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Am Uniklinikum in Homburg entsteht ein Gedenkort für Organspender

„Oase des Lebens“ wird am Samstag eingeweiht : Homburg bekommt Gedenkort für Organspender

Am Samstag wird auf dem Gelände des Uniklinikums die saarlandweit sechste „Oase geschenkten Lebens“ eingeweiht.

Ängste, Befürchtungen und eine gewisse Scheu sind immer noch mit der Organspende verbunden. Und viele Menschen gehen dem Thema lieber aus dem Weg. Es sei denn, sie kommen damit in Berührung, wenn sie selbst oder ein Freund, ein Familienmitglied davon betroffen sind und dringend auf einen Spender wartet.

An diesem Samstag, 19. September, soll nun das Thema ein bisschen mehr ins Bewusstsein gerückt werden. Am neuen Hörsaalgebäude der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg wird die sechste „Oase geschenkten Lebens“ eingeweiht. Es ist eine Gedenkstätte, ein Ort zum Innehalten, um sich an die Menschen zu erinnern, die mit der Spende ihrer Organe nach dem Tod oder einer Lebendspende Transplantationen ermöglicht und so Leben gerettet haben. So wie Oasen in der Wüste für das Überleben stehen, soll mit dem Namen des Gedenkorts die Hoffnung auf Überleben für schwerkranke Patienten versinnbildlicht werden, die eben durch ein Spenderorgan die Chance auf ein neues Leben bekommen.

Die Initiative zu dem Projekt stamme von der Arbeitsgruppe „Infoteam Organspende Saar“ der Selbsthilfe „Niere Saar e.V.“. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium sei das Konzept erarbeitet und mit Partnern umgesetzt worden, so die Universität zu weiteren Details. Solche Oasen stehen landesweit bereits an verschiedenen Stellen, Homburg wird die sechste sein, vier weitere verteilen sich über das Stadtgebiet von Saarbrücken, eine andere ist in St. Wendel zu finden.

Die Planungen für die Homburger Oase hatten im vergangenen Sommer begonnen. Und eigentlich wollte man diese sechste „Oase geschenkten Lebens“ bereits im Frühjahr einweihen. Dabei wollte man Transplantationsmediziner und Transplantierte, Intensivmediziner, Angehörige von verstorbenen Organspendern mit Lebendspendern zusammenbringen. In Coronazeiten undenkbar. „Der gebotene Schutz von Organempfängern, die aufgrund der Immunsuppression besonders empfindlich gegenüber übertragbaren Infektionskrankheiten sind“, habe einen Festakt, mit Musik, Bewirtung und geselligem Beisammensein unmöglich gemacht.

Doch ganz unter den Tisch fallen sollte eine solche Einweihung auch nicht. Zumal damit ja auch ein Zeichen gesetzt werde. Die vergangenen Monate seien trotz Corona für die Organspende und für die Transplantationspatienten nicht verloren gewesen. Menschen hätten dennoch den Wunsch gehabt, im Falle des eigenen Todes andern zu helfen. Auch haben sich die Ärzte- und Pflegeteams auf den Intensivstationen für die Organspende eingesetzt und die Umsetzung ermöglicht. Und auch in Zeiten der Pandemie habe es Organtransplantationen gegeben. Zwischenzeitlich seien auch Transplantationen nach Lebend­spenden wieder möglich, so die Uni.

Es wird zwar nun kein rauschendes, aber doch ein besonderes Fest. Das Besinnen und der Dank an die Organspender soll im Zentrum stehen. Das sei auch mit Abstandhalten möglich. Unter dem Motto „Organspende – aus Liebe schenken“ beginnt am Samstag, 19. September, der Festakt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Klinikkirche. Zur Erinnerung an die Organspenderinnen und Organspender des Jahres 2019 wird im Anschluss gegen 11 Uhr vor dem neuen zentralen Hörsaal- und Bibliotheksgebäude (Gebäude 35) ein Baum gepflanzt und eine Stele enthüllt. Mit dabei sein werden neben Experten der Universität und des Uniklinikums sowie von Organspendeorganisationen auch Gesundheitsministerin Monika Bachmann und der Präsident der Saar-Ärztekammer Dr. Josef Mischo.

Angehörige von Organspendern, Transplantierte und deren Familien sowie alle Interessierten sind eingeladen. Aufgrund der Corona-Situation muss man sich zum Gottesdienst vorab per E-Mail an info@infoteam-organspende-saar.de oder unter Tel. (0 68 51) 10 11 anmelden.