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Auch CJD Homburg stellt Abläufe wegen Corona um

Leitgedanke „Keiner darf verloren gehen!“ : Jugenddorf reagiert auf die Corona-Krise

Das CJD-Sozial- und Bildungswerk im Stadtteil Schwarzenbach stellt seine Arbeitsabläufe in schwierigen Zeiten um.

Die Corona-Epidemie hat eine Dynamik und Dramatik entwickelt, die noch vor wenigen Wochen unvorstellbar war. Auch das Sozial- und Bildungswerk des Jugenddorfes Homburg mit Sitz in Schwarzenbach hat den überwiegenden Teil seiner Einrichtungen vorübergehend geschlossen, hält aber seine Angebote gleichzeitig aufrecht. In kürzester Zeit mussten Lösungen gefunden werden, um die Angebote mit Auszubildenden und Schülern fortzusetzen. Vieles haben die Mitarbeiter bereits umgesetzt, manches ist noch im Prozess und Aufbau, teilt das CJD mit.

„Die Kommunikation läuft über alle zur Verfügung stehenden Kanäle wie E-Mail, Telefon oder verschiedene digitale Plattformen. Das ist wichtig. Denn viele der betreuten jungen Menschen brauchen besondere Zuwendung, weil sie beispielsweise ausgeprägte Lernschwächen haben. Manche von ihnen haben auch psychische oder körperliche Einschränkungen. Für sie ist es wichtig, dass Sie durch den Kontakt zu den CJD Fachkräften ihren Tag strukturieren und auch weiter lernen können. Das gibt ihnen Halt in dieser besonderen Zeit“, beschreibt Norbert Litschko, Geschäftsführer des christlichen Jugenddorfes Homburg, die momentane Situation.

Die Mitarbeiter seien in der Entwicklung neuer Formate äußerst kreativ. „Die Ausbildung in unseren Berufsbildungswerken setzen wir nun zum Beispiel online um.“ So drehen Ausbilder für den Bereich Lagerlogistik im Berufsbildungswerk Homburg selbst Videos, um Lerninhalte zu vermitteln. Sie haben dafür einen eigenen Youtube-Kanal angelegt, auf dem mehrmals wöchentlich kurze Videos zu ausbildungsrelevanten Themen hochgeladen werden. Die Resonanz darauf sei sehr positiv. Im Bereich Gartenbau werde seit Beginn des neuen Ausbildungsjahres im August 2019 das Berichtsheft online geführt. Die Auszubildenden könnten mit ihrem eigenen Smartphone per App oder über einen PC jederzeit und an jedem Ort auf ihr Berichtsheft zugreifen. Sie erhielten außerdem täglich ein Bild einer Pflanze aus dem eigenen Gewächshaus und müssten dazu eine passende inhaltliche Rückmeldung geben (Name, botanischer Name, Standort, Verbreitungsgebiet). Dieses Angebot sei als „Tagesrätsel“ aufgebaut und habe somit einen hohen Aufforderungscharakter für die Teilnehmenden. Und auch die Adipositasarbeit im Jugenddorf werde in enger Zusammenarbeit mit den Sozialpädagogen der Wohngruppe und den Mitarbeitenden des Gesundheitszentrums umgesetzt. Im Gesundheitszentrum würden für etwa 20 Teilnehmende des Adipositasprogramms Wochenpläne erstellt, die sportliche und ernährungswissenschaftliche Kriterien erfüllen.

Die CJD-Regionalvorständin Petra Densborn ermutigt die rund 10 000 Mitarbeiter an 369 deutschen Standorten: „Die Politik spricht von der größten Krise nach dem 2. Weltkrieg. Das CJD ist damals aus dieser Krise entstanden. Es hat für und mit Menschen Wege aus dieser Krise gefunden und ist diese konsequent gegangen. Das werden wir jetzt wieder tun“. Der Leitgedanke „Keiner darf verloren gehen“ bedeute heute für das CJD, dass jeder Mensch das Recht habe, Teil der Gesellschaft zu sein. Das CJD unterstütze Menschen auf diesem Weg und befähige sie, ihre Persönlichkeit zu entfalten und durch bedürfnisorientierte und vernetzte Angebote ein selbstständiges Leben zu führen.