Antiker Sommer in der Saarpfalz: Antiker Sommer in der Saarpfalz

Antiker Sommer in der Saarpfalz : Antiker Sommer in der Saarpfalz

Sowohl in Schwarzenacker als auch im Europäischen Kulturpark können Kinder und Erwachsene noch bis Anfang Oktober in die Welt der Kelten und Römer eintauchen. Beide Standorte halten tolle Angebote bereit.

Die Römer sind auch heute noch mitten unter uns. Oder zumindest die Provinzrömer, denn mehr als tiefste Provinz waren wir vor 2000 Jahren für die echten Römer nun mal nicht.

Aber Provinz hin oder her, den Kindern und den Erwachsenen von heute gefällt’s prima zwischen alten Steinen, einer nachgebauten Kneipe und einer römischen Garküche im Römermuseum von Schwarzenacker. Besonders an ihrem Geburtstag, denn die von den Mitarbeitern des Römermuseums organisierten und betreuten Geburtstagsprogramme erfreuen sich größter Beliebtheit. Besonders viel Spaß machen dabei die Ausgrabungen, bei denen auch eine Schatzkiste zutage gefördert werden muss.

Seit vielen Jahren veranstalten die Abteilung Denkmalpflege und die Stadtjugendpflege der Stadt Homburg gemeinsame Projekttage in Schwarzenacker, wobei maximal 30 Kinder in die römische Vergangenheit eintauchen können.

Diese Projekttage, die verschiedenen Themenbereichen gewidmet sind – Handwerk, Archäologie, Essen und Trinken, Legionärs-Alltag – sind oftmals schon Monate zuvor ausgebucht. Mitmachen kann jedes Kind zwischen acht und zwölf Jahren.

Gekocht wird natürlich auch, wenn auch nicht an den Geburtstagen, denn die enden meistens ganz unrömisch mit Kaffee und Sahnetorte in der römischen Kneipe. Aber zu den üblichen Schulausflügen erfahren die Kinder allemal, dass die römischen Soldaten kein fertiges Brot, sondern vielmehr ein Getreidesäckchen und eine Handmahlmaschine dabei hatten und sehr oft mit Backen beschäftigt waren.

Das Römermuseum Schwarzenacker bietet auch in diesen Sommerferien wieder vielfältige Aktionen für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren an. Jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr können die jungen Besucher in die Lebenswelt der alten Römer eintauchen. Ein echter Römer-Fan muss natürlich auch die römischen Ziffern und Handschriften lesen können, deshalb heißt es am 11. Juli „Schreiben wie die Römer“. Damit das Ganze stilecht ist, werden unter Anleitung ein Wachstäfelchen und ein Stilus, ein Schreibgriffel, gebastelt. Mit dem Abakus, der Rechenmaschine der Antike, können erste Rechenversuche gemacht werden.

Gutes Essen spielte schon bei den alten Römern eine große Rolle. Am 18. Juli lautet das Thema deshalb „Römische Küche und Taberna“. In der rekonstruierten Küche eines römischen Reihenhauses werden Speisen zubereitet, wie sie den Menschen bereits vor 2000 Jahren gemundet haben. Gespeist wird in der Taberna des Capitolinus.

Edler Schmuck und feine Kosmetik standen bei den römischen Damen und Herren hoch im Kurs. Am 25. Juli wird nach deren Vorbild „Gold“ geprägt, auf Leder punziert und Melonen-Perlen gefertigt. Der 1. Auguststeht ganz unter dem Motto „Legionäre“. Bevor jedoch in Schwarzenacker Legionäre marschieren können, muss viel gewerkelt, bemalt, verziert und gehobelt werden. Ausgestattet mit Helm, Schild und Schwert werden die Jung-Legionäre dann den Befehlen ihres Centurio folgen.

Ton und Wolle sind zwei Materialien, aus denen Menschen schon seit Jahrtausenden Nützliches  herstellen. So können Kinder in der ersten Ferienwoche, am 8. August unter Anleitung nach römischem Vorbild töpfern und Wollfasern bearbeiten.

Wer Schwarzenacker schon gut kennt, hat in der Region die Möglichkeit, auch an einem anderen Ort seinen Interessen an der Antike nachzugehen. Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim bietet Interessierten die Möglichkeit, an einer regulären archäologischen Ausgrabung teilzunehmen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Man könne mithelfen, eine der größten römischen Villen nördlich der Alpen zu erforschen, heißt es in der Ankündigung des Kulturparks. Das Angebot beinhaltet eine praktische Einführung in die Grabungstechnik sowie die fachlich begleitete tägliche Teilnahme an den Ausgrabungsarbeiten und die weitere Bearbeitung der Funde. Das Grabungswerkzeug stellt der Park zur Verfügung.

Während in Schwarzenacker noch „kindgerecht“ gebuddelt wird, das heißt, dass man zuvor vergrabene Schätze finden kann, so hat die Teilnahme im Europäischen Kulturpark einen anderen Anspruch. Die Archäologie zum Mitmachen gibt den Teilnehmern die Möglichkeit aktiv die Geschichte des Bliesgaus zu „begreifen“. Zusätzlich wird eine Führung durch den Europäischen Kulturpark und seine musealen Bereiche angeboten.

An den beiden folgenden Terminen wird noch die Archäologie zum Mitmachen angeboten: Am 15. und 16. Juli und am 2. und 3. September, jeweils zum Preis von 50 Euro pro Person. Im Preis sind Mittagessen, Getränke, Führung durch den Park und die musealen Bereiche sowie Anleitung und Betreuung während der Grabung enthalten. Die Grabungen dauern von 9 bis 16 Uhr. Wer nicht schon losgraben möchte, sondern sich erst einmal einen Überblick über das Grabungsfeld und dessen Geschichte verschaffen möchte, hat an jedem ersten Sonntag im Monat die Möglichkeit, gratis an einer Schnupperführung durch die Museen und das Gelände mitzumachen.

Die Führung ist kostenlos, kostenpflichtig ist lediglich der Eintritt in die Museen (Erwachsene fünf Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei). Zu den Führungsinhalten zählen das Maison Jean Schaub mit vor- und frühgeschichtlichen Funden, das keltische Fürstinnengrab und die Ausgrabungen der römischen Palastvilla mit dem dazugehörigen Museum. Die Führung dauert von 11 bis 12.30 Uhr Treffpunkt: Infozentrum, Maison Jean Schaub, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die nächsten Termine sind am 6. August, am 3. September und am 1. Oktober.

Ebenso wie in Schwarzenacker bietet der Kulturpark auch verschiedene antike Handwerkskünste für Kinder an. Man kann Mosaiken legen, antiken Schmuck herstellen, antike Spiele spielen, kochen, töpfern oder, als antike Priesterinnen verkleidet, auch den damaligen Götterkult nachspielen. Beliebt ist auch die Römer- oder Keltenrallye in Kleingruppen von fünf Personen. Anhand der zu lösenden Fragen, die nach Schwierigkeitsgrad gestaffelt werden können, kann man in die Lebenswelt der Römer und Kelten eintauchen.

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