Altlast Feuerwache soll fallen

Homburg. Die alte Feuerwache der Feuerwehr Homburg-Mitte in der Gasstraße in der Innenstadt gehört zu den Altlasten der aktuellen Homburger Stadtentwicklung. Seit dem die Feuerwehr ihr neues Domizil am Erbacher Hochrech bezogen hat, steht der Komplex leer

Homburg. Die alte Feuerwache der Feuerwehr Homburg-Mitte in der Gasstraße in der Innenstadt gehört zu den Altlasten der aktuellen Homburger Stadtentwicklung. Seit dem die Feuerwehr ihr neues Domizil am Erbacher Hochrech bezogen hat, steht der Komplex leer. Die Schwierigkeit: Das Gelände ist stark mit Teerölen kontaminiert, ohne eine aufwendige Bodensanierung ist eine Nutzung des Areals in der Zukunft nicht möglich. Eine Million Euro hatte Homburg im Haushalt für den Abriss inklusive Sanierung einstellen wollen, die Kommunalaufsicht hat diesen Posten gestrichen (wir berichteten). Was bleibt, sind jährliche Kosten der Stadt für die Überwachung des Geländes durch ein Ingenieurbüro. Zuletzt hatte der Vorsitzende der Homburger SPD und Fraktionssprecher im Homburger Stadtrat, Hans Felden, beim SPD-Neujahrsempfang auf diesen Umstand hingewiesen und gefordert, der Bereich der alten Feuerwache müsse nun endlich saniert werden. Dies sei angesichts der im Boden schlummernden Umweltgifte sinnvoller als weiter zu warten. Auf Rückfrage unserer Zeitung bestätigte Homburgs Pressesprecher Jürgen Kruthoff gestern, dass das Landesverwaltungsamt als Aufsichtsbehörde im Jahr 2008 in der Tat die geplante Sanierung aus dem städtischen Haushalt gestrichen habe. Kruthoff präzisierte dabei den nicht genehmigten Millionenbetrag als Summe, die nicht nur für Abriss und Sanierung des Areals alte Feuerwache gedacht gewesen sei, sondern für Maßnahmen des gesamten Ensembles Gasstraße/Gerberstraße - also inklusive des alten Bauamtes, das heute Heim der Musikschule ist. Auch machte Kruthoff klar, dass jährlich rund 50 000 Euro für den kompletten Betrieb einer so genannten Stripp-Anlage aufgebracht werden müssten. Diese sorge dafür, dass das Grundwasser im Bereich alte Feuerwache durch die bestehende Kontamination des Erdreiches nicht verunreinigt werde. Jürgen Kruthoff: "Diese jährliche Summe hätte ausgereicht, um die Zinsen der nötigen Kreditaufnahme für die abgelehnte eine Million Euro zu decken." Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner sieht sich unterdessen in einer Zwickmühle. Lehnt das Landesverwaltungsamt in St. Ingbert auf der einen Seite die Aufnahme eines Kredits zur Sanierung der Fläche ab, so liegen dem Verwaltungschef auf der anderen Seite Schreiben des saarländischen Umweltministeriums vor, die die Stadt auffordern, die Altlast zu beseitigen. "Es muss nun geklärt werden, was schwerer wiegt: Umweltschutz oder Haushaltsauflagen", so Schöner, der in dieser Angelegenheit Klarheit auch bei einem Gespräch mit der neuen Umweltministerin Simone Peter am 23. Januar erreichen will. Für die Zukunft sieht Schöner das Areal als wesentliches Element der innerstädtischen Weiterentwicklung Homburgs. Das Ziel ist eine Wohnbebauung unter Einbeziehung aller städtischen Flächen in diesem Bereich, einschließlich altes Bauamt, des Baus Gerberstraße 32 und des alten Rathauses. Dafür ist man seitens der Stadt auch auf der Suche nach Investoren. Schöner: "Es gibt viel versprechende und belastbare Gespräche über die Konversion des Geländes." "Es gibt viel versprechende Gespräche mit möglichen Investoren"OB Karlheinz Schöner

Auf einen BlickDas Areal der alten Feuerwache Homburg-Mitte war früher Standort der Stadtwerke und deren Vorläufer. Aus dieser Zeit resultiert eine Kontamination des Erdreiches, unter anderem durch Teeröle. Um eine Verunreinigung des Grundwassers zu vermeiden, sorgt eine spezielle Anlage für das Abscheiden der Gefahrstoffe. thw

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