1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Auftakt für Start in den Ernst des Lebens

Auftakt für Start in den Ernst des Lebens

Mit einer ganz besonderen Rede verabschiedete der Schulleiter des Mannlich-Gymnasiums in Homburg, Wolfram Peters, die Abiturientinnen und Abiturienten in den Ernst des Lebens. Seine Botschaft war mit Videos und mit Augenzwinkern garniert.

Eigentlich wollten sich die frisch gekürten Abiturienten des Homburger Mannlich-Gymnasiums am Samstagmorgen in der Aula der Schule ausgiebig feiern lassen und endlich ihr Zeugnis bekommen. Doch Schulleiter Wolfram Peters machte es seinen zu diesem Zeitpunkt Noch-Schülern nicht leicht - und verwandelte seine Rede mit einem Augenzwinkern in einen kleinen End-Spurt-Test. Mehr als einmal prüfte er die Wahrnehmungsfähigkeit der Abiturientinnen und Abiturienten - mit einigen Videos als Teil seiner Rede.

Dass diese Reden nie "von der Stange" sind, das ist bekannt. In diesem Jahr aber spannte Peters den Bogen ganz weit weg von der üblichen Lobrede auf Schüler und Schule. Vielmehr machte er eben mit Videos auf multimediale Art und Weise klar, dass das, was wir sehen, oft nicht das ist, was es ist. Der Pädagoge Wolfram Peters verband damit folgende Botschaft: Man dürfe sich nicht schlicht auf das verlassen, was einem das eigene Gehirn vorgebe.

Vielmehr gelte es, auf der Basis eines fundierten Wissens auch mal seinem Bauchgefühl zu vertrauen.

Eine nicht minder ungewöhnliche Rede hielt Englisch-Lehrer Kai Denkinger, ein ausgewiesener Fan der Harry-Potter-Saga. Er verglich das Mannlich-Gymnasium zumindest in Teilen mit jener fiktiv-legendären Zauberschule "Hogwarts", dem Heim des nicht minder legendären Harry Potter . "Ich habe in den zurückliegenden acht Jahren den Eindruck gewonnen, dass das Mannlich-Gymnasium für euch einen ähnlichen Stellenwert genießt. Wir haben die Trampolin-AG statt Quidditch, wir haben den Pavillon statt der sich bewegend Treppen." Mit den Jahren habe sich, da war sich Denkinger sicher, zwischen Schülern und Lehrer ein Miteinander entwickelt, das über das rein Professionelle hinaus gehe. "Vielleicht darf ich hier sogar von der Mannlich-Familie sprechen."

Denkinger, der den 2016-er Jahrgang des Mannlich über dessen gesamte Schulzeit hin begleitet hatte, erinnerte sich an den 14. August 2008, den ersten Tag der jetzigen Abiturienten an der Schule. Von da an hätten sich die Jungen und Mädchen mit den Jahren erst zu Jugendlichen und dann zu jungen Erwachsenen entwickelt, "die uns Lehrer mit ihrem Interesse, ihrem Wissen und ihrer Diskussionsfreudigkeit stolz gemacht haben."

Noch einmal mit Bezug auf die unterschiedlichen Charaktere der Harry-Potter-Geschichte verdeutlichte Denkinger, dass für ihn Noten an sich nicht der entscheidende Teil einer erfolgreichen Schulzeit darstellten. "Wir wollen und wollten euch Wissen und Fertigkeiten beibringen, euch zum kritischen Denken animieren und damit zu mündigen Bürgern formen. Noten sollten dabei nur eine dienende Funktion haben, als Motivation." Dass eine Notenhörigkeit allerdings fast schon unabdingbar sei, liege am System, am Numerus Clausus bei den Studiengängen. "Wir Lehrer reduzieren euch nicht auf Noten, dafür hatten wir eine viel zu intensive Beziehung und haben euch zu gut kennen gelernt."

Zwei dieser Persönlichkeiten, namentlich Junus Imeri und Julian Feß, übernahmen dann für den Abi-Jahrgang 2016 das Mikrofon. Julian Feß: "In der fünften Klasse lag das Abitur noch in weiter Ferne und war eine Angelegenheit der 'Großen'. Und jetzt fällt es uns erst auf, dass wir nun die ‚Großen' sind. Die Zeit war nicht immer einfach. Trotzdem haben wir sie gemeistert, mit der Hilfe unserer Eltern und der Lehrer ."Franceska Anné aus Bruchhof; Marius Aukschun aus Kleinottweiler; Niklas Betz aus Altstadt; Isabelle Blatt aus Frankenholz; Ferdinand Bopp aus Schwarzenbach; Frederik Brans aus Gries; Kira Breit aus Höchen; Deniz Can aus Homburg ; Ruven Czenkusch aus Kirrberg; Chantale Didion aus Kirrberg; Felix Ecker aus Kirrberg; Karolina Eckschmidt aus Waldmohr; Kübra Fakili aus Waldmohr; Lea Fäßler aus Kleinottweiler; Julian Feß aus Waldmohr; Natalie Foth aus Gries; Beyza Gezer aus Erbach; Aris Giannitsis aus Kirrberg; Maximilian Grigorian aus Erbach; Frederik Haber aus Einöd; Julienne Hege aus Niederwürzbach; Ricarda Heidrich aus Frankenholz; Jana-Celina Herrgen aus Homburg ; Martin Hofmann aus Erbach; Junus Imeri aus Limbach; Niklas Jahrmatter aus Brücken; Celina Junkes aus Erbach; Tobias Kasper aus Erbach; Anne-Sophie Kawolus aus Jägersburg; Alma Kolasinac aus Erbach; Tamara König aus Bechhofen; Henny Kopping aus Höchen; Ronja Kortus aus Limbach; Johannes Krämer aus Kirrberg; Krishiga Krishnasingam aus Erbach; Fabienne Küting aus Schönenberg-Kübelberg; Sindy Lechmann aus Erbach; Hannah Markhofer aus Jägersburg; Chiara Matheis aus Bechhofen; Anica Missy aus Waldmohr; Magdalena Monz aus Jägersburg; Sonja Möwius aus Erbach; Anna-Maria Müller aus Bruchhof; Hannah Müller aus Höchen; Maximilian Müller aus Brücken; Ann-Sophie Reichhart aus Erbach; Mürsel Sahin aus Erbach; Fatmanur Sandikci aus Frankenholz; Ilaria Schäfer aus Kirkel; Anna-Lisa Scherer aus Spiesen-Elversberg; Kristina Serbun aus Niederbexbach; Benjamin Singh aus Kleinottweiler; Marc Spies aus Reiskirchen; Teresa Stopp aus Reinheim; Celina Trapp aus Bruchhof; Sambavi Uthayamoorthy aus Homburg ; Gwendolin Vogt aus Homburg ; Anita Waschilow aus Erbach; Carina Wegner aus Schönenberg-Kübelberg; Sara Wojtasczyk aus Altstadt.

Zum Thema:

 Eva, Frederik und Marc (v. l.) sorgten für das musikalische Programm der Abi-Feier vom Mannlich-Gymnasium. Foto: Thorsten Wolf
Eva, Frederik und Marc (v. l.) sorgten für das musikalische Programm der Abi-Feier vom Mannlich-Gymnasium. Foto: Thorsten Wolf Foto: Thorsten Wolf

Auf einen Blick Insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler haben 2016 erfolgreich ihr Abitur am Homburger Mannlich-Gymnasium abgelegt, der Notendurchschnitt lag bei 2,45. Die beste Gesamtleistung erzielten Maximilian Grigorian und Fabienne Küting. Eine Eins vor dem Komma erreichten auch Frederik Haber, Jana Herrgen, Julian Feß, Anna-Maria Müller, Maximilian Müller, Anica Missy, Fatmanur Sandikci und Kristina Serbun. Den Scheffelpreis der Literarischen Gesellschaft erhielt Maximilian Grigorian, der Preis Mathematik der Universität des Saarlandes und die Auszeichnung für die beste Leistung im Bereich Biologie gingen an Fabienne Küting. Mit dem Preis der Deutschen Mathematiker-Gesellschaft wurde Fatmanur Sandikci ausgezeichnet, Julian Feß und Maximilian Grigorian sicherten sich den Preis der Physikalischen Gesellschaft. Julian Feß und Junus Imeri wurden zudem für ihr soziales Engagement geehrt. thw