Auf dem Vauban-Carree in Homburg kann gebaut werden

Vauban-Carree in Homburg : Freie Fahrt für Geschäftsbebauung

Stadtrat stimmt in nichtöffentlicher Sitzung dem Grundstücksverkauf am sogenannten Vauban-Carree zu.

Jetzt könnte es also doch noch was werden mit dem Vauban-Carree. Seit gut anderthalb Jahrzehnten gab es immer wieder Versuche, das Filetstück inmitten der Innenstadt zu bebauen. Jetzt gibt es einen Investor, der hier ein Geschäfts- und Wohnhaus errichten möchte. Der Stadtrat Homburg befasste sich am Montagabend in seiner Sondersitzung, die aus Dringlichkeit in der Angelegenheit noch schnell vor der Kommunalwahl einberufen wurde, mit dem Thema. Da der Tagesordnungspunkt im nichtöffentlichen Teil der Sitzung stand, sind nicht alle Details der Diskussion bekannt – und damit auch nicht die genauen Pläne. Was aber von der Stadtpressestelle auf Nachfrage unserer Zeitung mitgeteilt wurde, ist: Der Rat hat dem Verkauf des Grundstücks zugestimmt, das offiziell der städtischen Tochter Homburger Parkhaus- und Stadtbusgesellschaft (HPS) gehört. An den Investor, der aus St. Ingbert kommen soll, geht noch ein zweites Grundstück der Stadt. Das liegt in diesem Teil der Gerberstraße gegenüber dem Vauban-Carree und wird seit vielen Jahren ebenfalls als Parkplatz genutzt. Gerüchteweise könnte hier ein Stadthotel entstehen.

Noch vor Kurzem sah alles nicht ganz so optimistisch aus. In der vergangenen Stadtratssitzung wollte eine große Mehrheit in der Angelegenheit keine Zustimmung für die beiden Grundstücksverkäufe geben. Zu viele Fragen blieben anscheinend offen. Es musste nachgearbeitet und anschließend nachverhandelt werden. Wie Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff mitteilte, folgt nun als Nächstes der Gang zum Notar. Sobald die Unterschriften unter den Verträgen getrocknet seien, würden dann von Seiten des Investors auch die detaillierten Pläne für die Innenstadtbebauung vorgestellt werden. Es ist davon auszugehen, dass auf dem Vauban-Carree ein Geschäftshaus mit Verkaufsläden, Büros und Wohnungen sowie ein integriertes Parkhaus entstehen. Damit würde die Homburger Innenstadt deutlich aufgewertet.

In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten gab es an dieser Stelle immer wieder Bestrebungen zu bauen. Einmal, kurz vor den Oberbürgermeisterwahl im Januar 2008, fand sogar schon publikumswirksam ein Spatenstich statt. Doch wurde aus dem Prestigeobjekt nichts, der damalige Investor konnte seine Pläne nicht realisieren. Der frühere Oberbürgermeister Karlheinz Schöner (CDU) plante ursprünglich in der Innenstadt eine sogenannte „Knochenlösung“. Das heißt, an beiden Enden der Innenstadt sollten neue attraktive Geschäftszentren entstehen – auf dem Enklerplatz im Osten ein Shoppingcenter, im Westen das Vauban-Carree.

Auch Schöners Nachfolger Rüdiger Schneidewind (SPD) wollte die Pläne umsetzen. Beide Homburger Verwaltungschefs mussten aber mit ansehen, wie zwei Investorengruppen auf dem Enklerplatz scheiterten. Nach der stetig steigenden Zunahme des Internethandels war ein solch großes Projekt auf 16 500 Quadratmetern Verkaufsfläche nicht mehr umzusetzen. Attraktive Firmen blieben fern. Ende vergangenen Jahres zog auch der zweite Investor den Stecker, die Enklerplatz-Bebauung ist damit wohl Geschichte. Die Hoffnung ruht nun also auf dem westlichen Teil der großen „Knochenlösung“. Fortsetzung folgt.

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