Arbeit an Laufbahn unterbrochen

Homburg · 260 000 Euro soll die Sanierung der Laufbahn im Homburger Waldstadion kosten. Über den Winter werden die Arbeiten eingestellt. Die Kunststoffschicht könne wetterbedingt nicht mehr technisch einwandfrei aufgebracht werden.

 Nur von der inneren Spur der Laufbahn im Homburger Waldstadion wurde bereits der Tartanbelag abgefräst. Geplant ist, den gesamten Belag zu erneuern. Allerdings ruhen die Bauarbeiten nun bis ins Frühjahr. Foto: Thorsten Wolf

Nur von der inneren Spur der Laufbahn im Homburger Waldstadion wurde bereits der Tartanbelag abgefräst. Geplant ist, den gesamten Belag zu erneuern. Allerdings ruhen die Bauarbeiten nun bis ins Frühjahr. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf

Eigentlich sollten Läufer und andere Sportler jetzt auf der frisch sanierten Tartanbahn im Homburger Waldstadion ihre Runden drehen können. Doch es kam anders als geplant. Gerade einmal eine, nämlich die Innenbahn, wurde abgefräst, von neuem Belag noch keine Spur. Der Grund: Der späte Beginn der Bauarbeiten und andere Widrigkeiten. Eigentlich sollte möglichst schon am 17. August damit angefangen werden, den Kunststoffbelag der Laufbahn im Stadion sowie die beiden halbrunden Kopfflächen hinter den Toren zu sanieren. Die darunter liegende Asphaltschicht sollte in großen Teilen erhalten werden, erneuert werden sollten aber die Entwässerungsrinnen an der Innenseite der Laufbahn. Angesetzt waren dafür zehn Wochen. Das hätte gereicht, um dem im November ja eher einmal widrigen Wetter zu entgehen. Nun sieht aber alles anders aus - und das beschäftigte am Dienstagabend auch den ständigen Vergabeausschuss, der im Rathaus, Am Forum, zusammengekommen war. Dessen Mitglieder erfuhren zum einen, dass die Basisschicht ebenfalls komplett ausgetauscht werden muss. Noch im Frühjahr habe eine Überprüfung durch ein Ingenieurbüro ergeben, dass diese in großen Teilen beibehalten werden könne, hieß es dazu in den Unterlagen. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen in diesem Sommer und der intensiven UV-Bestrahlung werde im Bindemittel in der Zwischenschicht eine Reaktion stattgefunden haben: Die Folge: Basis- und Nutzschicht ließen sich nicht mehr trennen. Die untere Lage müsse daher ebenfalls ausgetauscht werden. Das werde teurer als gedacht. Um die Mehrkosten zu kompensieren, sollen jetzt die Flächen hinter den Toren, die nachträglich einbezogen worden seien, nur intensiv gereinigt und mit einer neuen Linierung versehen werden. Die Laufbahnen sollen aber komplett erneuert werden. Bei rund 260 000 liegen laut Kruthoff die Kosten für das gesamte Vorhaben.

Auch die kühleren Temperaturen wirkten sich aus. Es sei bereits zu einer Bauzeitverzögerung gekommen, heißt es in der Vorlage. Ab November komme es erfahrungsgemäß vermehrt zur schlechter Witterung. Dabei könne die Kunststoffschicht nicht mehr technisch einwandfrei aufgebracht werden. Zusätzlich werde die Firma, die hier arbeitet, bei einem Einbau nach Ende Oktober die Gewährleistung nicht mehr in vollem Umfang übernehmen. Deshalb, so Kruthoff, habe man sich für die "Sicherheitsvariante" entschieden: Die Bauarbeiten sollen über Winter eingestellt werden - nachdem die Asphaltarbeiten auf der Innenbahn fertig sind. Hier sei zudem bereits die Wasserablaufrinne gemacht worden. Im März soll es mit der Sanierung der restlichen Bahnen weitergehen, auch die Innenbahn soll dann eine Kunststoffbelag erhalten. Durch die Unterbrechung sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Kruthoff rechnet noch einmal mit fünf bis sechs Wochen Bauzeit.

In dem Bündel an wenig er erfreulichen Nachricht, gibt es einen Lichtblick für all diejenigen, die auch im Winter gerne Sport treiben: Die Bahnen zwei bis sieben können genutzt werden. Mittwochs und donnerstags ist das Stadion von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Lediglich bei schlechtem Wetter, also bei Regen, Schnee oder Eis, müsse aufgrund der dann rutschigen Bahn das Training entfallen.

Zum Thema:

HintergrundDie Kosten für die Sanierung der Laufbahn im Waldstadion liegen laut Pressesprecher Jürgen Kruthoff bei rund 260 000 Euro. Allein wird die Stadt das voraussichtlich nicht stemmen. Fördermittel wurden beim Ministerium für Inneres und Sport des Saarlandes und bei der Sportplanungskommission beantragt, hatte er vor Beginn der Arbeiten erläutert. Der Stand lautet da: Bei der Sportplanungskommission - sie entscheidet nach Richtlinien der Landesregierung über Zuschüsse zu Bau, Unterhaltung und Ausstattung von Sportanlagen im ganzen Land und gewährt diese über Sporttoto-Mittel - rechnete man mit einem Zuschuss, allerdings war unklar in welcher Höhe. Sollte das Sportministerium Ja zur Unterstützung sagen, dann könnten 50 Prozent der förderungswürdigen Kosten übernommen werden. Die Anträge wurden noch geprüft, allerdings lag eine Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn vor. Mit den Arbeiten konnte daher angefangen werden, ohne mögliche Fördermittel zu gefährden. ust

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort