Anwohner fühlen sich vergessen

Homburg. Nein, gut zu sprechen auf die Situation im oberen Teil der Homburger Fußgängerzone Eisenbahnstraße sind viele Anwohner dort nicht. Seit langem mehren sich die Klagen, die Stadt unternehme zu wenig für die Belebung des Abschnittes zwischen Rondell und Hauptbahnhof. Und auch das Engagement der Verantwortlichen im Rathaus für das Rondell selbst lasse zu wünschen übrig

Homburg. Nein, gut zu sprechen auf die Situation im oberen Teil der Homburger Fußgängerzone Eisenbahnstraße sind viele Anwohner dort nicht. Seit langem mehren sich die Klagen, die Stadt unternehme zu wenig für die Belebung des Abschnittes zwischen Rondell und Hauptbahnhof. Und auch das Engagement der Verantwortlichen im Rathaus für das Rondell selbst lasse zu wünschen übrig. In dieser Jahreszeit vor Weihnachten hat das Gefühl "vergessen zu sein" für die Gewerbetreibenden und Anwohner, wie in jedem Jahr zu dieser Zeit, eine ganz besondere Qualität: Hat sich Homburg in den meisten Teilen der Kern-City weihnachtlich rausgeputzt, zeugen Weihnachtsbäume von der schönsten Zeit des Jahres, so präsentiert sich die obere Eisenbahnstraße und das Rondell, so die Betroffenen, so kahl und nackt wie an allen anderen Tagen des Jahres. Das fördert das Selbstwertgefühl der Anwohner nicht im Mindesten, auf einem kleinen Plakat haben sie ihrem Ärger Luft gemacht. "Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, auch wir wollen leben", ist dort zu lesen. Ein bisschen mehr Leben, das wird im Gespräch mit den verärgerten Anwohnern der oberen Eisenbahnstraße klar, könnte schon ein Christbaum auf dem Rondell bringen. "Wir beschweren uns, weil hier kein solcher Christbaum gestellt wird, obwohl dieser Platz sehr stark frequentiert wird, besonders durch die Fußgängerströme vom Bahnhof und zur Jugendherberge. Das hier ist eine markante Stelle, die sich anbieten würde", sagt Richard Eisenbeis. Seit fünf Jahren habe man sich bemüht, sei mit der Aussage vertröstet worden, dass ein Baum aufgrund einer fehlenden Bodenhülse nicht gestellt werde könne. In den vergangenen zwei Jahren hätte man dann aus dem Rathaus die Information erhalten, für eine solche Hülse sei kein Geld da. "Das ist der Stand der Dinge." Deswegen habe man sich entschlossen, per Plakat auf die für die Anwohner unbefriedigende Situation zu reagieren. "Weil jegliches Gespräch mit der Stadt ergebnislos verlief." Der Ärger über das Fehlen eines jeglichen Weihnachtsschmuckes ist aber nur ein Symptom für die grundsätzliche Missstimmung an der oberen Eisenbahnstraße, gerade die Gewerbetreibenden sind mehr als unzufrieden. "Hier an der Ecke läuft überhaupt nichts mehr. Mit Ach und Krach findet hier an einem verkaufsoffenen Sonntag noch eine Automeile statt, über die wir sehr froh sind. Aber wenn so was nicht hierher lockt, dann haben wir, wie am vergangenen Sonntag, sage und schreibe null Kunden", wird Christian Allerchen, Chef des Wasserbettencenters am Rondell, deutlich. "Früher sollte das hier ein A-Geschäftslage sein. Heute sind wir eher eine C-Lage. Man muss nur die leeren Geschäfte in diesem Teil der Fußgängerzone zählen." Deswegen ist für die Anwohner klar: Die gute Lage und Ausstattung des Rondells, nicht zuletzt mit dem Freiheitsbrunnen als gesuchtem Motiv, müsse besser genutzt werden. Ein Christbaum, da sind sich Eisenbeis, Allerchen und die anderen Anwohner sicher, wäre da ein Schritt in die richtige Richtung.