Auch eigene Stimme gefragt

Homburg. Weit gespannt war der zeitliche Bogen bei der Adventsmusik in der protestantischen Stadtkirche Homburg. Er reichte vom 17. Jahrhundert bis in unsere Tage und wies die von Stefan Ulrich geleitete Homburger Kantorei, aber auch die Solisten als ebenso vielseitig wie versiert aus

Homburg. Weit gespannt war der zeitliche Bogen bei der Adventsmusik in der protestantischen Stadtkirche Homburg. Er reichte vom 17. Jahrhundert bis in unsere Tage und wies die von Stefan Ulrich geleitete Homburger Kantorei, aber auch die Solisten als ebenso vielseitig wie versiert aus.

Das Publikum in der gut besetzten Stadtkirche hatte nicht nur Grund, sich an den feinfühligen Gesangs- und Instrumentaldarbietungen zu erfreuen. Die Besucherinnen und Besucher waren auch aufgefordert, zwei der Lieder des abwechslungsreichen Programms gemeinsam mit den Aktiven der Kantorei zu singen.

Christoph Jakobi eröffnete an der Orgel die Adventsmusik mit Präludium und Fuge in C-Dur von Johann Heinrich Buttstedt, einem Komponisten des 17. Jahrhunderts. Drei adventliche Lieder, gesungen von der Kantorei unter Leitung von Stefan Ulrich, trugen viel vorweihnachtliche Stimmung in das Gotteshaus. "Machet die Tore weit" von Jakob Heinrich Lützel war das Werk eines im 19. Jahrhundert in Zweibrücken tätigen Chorleiters, Lehrers und Organisten. "O komm, o komm Immanuel" stammte von dem in Cambridge tätigen britischen Komponisten und Organisten David Willcocks, Jahrgang 1919. "Ihr Heiden nah und fern" schließlich wurde von Wolfgang Carl Briegel im 17. Jahrhundert geschrieben.

Einfühlsame Flötenmusik boten Dorothee und Dominik Beisiegel. Auf ihren Alt-Blockflöten spielten sie mit Basso continuo vier Sätze aus der Suite d-moll von Louis-Antoine Dornel, die im 18. Jahrhundert entstand. Kraftvoll klang die "Sortie festivo" von Ludwig Boslet, einem westpfälzischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. In unserer Region bekleidete Boslet ab 1899 das Amt des Organisten an der Kirche St. Josef in St. Ingbert, von 1909 an war der 1951 verstorbene Kirchenmusiker Organist am Trierer Dom.

An der Orgel der Stadtkirche erklang danach noch das Präludium zu "Tochter Zion", ebenso komponiert von Ludwig Boslet. In Kontrast zur klanggewaltigen Orgel standen dann noch einmal die beiden Alt-Blockflöten. Dorothee und Dominik Beisiegel spielten nun drei Sätze aus der Suite d-moll, wieder von Dornel. Die Kantorei beschloss das Programm mit "The Twelve Days of Christmas" des zeitgenössischen britischen Komponisten Bob Chilcott, Jahrgang 1955.

Die Kirchenbesucher hatten, wie schon erwähnt, selbst Gelegenheit, ihre Stimme einzusetzen. Einmal war das bei dem bekannten Kirchenlied "Allein Gott in der Höh sei Ehr", eine Komposition von Heinrich von Herzogenberg. Vom selben Komponisten stammte gegen Ende "Seri willekom du edler Gast". Beide Lieder wurden von Christoph Jakobi an der Orgel begleitet. Sehr stimmungsvoll war zudem der von den Besuchern mit gesungene Kanon "Magnificat", geschrieben für die Liedersammlung von Taizé durch Jacques Berthier. Zur Adventsmusik gehörten aber nicht nur stimmungsvolle, vorweihnachtliche Klänge. Winfried Anslinger las zwei Passagen aus einer Publikation, die sich zuerst mit der harten Nachkriegszeit im von Trümmern bedeckten Deutschland, dann mit der Zeit Mitte der 60-er Jahre befassten, in der das Problem der Menschen nicht mehr im allgegenwärtigen Mangel, sondern im Überfluss bestand.