Anregungen vom Spielplatz

Homburg. Die letzte Veranstaltung in der Reihe "Kultur im Museum" war das Bühnenprogramm von Kabarettist Robert Griess am vergangenen Donnerstag. Bei den 150 Zuschauern im Obergeschoss des Römermuseums Schwarzenacker blieb kein Auge trocken. Kabarettist Griess schlüpfte in die Rollen verschiedener Stereotypen unserer Gesellschaft

Homburg. Die letzte Veranstaltung in der Reihe "Kultur im Museum" war das Bühnenprogramm von Kabarettist Robert Griess am vergangenen Donnerstag. Bei den 150 Zuschauern im Obergeschoss des Römermuseums Schwarzenacker blieb kein Auge trocken. Kabarettist Griess schlüpfte in die Rollen verschiedener Stereotypen unserer Gesellschaft. Als extrovertierter Hartz-IV-Empfänger, der gerne vor Bioläden Passanten anpöbelt, setzte er es sich zum Ziel, Steuerzahler in den Wahnsinn zu treiben. Als in die Jahre gekommener Linker schwelgte er in Erinnerungen über vergangene Demonstrationen gegen den Wertezerfall unserer Gesellschaft.Ein Baby für Merkel Er propagierte die fiktive Kampagne "Du wirst Deutschland - ein Baby für Angela Merkel" und zog polemisch, provokant mit einer Brise schwarzem Humor sämtliche Gesellschaftsschichten durch den Kakao. Bei dem Publikum sorgten seine kostümierten Einlagen als Quizmaster beim deutschen Einbürgerungstest oder als schlecht verdienender Assistenzarzt für viele Lacher. Griess selbst fungierte lediglich als Moderator zwischen seinen selbst geschaffenen Charakteren. Die Ideen für seine Charaktere haben einen alltäglichen Ursprung. "Ich holte mir die gesamte Inspiration für mein aktuelles Programm vom Spielplatz", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. "Als Freiberufler habe ich die Zeit, meiner Vaterrolle nachzukommen und meine Kinder auf dem Spielplatz zu beobachten, ganz so wie es von Ursula von der Leyen gewünscht wird", erläuterte er. Das Publikum schien überzeugt zu sein. "Ich finde seine Show einwandfrei und wünsche mir mehr Kabarett hier in der Umgebung. Schade, dass dies für das Jahr 2009 schon die letzte Veranstaltung der Reihe war", sagte Besucher Norbert May. Auch Zuschauerin Gaby Römer war von Robert Griess' Galgenhumor angetan. "Ich mag seine Schlagfertigkeit. Er nimmt kein Blatt vor den Mund", sagte sie. Ursula Richert, Kulturmanagerin der Stadt Homburg, freute sich über die große Resonanz: "Ich freue mich sehr, dass so viele Besucher gekommen sind. Die Mischung aus Kabarett und Weltmusik in unserer Reihe Kultur im Museum ist eine runde Sache, und ich freue mich über den Zuspruch".

AUF EINEN BLICK1986 gewann Griess den Kleinkunstpreis "St. Ingberter Pfanne". Er hatte diverse Funk- und Fernsehauftritte, zum Beispiel bei "Otti's Schlachthof" oder "Stratmanns". Er schrieb zudem Drehbücher für "Käpt'n Blaubär", Beiträge für Dieter Hallervordens "Spottlight" und Texte für die Sendung "Scheibenwischer". An der Kunsthochschule für Medien in Köln, an der Offenen Universität Gelsenkirchen und der Kabarett-Akademie Burg Fürsteneck arbeitet Griess auch als Kabarett-und Schreib-Coach. max

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