Am BBZ Homburg haben die erfolgreichen Abiturienten jetzt gefeiert

Abiturfeier am BBZ Homburg : Mit Humor und kritischen Tönen

Bei der Abschlussfeier des BBZ-Oberstufen­gymnasiums ging es humorvoll zu, auch einige Spitzen fielen in der Schülerrede. Neben Lob und Dank ging es im Saalbau auch um die Kommunikation von Jung und Alt.

Mit viel Humor gestalteten die Abiturientinnen und Abiturienten der Paul-Weber-Schule Homburg ihre Abschlussfeier im Saalbau. Das fing schon damit an, dass sich während der von Amelie Cullmann organisierten Tanzeinlage auf dem Parkett der Vorhang der Bühne kurz öffnete und damit Nico Lehmann zu sehen war, wie er anscheinend heimlich mittanzte. Damit war der Blick schon mal auf eine Hauptperson gelenkt. Der mit komödiantischem Talent gesegnete Lehmann gestaltete das witzige Intro der Veranstaltung, als er dem angeblich noch nicht anwesenden Moderator Rabih Ajami hinterher telefonierte, scheinbar ohne zu bemerken, dass sein Mikro offen war. Außer Ajami moderierten Pauline Dreizehnter, Michelle Kurz und Kavitha Krishnasingam die Feier.

Klar, dass niemand anderes als Lehmann die Schülerrede halten sollte – nebenbei lieferte er auch noch mit 1,2 die beste Note seines Jahrgangs ab. Doch zunächst trat der seit acht Monaten amtierende Rektor der Schule, Hans-Jörg Opp, ans Rednerpult. Trotz der kurzen Zeit habe er sehr viel Kontakt mit dem Abiturjahrgang gehabt. „Sie werden, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, diesen Tag und die Zeit in der gymnasialen Oberstufe nie vergessen“, betonte Opp, ehe er an seinen eigenen Abschluss erinnerte. Nicht alle Perspektiven hätten damals den erhofften Erfolg gebracht, aber: „Lassen Sie sich dadurch nicht vom Weg abbringen!“. Gerne übergebe er das Mikrofon an den langjährigen Abteilungsleiter, Klaus Welsch, der dieses Jahr seine letzte Abiturfeier vor der Pensionierung erlebte.

Doch zunächst kam der Lehrerchor auf die Bühne, danach eine Theatergruppe, die Goethes Faust parodistisch auf den Schulalltag ummünzte. Nach der Essenspause dann die mit Spannung erwartete Schülerrede von Nico Lehmann. Die begann das aktive Juso-Mitglied mit „Liebe Genossinnen und Genossen“, ehe er sich mit „Stellvertreter vom Zentralrat der Dummschwätzer“ selbst auf die Schippe nahm. Das BBZ, wie die Paul-Weber-Schule als berufsbildendes Zentrum oft abgekürzt wird, sei die Schwelle zum Erwachsenwerden: „Wir kamen an als kleine Deppen, die denken, die hätten was drauf, und gehen jetzt im Wissen, dass wir nix können“, scherzte Lehmann. Das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern im Übrigen sei sehr kollegial gewesen. Man könne aber 2019 keine Abirede halten ohne die Matheprüfung zu erwähnen. Ja, es sei möglich gewesen, eine Eins zu schreiben, die Themen seien auch alle auf dem Lehrplan gewesen – und trotzdem sei die Prüfung „eine Frechheit“ gewesen. Lehmann empfand das Ganze als „Bundesländerkräftemessen auf dem Rücken von uns Schülern“, das sei unverantwortlich gewesen. Nicht unerwähnt lassen wollte er auch den ehemaligen Grundschullehrer einer heutigen Abiturientin, der damals ihren Eltern erzählt habe, mehr als ein Hauptschulabschluss sei bei ihr nicht drin. Daran anknüpfend appellierte Lehmann: „Da draußen sind genug Leute, die nicht an euch glauben. Seid ihr bitte nicht auch noch Teil davon“. Für seine Mitschüler hatte der Jahrgangsbeste besonders warme Worte gefunden: „Vergesst bitte nicht, dass roten Noten, die mit schwarzer Tinte auf weißes Papier gedruckt sind, nicht im Ansatz Indikatoren für die wunderbaren Menschen sind, die ihr alle seid.“ Mit einem herzlichen Dank an Klaus Welsch endete die fulminante Schülerrede.

Anschließend wurden gleichzeitig scherzhaft und liebevoll gemeinte Geschenk an die Lehrer verteilt. Und dann trat der so gelobte und beliebte Klaus Welsch selbst ans Mikrofon: „Die Kommunikation zwischen Jung und Alt ist schwierig“, sagte er und führte den Streit um die „Fridays for Future“-Bewegung und Youtuber Rezo als Beispiele dafür an. Für ihn habe sich in den letzten Jahren immer mehr die Frage gestellt, ob ein Alter für die Jungen mehr sein kann als ein Negativ, das man umzukehren versucht.

Trotzdem gab Welsch den Schülern ein paar Tipps mit auf den Weg: Unter anderem den, einen Beruf zu ergreifen, bei dem man mit Menschen zu tun habe - sofern man dafür begabt sei, - sich Zeit für diese Menschen zu nehmen und sich ganz auf sie zu konzentrieren. Dass Welsch das in seiner beruflichen Laufbahn vorgelebt hat, konnte man am stehenden Applaus erkennen, den es für diese Rede gab.

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