Am Wertstoffzentrum wird gebaut

Homburg/Bexbach/Kirkel. Wie viel muss ich ab Januar dafür bezahlen, dass mein Müll abgefahren wird? Diese Frage treibt derzeit etliche Menschen in unserer Region um. Hintergrund ist das neue Gebührensystem, das ab Anfang nächsten Jahres gilt

Homburg/Bexbach/Kirkel. Wie viel muss ich ab Januar dafür bezahlen, dass mein Müll abgefahren wird? Diese Frage treibt derzeit etliche Menschen in unserer Region um. Hintergrund ist das neue Gebührensystem, das ab Anfang nächsten Jahres gilt. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) möchte die Bürger damit animieren, Müll noch stärker zu trennen und so erreichen, dass weniger Wertstoffe in der Hausmülltonne landen. "Wir sind im Saarland bundesweit die schlechtesten", sagt Marianne Lehmann vom EVS. Studien hätten gezeigt, "dass wir in der Breite die Hausmüllmenge um 40 bis sogar 60 Prozent runterfahren können". Zudem sei dies politisch gewollt. Es gebe Vorgaben von Land und vom Bund. Deswegen wird künftig nach der Menge bezahlt, in Homburg, Bexbach und Kirkel wird dabei berechnet, wie häufig die Tonne geleert wird. Nun befürchten viele, dass sie künftig schlicht tiefer in die Tasche greifen müssen. In der Broschüre über die Änderungen ab 2011 werde "dem Verbraucher weisgemacht, dass er 2011 günstiger wegkommt als 2010. Das ist aber so nicht richtig", schreibt zum Beispiel eine Leser-Reporterin an unsere Zeitung. Sie hat eine deutliche Preiserhöhung errechnet, wolle man die Tonne genauso oft herausstellen wie bisher. Sie praktiziere seit Jahren Mülltrennung. Da die Müllabfuhr weiter im 14-Tages-Rhythmus fahre, "habe ich nicht die Möglichkeit, auch nach drei Wochen meine Tonne leeren zu lassen, und vier Wochen sind zu lange bei einem Drei-Personen-Haushalt".Das System soll ja gerade den Anreiz bieten, noch stärker zu trennen als man das bisher getan hat, sagt dazu Marianne Lehmann vom EVS. Bundesweite Erfahrungen hätten gezeigt, "dass man es über so ein Anreizsystem hinbekommt". Den Vorwurf einer Gebührenerhöhung lässt sie so nicht gelten, denn die gebe es nur dann, "wenn auch der Gesamtbedarf steigt", dies sei gerade nicht so. Sie appelliert an die Bürger, sich auf das neue System einzulassen und es auszuprobieren. Allerdings wirbt dies auch mit "komfortablen Wertstoffzentren". Die stehen zwar in der Tat bereits in einigen Städten, allerdings gab es in Homburg Verzögerungen. In der kommenden Woche soll nun mit dem Bau begonnen werden, sagte gestern Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff. Veranschlagt wird eine Bauzeit von 60 Tagen. Stimmt das, so kann das Zentrum erst im Frühjahr eröffnet werden. Wie in der Übergangszeit verfahren wird, müsse noch geklärt werden, so Kruthoff. Etwa beim Thema Sperrmüll. Der kann später in bestimmten Mengen beim Wertstoffzentrum abgegeben werden, zurzeit in kleinen Mengen auch beim Baubetriebshof. Ab 1. Januar wird er nur noch auf Abruf gegen eine Gebühr von 15 Euro abgeholt. Marianne Lehmann verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Zentren unabhängig vom Wohnort genutzt werden können. Da biete sich in der Übergangszeit zum Beispiel das Zentrum in Blieskastel an, das an diesem Samstag eröffnet werde. Haben auch Sie Spannendes zu erzählen und sogar Fotos gemacht? Dann schicken Sie uns alles als Leser-Reporter per E-Mail an leser-reporter@sol.de oder aber über unser Onlineformular: www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter.Meinung

Ehrgeizige Ziele gesteckt

Am Wertstoffzentrum wird gebaut
Am Wertstoffzentrum wird gebaut

Von SZ-Redakteurin Ulrike Stumm Veränderungen schmecken niemandem, und wenn es dabei an den Geldbeutel geht, schon gar nicht. Das, was der EVS für nächstes Jahr ankündigt, macht die Müllabfuhr für etliche bestimmt erst einmal teurer. Belohnt wird zwar derjenige, der konsequent Müll trennt, dennoch sind die Vorgaben ehrgeizig. Immerhin muss man die Tonne deutlich seltener hinausstellen, um auf die gleiche Gebühr zu kommen wie bisher. Trotzdem: Das neue Müllsystem hat auch seine Vorteile. Immerhin wird Umweltbewusstsein direkt belohnt, und die Idee der bequemen Wertstoffzentren, wo Dinge unproblematisch abgegeben werden können, hat auch etwas für sich. Es lohnt sich also, zunächst einmal auszuprobieren, was noch machbar ist. Sollte sich dann aber herausstellen, dass alle nur draufzahlen, dann muss sich auch der EVS fragen lassen, ob an der einen oder anderen Stelle nicht doch noch verbessert werden muss. Wer Flexibilität von den Bürgern verlangt, der muss selbst genauso beweisen, dass er beweglich bleibt.