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Zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes
Arbeiten für ein Mahnmal verzögern sich

 Izhak Hirsch bemüht sich seit Jahren um ein Mahnmal, um an seine Großeltern und andere zu erinnern, die in Homburg lebten, bis sie deportiert und von den Nazis ermordet wurden. Nun verzögern sich die Pläne erneut.
Izhak Hirsch bemüht sich seit Jahren um ein Mahnmal, um an seine Großeltern und andere zu erinnern, die in Homburg lebten, bis sie deportiert und von den Nazis ermordet wurden. Nun verzögern sich die Pläne erneut. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Seit vielen Jahren bemüht sich Izhak Hirsch um ein Mahnmal, um an seine Großeltern und andere zu erinnern, die in Homburg lebten, bis sie deportiert und von den Nazis ermordet wurden (wir berichteten). Von Ulrike Stumm

Im vergangenen Oktober gab es dann eine handfeste Entscheidung in dieser Sache: Einstimmig beschloss der Homburger Stadtrat, dass ein solches Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus errichtet wird. Im Dezember reiste Hirsch aus der Schweiz, in der er seit langem lebt, zu Gesprächen mit der Stadtspitze nach Homburg. Damals wurde erstmals ein Datum genannt: Um Ostern herum soll das Mahnmal stehen und zwar am Marktplatz, genauer an der Ecke Klosterstraße/Saarbrücker Straße, gegenüber dem alten Storchen. Die Stelle war Hirsch wichtig, er wollte, dass an die Menschen dort erinnert wird, wo sich alles abspielte: in der heutigen Karlsbergstraße.


Dieser Termin wird sich etwas verschieben, teilte die Stadt jetzt auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der zuständige Kulturamtsleiter Klaus Kell gehe davon aus, dass die Arbeiten an dem geplanten Mahnmal in der ersten oder zweiten Woche nach Ostern beginnen sollen und nach seiner Einschätzung inklusive der Abbrucharbeiten rund zwei Wochen dauern werden. Hintergrund für die Verschiebung sei die Großbaustelle in der nahe gelegenen Eisenbahnstraße. Hier wird nach Leitungsarbeiten neues Pflaster verlegt. Diese Arbeiten hätten gerade Priorität, hieß es von der Stadt.

Entworfen wurde das Mahnmal vom Künstler Klaus Glutting. Sieben Stelen sollen einen Halbkreis bilden. Darauf sollen die Namen der ermordeten Juden stehen. Zudem will man an alle Opfer des NS-Regimes erinnern, an alle Verfolgten sowie die unbekannten Helfer.