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Anzahl der wegen Corona zurückgestellten Operationen am UKS steigt

Kostenpflichtiger Inhalt: UKS hält für den Krisenfall noch alles vor : Noch keine Normalität am Uniklinikum

Die Anzahl der wegen Corona zurückgestellten Operationen steigt wieder. Dennoch werden alle Notmaßnahmen und zusätzlichen Betten weiterhin vorgehalten. So kann man bei einem Anstieg der Infektionen schnell reagieren.

Seit Mitte März wurden wegen der Corona-Pandemie schon fast im Stundentakt Veranstaltungen abgesagt, Geschäfte geschlossen und Warnungen ausgesprochen. Gleichzeitig wurden die Kapazitäten der Krankenhäuser hochgefahren, Ärzte und Pflegepersonal bereiteten sich auf das Schlimmste vor.

Seit die Infektionen zurückgehen, kehrt langsam wieder das Leben zurück, Geschäfte öffnen unter Auflagen, Schulen ebenfalls. Dennoch bleibt eine große Befürchtung: Sollte es einen Rückfall geben und die Anzahl der Infizierten wieder deutlich ansteigen, waren alle Anstrengungen, die man bisher unternommen hat, umsonst.

In diesem Spannungsfeld steht auch das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg, denn einerseits wird man auch hier wieder langsam zur Normalität zurückkehren müssen – aber wie weit darf man dabei gehen, um trotzdem einen eventuellen Rückfall auffangen zu können?

Wir befragten dazu Dr. Darius Kubulus, den Leiter Zentrales OP-Management. Zu Beginn und während der Corona-Krise seien von Seiten des Bundesgesundheitsministeriums und der Landesministerien alle Krankenhäuser in Deutschland angewiesen worden, die OP-Leistungen um die Hälfte zu reduzieren, um Personal- und Materialressourcen zur Versorgung von Corona-Patienten vorzuhalten, so Kubulus. Dies habe unweigerlich auch zur Verschiebungen von Operationen geführt. Allerdings nur dort, wo nach medizinischer Einschätzung dies keinen Nachteil für die Gesundheit der Patienten hatte: „Die Bandbreite ist am Universitätsklinikum sehr groß und reicht von der verschobenen Hüftprothesen-OP bis hin zu kleineren Eingriffen in der Dermatologie oder Augenklinik. Alle Notfälle, aber auch notwendige Operationen wie beispielsweise Tumorchirurgie wurden weiterhin durchgeführt“, so Kubulus. Hierzu gehörte auch die Versorgung in der Transplantationsmedizin und der Herzchirurgie.

Laut den Vorgaben der Ministerien soll nun aber die Versorgung in den Kliniken moderat und langsam erhöht werden, wobei der Zustand vor der Corona-Krise sicherlich vorerst nicht erreicht werden könne. Am Uniklinikum werde jetzt die OP-Kapazität erhöht und etwa 70 Prozent der Normalkapazität vorgehalten. „Damit können auch verschobene Operationen langsam wieder terminiert und durchgeführt werden“, so Kubulus weiter.

Dennoch: Alle Krankenhäuser sind angehalten, im Fall eines Wiederanstiegs der Corona-Fälle innerhalb einer festgelegten Frist in Stufen sofort wieder in den Krisenmodus zu wechseln. Deshalb müsse die „Normalisierung“ sehr behutsam erfolgen.

Das bedeute, dass zunächst die wegen Corona neu geschaffenen Intensivbereiche oder Isolierbereiche betriebsbereit bleiben, da bei nochmaligem Anstieg der Fälle diese schnell aktiviert werden müssen. „Es werden derzeit noch keine Betten abgebaut“, betont Kubulus.

Damit man sich, wie mancherorts passiert, keine Viren von außen ins Krankenhaus schleppt, werden alle stationär aufgenommen Patienten auf Corona getestet. Diese verbleiben bis zum Testergebnis in einem besonderen Isolierbereich oder in häuslicher Quarantäne. Geplante Operationen erfolgen erst dann, wenn der Test negativ ausfällt, wenn dies medizinisch vertretbar ist. Sollte dennoch eine Infektion vorliegen und die OP unausweichlich sein, werde sie unter sehr hohen hygienischen Bedingungen durchgeführt.

Allerdings gilt fürs Uniklinikum das, was auch für die Innenstädte gilt: „Eine Normalität wie vor der Corona-Zeit wird es sicherlich auf längere Zeit nicht geben“, sagt Darius Kubulus, „es werden noch längere Zeit besondere Vorsichtsmaßnahmen und hygienischen Vorgaben gelten, wie etwa Zutrittsbeschränkungen, Abstandsregelungen und Testungen.“

Die zusätzlichen Betten und Beatmungsgeräte für Corona-Patienten werden noch nicht abgebaut. Sollte es zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommen, kann man am UKS sofort wieder in den Krisenmodus wechseln. Foto: dpa/Uwe Anspach

Die Entwicklung werde täglich im Krisenstab des Uniklinikums bewertet, und die Maßnahmen würden mit den Behörden abgestimmt. Sollte die Infektionszahl wieder ansteigen und die medizinische Versorgung dadurch stark gefordert werden, könne zügig wieder in den Krisenmodus gewechselt werden, die dazu nötigen Vorarbeiten seien erfolgreich umgesetzt worden und würden vorgehalten.