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Aktionen für Frauen in Homburg am 8. März

Frauentag am 8. März : Der März steht im Zeichen der Frauen

Am 8. März gibt es Rosengutscheine für Erzieherinnen und Seniorinnen. Und es folgen Vorträge über Frauenrechte und Gewalt.

Rosen für die Damen – ist das noch zeitgemäß? Nun ist es tatsächlich so, dass sich Frauen durchaus auch mal über Blumen freuen. Und über mehr Geld, Anerkennung und Vorstandsposten natürlich auch. Lange her ist der Spruch von Gertrude Stein: Eine Rose ist eine Rose, ist eine Rose. Nein, eine Rose ist längst auch ein Manifest: wenn sie fair gehandelt ist, setzt sie ein Zeichen gegen Ausbeutung. Zum Internationalen Frauentag am 8. März machen deshalb die Fairtrade-Beauftragten in Blieskastel, Homburg, Kirkel, St. Ingbert und dem Saarpfalz-Kreis mit einer Rosenaktion erneut auf die Stärkung der Frauenrechte aufmerksam.

Ein Großteil der Rosen auf dem deutschen Markt kommen aus ostafrikanischen Ländern wie Kenia, Äthiopien und Tansania. Mit dem Kauf von Rosen aus fairem Handel werden die Fairtrade-Standards auf den dortigen Blumenfarmen gesichert, erklärt Anke Michalsky, die Frauenbeuaftragte der Stadt Homburg. Die Aktion steht für mehr Arbeits- und Mutterschutz, Lohngerechtigkeit und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Frauen in den Anbauländern. Eine Studie belegte jüngst, dass dies zu Fortschritten in der Gleichberechtigung führt.

In der Vergangenheit wurden diese fair gehandelten Rosen auf der Straße verteilt, „was aber in Corona-Zeiten schlecht geht“, bedauert Anke Michalsky. Deshalb erhalten Kitas und Seniorenheime im Saarpfalz-Kreis einen Wertgutschein für ein Bündel fairer Rosen, der nach Öffnung in einem ausgesuchten Blumenladen eingelöst werden kann. „Ich denke, es ist im Namen aller anderen, die sich beteiligt haben, zu erklären, dass es wichtig ist, mit solchen Aktionen Zeichen zu setzen, dass noch bestehende Ungerechtigkeiten und Missstände möglichst bald behoben werden. Deshalb verdient diese gemeinsame Aktion in den Kommunen des Saarpfalz-Kreises große Anerkennung“, so Landrat Gallo. Doch der Einsatz für Frauenrechte beschränkt sich nicht nur auf den 8. März, „ich finde, der März könnte doch insgesamt im Zeichen der Frauenrechtestehen“, findet Anke Michalsky. Und verweist in diesem Zusammenhang auf den 15. März: „Istanbul-Konvention – Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt im Saarland“ heißt eine Online-Veranstaltung des Frauenrates Saarland, in dessen Vorstand sie als Frauenbeauftragte mitarbeitet.

Die Istanbul-Konvention, die am 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft getreten ist, verordnet erstmals für den europäischen Raum ein völkerrechtlich verbindliches Instrument zur umfassenden Bekämpfung jeglicher Form von Gewalt an Frauen. Nun liegt der erste Staatenbericht für Deutschland vor und Karin Heisecke wird die Anforderungen der Konvention im Bereich „Sexualisierte Gewalt‟ skizzieren. Gemeinsam mit ihr soll auch ein Blick auf die Umsetzung der Istanbul-Konvention im Saarland geworfen werden: Was wird schon umgesetzt und was muss noch auf den Weg gebracht werden. Die Referentin ist Karin Heisecke, Sozialwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten internationale Politik und Geschlechterfragen. Um 18.30 Uhr schließt sich an den Vortrag von Karin Heisecke eine Diskussion an mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der Landtagsfraktionen von CDU, SPD und den Linken sowie mit Dr. Klaus-Henning Kraft, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Saarbrücken und Antonia Schneider-Kerle, Mitarbeiterin des Frauennotrufes Saarland. Wer online dabei sein möchte, sollte sich unter info@frauenrat-saarland.de anmelden, dann wird der Link zum Livestream zugesendet.

Am 24. März heißt ein Vortrag „Demokratiegefährdung und Antifeminismus“ – eine Kooperation der Frauenbeauftragten mit dem Adolf-Bender-Zentrum. Der Sozialwissenschaftler Enrico Glaser von der Amadeu Antonio will aufzeigen, dass „rechte Bewegungen sich als Schützer der Frauenrechte“ inszenierten. In vermeintlicher „Sorge um unsere Frauen und Kinder“ würden Frauenrechte rassistisch instrumentalisiert. Der Vortrag findet digital über Zoom statt, und zwar von 17 bis 19 Uhr. Er wird vom Homburger Jugendamt, der Frauenbeauftragten, dem Adolf-Bender-Zentrum und dem Frauenrat Saarland veranstaltet.