarbrücken mit seiner Berufsfeuerwehr, freiwillig. Sie sind ehrenamtlich unterwegs. Das bedeutet: Alle haben in der Regel einen normalen Tagesberuf, die Einsätze als Feuerwehrleute sind ein „oben drauf“ zum „normalen“ Leben. Die Aktiven werden folgerichtig bei Einsätzen aus dem Berufsalltag, aus dem Familienleben oder aus dem Tiefschlaf gerissen. Und das alles ohne Vergütung, sondern eben ehrenamtlich. Doch gerade die Ehrenamtlichkeit wird zunehmend zu einem Problem, aus einigen Gründen. Denn: Wer rund um die Uhr verfügbar sein muss, der mutet auch seinem Umfeld einiges zu. Familien und Angehörige müssen dafür Verständnis haben, ebenso Arbeitgeber, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren eigentlich für Einsätze freistellen müssen. Gerade Letzteres ist aber nicht immer so einfach – wenn der Ausfall eines Mitarbeiters mal eine ganze Produktion lahm legt, dann reagiert nicht jeder Chef oder Meister mit Begeisterung und Zustimmung.

Diese Rahmenbedingungen, die steigende Anzahl von Einsätzen und die immer größer werdenden technischen Anforderungen erschweren die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren. Homburg will nun den Dienst attraktiver machen. So hat der Homburger Stadtrat in seiner Sitzung in der vergangenen Woche eine „Satzung zur Förderung des Ehrenamtes bei der Freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt Homburg“ verabschiedet. In Zusammenarbeit mit Homburgs Wehrführer Peter Nashan und dem Brand- und Katastrophenschutz der Stadtverwaltung wurde ein System von Aufwandsentschädigungen und Anerkennungen entwickelt. Das soll für die Feuerwehrleute den Dienst attraktiver machen und Anreize schaffen. Die Verwaltung in ihrer Vorlage: „Die ehrenamtliche Tätigkeit als Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau ist sehr anspruchsvoll und mit einem besonderen, persönlichen Risiko verbunden – dies unterscheidet die Mitgliedschaft in einer Freiwilligen Feuerwehr von jedem anderen Ehrenamt. Die uneingeschränkte persönliche Einsatzbereitschaft der Angehörigen einer Freiwilligen Feuerwehr ist unabdingbare Voraussetzung für einen funktionierenden Brand- und Katastrophenschutz.“ Aus diesem Grund komme der Förderung des Ehrenamtes in diesem Bereich eine besondere Bedeutung zu – auch aufgrund des demografischen Wandels und der immer weiter ansteigenden Anforderungen an den Dienst. Entscheidend für die Einsatzbefähigung sei da ein „zuverlässiger Kern“ an Einsatzkräften, auf den man zurückgreifen könne. Unglücklicherweise seien die Zahlen hier aber rückläufig.

Vor diesem Hintergrund soll nun konkret zum einen besonderes Engagement in der Feuerwehr mit kleinen Präsenten anerkannt werden. Zudem wurde ein Instrument zur Aufwandsentschädigung entwickelt, das unterschiedlichen Einsätzen und anderen Aktivitäten im Dienst Punkte zuweist, jeder Punkt entspricht dabei einem Geldwert von einem Euro. Insgesamt sind für diese Maßnahmen 25 000 Euro pro Jahr vorgesehen, die neue Satzung soll zum Jahresbeginn 2020 in Kraft treten.

Gegenstimmen beim Entscheid für die neue Satzung gab es bei den Stadtratsmitgliedern erwartungsgemäß keine, auch eine weitere Aus­sprache war nicht nötig.

Ob sich die neue Satzung als Erfolg erweisen wird, das wird nun die Zukunft zeigen. Uwe Wagner, der Kreisbrandinspekteur des Saarpfalz-Kreises, sieht in diesem Instrument aber einen sinnvollen Ansatz: „Das ist eine Möglichkeit, um das Ehrenamt attraktiver zu gestalten – auch um mögliche Nachahmer zu finden.“ Wagner machte dabei deutlich, dass es wie im Falle der neuen Satzung der Stadt Homburg aus seiner Sicht nicht um das Geld an sich gehe, dies sei den Feuerwehrleuten mit Sicherheit nicht wichtig. Viel entscheidender sei, so seine Einschätzung, dass die Aktiven auf diesem Weg eine Anerkennung für ihren Einsatz erhielten.

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