Alle Schüler lieben Olga Lucan

Erbach/Jägersburg. Seit vier Jahren gehört Busbegleiterin Olga Lucan für die Kinder aus Jägersburg zum festen Bestandteil der Busfahrten. Jeden Morgen fährt sie mit den Schulkindern im Bus von Altbreitenfelderhof über Websweiler und Jägersburg bis zur Luitpoldschule in Erbach, wo der Sitz des Grundschul-Zentrums ist

Erbach/Jägersburg. Seit vier Jahren gehört Busbegleiterin Olga Lucan für die Kinder aus Jägersburg zum festen Bestandteil der Busfahrten. Jeden Morgen fährt sie mit den Schulkindern im Bus von Altbreitenfelderhof über Websweiler und Jägersburg bis zur Luitpoldschule in Erbach, wo der Sitz des Grundschul-Zentrums ist. In dieser Zeit ist zwischen der mittlerweile 68-Jährigen und den Schulkindern ein Vertrauensverhältnis, eine tiefe Freundschaft entstanden. Jetzt nutzten die Viertklässler aus Jägersburg, die die Grundschule verlassen und demnächst eine weiterführende Schule besuchen, die Gelegenheit, am letzten Schultag der Busbegleiterin für ihre jahrelangen Dienste zu danken. Damit hat auch die erste Generation Jägersburger Kinder ihre komplette Schulzeit im benachbarten Erbach hinter sich. Nach der Grundschul-Reform im Saarland wurde die Grundschule Jägersburg zunächst noch als eine so genannte Auslauf-Dependance von Erbach geführt, ehe sie vor vier Jahren komplett ihre Pforten schloss.Im Namen der Schüler überreichte am letzten Grundschul-Tag dann Daniel Fuchs der sichtlich überraschten und gerührten Olga Lucan eine kleine Veilchen-Topfpflanze. "Sie war in all den Jahren immer für die Kinder da, war Ansprechpartnerin, Trösterin und engagierte Helferin in allen Lagen", begründete Daniels Vater Peter Fuchs das Geschenk. "Sie hat das ganz toll gemacht." Nach der Schließung der Jägersburger Grundschule wurden die Schüler mit dem Bus nach Erbach gebracht. Die Stadt setzte als Aufsicht Busbegleiter ein. Von Anfang an habe Olga Lucan den richtigen Draht zu den anfangs noch etwas ängstlichen Kindern gehabt, erklärte Fuchs. Sie habe im Bus für Ordnung gesorgt, jedem Kind einen Sitz zugewiesen, Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt, und sei so auf eine hohe Akzeptanz bei den Kindern gestoßen, die sie lieb gewonnen haben. Kein Wunder, denn ab und zu hatte sie für die Schülerinnen und Schüler auch Bonbons dabei, half mit Taschentüchern aus und putzte ihnen die Nase. Doch das war keine Einbahnstraße: "Ein Schüler hat mir sogar einmal Schokolade geschenkt", erinnerte sich die Busbegleiterin an ein schönes Erlebnis. Am ersten Tag habe sie ein bisschen Angst gehabt, ob das alles so klappen würde, doch dann habe sich die Nervosität gelegt. "Es war immer ein gutes Gefühl, die Kinder im Bus zu begleiten; sie sind alle gerne gefahren", sagte die 68-Jährige, die zuvor 30 Jahre bei der Firma Bosch die Post ausgetragen hat. Es habe sogar Kinder geben, die wollten lieber mit dem Bus fahren als von Mama und Papa mit dem Auto zur Schule gebracht und abgeholt zu werden, schmunzelte sie. Morgens und mittags begleitete sie die Jungen und Mädchen von der Bushaltestelle in Erbach zur Schule und holte sie nach dem Unterricht auch wieder ab. Sie schaute immer, dass die Kinder ihre Jacke angezogen hatten und dass sie sich gegenseitig respektierten.Auch im kommenden Schuljahr wird Olga Lucan als Busbegleiterin wieder mit den Jägersburger Kindern morgens und mittags unterwegs sein. Da sie derzeit nach der fünften Stunde bereits mit den Kindergartenkindern von Jägersburg nach Websweiler unterwegs ist, "kennen mich die künftigen Erstklässler alle schon", erzählte die 68-Jährige. Auch diese können sich sicher sein, dass sie sich in den kommenden Jahre in sicheren Händen befinden. "Sie war immer für die Kinder da, war Ansprech-partnerin, Trösterin und engagierte Helferin." Peter Fuchs

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