Auf Erkundungstour in Homburg

Simone Lukas, Partnerschaftsbeauftragte der Stadt Homburg und Lehrerin am Saarpfalz-Gymnasium, hat für die georgischen Schüler ein Besuchsprogramm arrangiert. Am Freitag war eine Stadtführung angesagt, Motto: „Menschen statt Mauern“.

"Wenn ich mit dem Abitur fertig bin, dann möchte ich gerne in Deutschland studieren. Am liebsten Medizin." So gesehen ist es wohl ein Art Volltreffer, dass die 16-jährige Schülerin Ekaterine Gachechiladze zusammen mit anderen Jugendlichen aus dem georgischen Tiflis derzeit Gast in Homburg ist.

Seit Donnerstag sind 17 Jungen und Mädchen aus der georgischen Hauptstadt zu Besuch, sechs davon als Austausch mit der evangelischen Gemeinde in Tiflis, elf von der 21. Öffentlichen Schule Tbilissi als Partnerschule des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums.

Unter ihnen eben Ekaterine - die im Gespräch mit unserer Zeitung mühelos mit fast akzentfreiem Deutsch aus dem Lehrbuch glänzt. "Ich lerne Deutsch als erste Fremdsprache. Und an unserer Schule wird sehr gut Deutsch unterrichtet", erzählt Ekaterine. Auf die Frage, was ihr nach der Ankunft am Donnerstag als erstes aufgefallen ist, nennt Ekaterine "Natur". Auch das passt, nennt sich Homburg doch auch "Stadt des Baumes". Warum ist das viele Grün der jungen Georgierin aufgefallen? "Tiflis ist die Hauptstadt Georgiens. Und deswegen haben wir nicht so viele Bäume dort."

Wir treffen Ekaterine und die anderen georgischen Jugendlichen am Freitagnachmittag auf dem historischen Marktplatz. Dort warten Michael Emser und Josef Britz von der Abteilung für Denkmal- und Museumspflege der Stadt Homburg auf die jungen Gäste. Auf dem Programm: Ein kundige Führung durch die Geschichte Homburgs. Bei der stünden, verrät Josef Britz, eher Menschen als Mauern im Vordergrund. "Natürlicher wird es um den Architekten Sébastien Le Prestre de Vauban gehen, aber auch um dessen Chef, den Sonnenkönig Ludwig XIV. Ich werde aber auch etwas über Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken erzählen. Und da zum Beispiel, dass dessen Hochzeitsgewand in etwas abgewandelter Form noch in der Kirche St. Michael hängt."

Ohne Zweifel, Emser und Britz haben sich auf den Nachmittag gut vorbereitet. "Tiflis ist ja eine sehr geschichtsträchtige Stadt, die auch einen Burgberg hat. Über dieses Thema werden wir die Geschichte vermitteln." Noch bevor es losgeht, ist Emser allerdings noch ein bisschen skeptisch, was die möglichen Sprachbarrieren angeht. Deutsch? Englisch? Hand? Fuß? Doch die Bedenken sind grundlos. Zum einen gibt es eine Dolmetscherin, zum anderen sind die Jugendlichen sprachlich auf der Höhe.

Treibende Kraft nicht nur dieses Austauschs ist Simone Lukas, Partnerschaftsbeauftragte der Stadt Homburg und Lehrerin am Saarpfalz-Gymnasium. Sie hat für den Besuch aus dem Kaukasus einiges an Programm vorbereitet, der Themenschwerpunkt diesmal: Denkmalschutz . Das komme nicht von ungefähr, erzählt Lukas. "Tiflis ist eine wunderschöne Stadt, leider aber dem Verfall preisgegeben." So wolle man auch zeigen, was an Denkmalschutz möglich ist. Dabei gehe es nicht nur um Stadtführungen oder auch Besuche im Archiv. "Am Montag sind wir auf dem Schlossberg und beschäftigen uns dort mit Pflegearbeiten." Auch auf dem Programm: Besuche in Saarbrücken und Völklingen.

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