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Ärger um eine Baustelle in Sanddorf

Ärger um eine Baustelle in Sanddorf

Ein Erdhügel, Aushub einer Baustelle, sorgt in Sanddorf für Unmut. Anwohner befürchten, dass ihre Grundstücke bedroht sind, falls das Ganze ins Rutschen gerät. Der Investor sieht das nicht so und verweist auf die Genehmigung.

Derzeit errichtet der Homburger Bauunternehmer Christian Streithoff an der Alleestraße in Sanddorf neue Mehrfamilienhäuser. Diese Investition sorgt allerdings zumindest bei drei Anwohnerparteien nicht für Begeisterung. Konkret geht es darum, ob Erdmassen, die im hinteren Bereich der Baustelle aufgeschüttet wurden, rechtmäßig sind oder nicht. Die Anwohner sagen Nein, Streithoff sagt Ja.

Wie durchaus emotional die Situation derzeit ist, das zeigte ein Ortstermin in der vergangenen Woche. Dort trafen sich Untere Bauaufsicht, verärgerte Anlieger und Investor, um über das Thema zu diskutieren.

Vorab hatten die Anwohner Thomas Clemenz und Willi Handorn aus ihrer Sicht die Situation geschildert. "Der Sandberg da oben stellt eine Bedrohung für unsere Grundstücke dar", fasste Handorn seinen Standpunkt kurz zusammen. "Die Standsicherheit ist nicht geprüft und die bodenmechanischen Verhältnisse sind auch unklar." Die Befürchtung von Clemenz und Handorn: Kommt die Aufschüttung ins Rutschen "hält die nichts mehr auf". Mit dieser Sorge, ergänzte Clemenz, habe man sich auch schon an die Stadt und dort an die Untere Bauaufsicht gewandt. Aus einem der Schreiben (dieses liegt der Redaktion vor) zitierte Clemenz die UBA mit dem Satz: "In der Sache ist es zutreffend, dass die ausgeführten Erdarbeiten so nicht Gegenstand der erteilten Baugenehmigung waren."

Aus seiner Sicht machte Bauträger Christian Streithoff allerdings deutlich, dass seine Maßnahme durchaus von den bestehenden Genehmigungen für die aktuell laufenden beiden Bauten gedeckt sei, da dort doch schon die anstehende Modellierung des rückwärtigen Bereichs, genau dort lagern derzeit die Erdmassen, enthalten sei. Auch habe man diese Modellierung, also die Überarbeitung der rückliegenden Freiflächen hinter der beiden Neubauten und vor den Gärten von Clemenz und Handorn, einen Meter tiefer angesetzt als möglich. Mit Blick auf die geforderte Überprüfung der Standsicherheit der Erdaufschüttungen habe er zudem schon eine entsprechende Überprüfung in Auftrag gegeben. Deutlich wehrte sich Streithoff gegen den Vorwurf, er mache, was er wolle.

Vor dem Hintergrund dieser beiden sehr unterschiedlichen Positionen richteten wir die Frage nach Rechtmäßigkeit oder Unrechtmäßigkeit der Erdaufschüttungen an die Stadt. Pressesprecher Jürgen Kruthoff: "Der Bauherr erstellt in der Alleestraße mehrere Gebäude. Für diese Bauvorhaben gibt es einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der selbstverständlich genehmigt ist." Auch das Lagern der Baumassen und die Neu-Modellierung des Geländes sei Teil dieses Bauvorhabens und größtenteils bereits genehmigt. "Der Bodenaushub soll auch auf dem Gelände belassen werden, um diesen bei der Gestaltung des Geländes verwenden zu können." Für die letztliche Gestaltung des Geländes, so Kruthoff, habe aktuell aber ein entsprechender Bauantrag gefehlt. Deswegen, erläuterte der Pressesprecher, habe man sich dazu entschlossen, vor dem besagten Termin in der vergangenen Woche "dem Bauherren eine Frist von acht bis zehn Tagen setzen, um diesen Antrag einzureichen. Andernfalls wollte die Stadt den Bauherren auffordern, den Bodenaushub gegebenenfalls ganz oder wenigstens teilweise zu entfernen." Streithoff habe aber bereits einen Tag später einen entsprechenden Bauantrag für die Gestaltung des hinteren Bereichs des Areals eingereicht.

Dieser Bauantrag werde jetzt geprüft. Kruthoff: "Bis zu einem Ergebnis kann der Bodenaushub weiter auf dem Areal verbleiben. Über das weitere Vorgehen wird das Bauamt dann entscheiden, wenn die Prüfung des Bauantrags abgeschlossen ist." Doch ist das, was dort nun an Erdaufschüttung aus Sicht der Stadt liegen darf, sicher für die Anwohner? Die Antwort von Pressesprecher Jürgen Kruthoff: "Der Leiter der Unteren Bauaufsicht, Hans-Peter Roland, sieht die Lagerung des Sandes als nicht so problematisch an, da dieser verdichtet wurde, entsprechende Maßnahmen bei der Lagerung ergriffen wurden und auch die Sicherheitsabstände eingehalten sind. Eine Genehmigung für die Lagerung als solche ist aus unserer Sicht nicht unmittelbar erforderlich."