Ärger über ausgefallene Schulbusse in Jägersburg

Kostenpflichtiger Inhalt: SPD kritisiert auch die Stadt : Ärger über Schulbus-Ausfall in Jägersburg

Eltern sind deswegen verärgert. Die Jägersburger SPD nimmt hier auch die Stadt mit in die Verantwortung. Diese betont, man versuche Abhilfe zu schaffen. Doch die vergaberechtliche Situation sei schwierig.

Die Eltern in Jägersburg sind sauer. Das erklärt die SPD Jägersburg in einer Pressemitteilung, in der es darum geht, dass im Homburger Stadtteil in letzter Zeit immer wieder der Schulbus ausgefallen sei. Und dies, obwohl Ortsvorsteher Jürgen Schäfer „bereits bei der Stadtverwaltung vorstellig war und ihm Besserung versprochen wurde“. Zuletzt sei der Schulbus nach Ende der Sommerferien Anfang August am vergangenen Montag komplett ausgefallen. „Seit die Stadt Homburg die Schulbusbeförderung von Websweiler/Altbreitenfelderhof/Jägersburg zur Luitpoldschule nach den Sommerferien neu vergeben hat, standen die Jägersburger Grundschüler nach den Sommerferien schon drei Mal an der Bushaltestelle und es kam kein Bus“, kritisiert die SPD.

Dies sei für die Jägersburger „ein unhaltbarer Zustand“, so der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Siegfried Stolz. Nachdem auch die Schulbusbegleiterin wegfallen sei, könne man sich jetzt noch nicht mal mehr darauf verlassen, dass die Kinder in die Schule gefahren würden. Viele Eltern seien am Arbeitsplatz angerufen worden und hätten sich darum kümmern müssen, dass ihre Kinder in die Schule kommen, so zum Beispiel auch das Jägersburger SPD-Ortsratsmitglied Tanja Kraus. Teilweise hätten die Kinder auch alleine im Dunkeln an der Bushaltestelle gestanden und wieder nach Hause gehen müssen. Dies sei insbesondere problematisch, wenn die Eltern auf der Arbeit sind. Umgekehrt hätten bei dem ersten Ausfall die Kinder an der Schulbushaltestelle in Erbach gestanden, als der Bus ausfiel. „Die Eltern warteten in Jägersburg. Es herrschte erst einmal Verunsicherung, weil niemand wusste, was passiert war. Einige Kinder wurden dann mit dem Auto abgeholt, die übrigen warteten eine knappe Stunde auf einen Ersatzbus“, schreibt die SPD weiter. Sie fordert die Stadtverwaltung auf, dass bei einem technischen Defekt beziehungsweise bei einem Krankheitsfall Ersatzbusse und Ersatzbusfahrer verfügbar sein müssen, so wie das früher bei der RSW der Fall war.

Die Stadt weist darauf hin, dass der letzte Zwischenfall schon etwas zurückliegt, räumt aber grundsätzliche Probleme in Sachen Busverkehr in Jägersburg ein. Diese seien, so Stadtsprecher Jürgen Kruthoff auf unsere Anfrage, „nicht nur für die betroffenen Schüler und deren Eltern ärgerlich, sondern selbstverständlich auch für die Stadtverwaltung Homburg“. Aus diesem Grund sei der Leiter des zuständigen Schul- und Sportamts seit den ersten Fällen in telefonischen und persönlichen Gesprächen mit dem beauftragten Busunternehmen. Auch habe er mit Eltern und politischen Vertretern aus Jägersburg gesprochen. Doch ist es für die Stadt nicht einfach, Abhilfe zu schaffen – und sie könne „letztlich nicht für jeden Problemfall Vorsorge treffen“.

Zum Hintergrund schildert Kruthoff: „Aufgrund des Auftragsvolumens für die Schülerbeförderung wurde diese europaweit ausgeschrieben. An dieses Ausschreibungsergebnis ist die Stadt Homburg zunächst einmal gebunden. Kurzfristig entstehende Probleme technischer oder personeller Ursachen können trotz aller Absprachen nicht völlig ausgeschlossen werden.“  Dieser Zustand sei „nicht die Wunschkonstellation der Stadtverwaltung“, räumt er ein. Neben den Gesprächen mit dem Busunternehmen prüfe die Verwaltung daher „weitere Schritte und Möglichkeiten, die zu einer Verbesserung der Situation führen können“. Doch sei „die vergaberechtliche Situation nicht so einfach, wie manche sich das vorstellen“.

Ungeachtet dessen müsse man darauf achten, „dass hier nicht unterschiedliche Dinge, die wenig miteinander zu tun haben, zusammengebracht werden“, mahnt Kruthoff, und ergänzt: „ So hat die Aussage, sofern diese so getroffen wurde ‚Nachdem auch die Schulbusbegleiterin wegfallen ist, kann man sich jetzt noch nicht mal mehr darauf verlassen, dass die Kinder in die Schule gefahren werde‘ wenig mit dem jetzigen Sachverhalt zu tun.“ Die Schulbusbegleitung sei schon vor längerer Zeit beendet worden, so dass diese beiden Dinge nicht im Zusammenhang stünden und auch nichts mit der Stadtverwaltung zu tun hätten.

Mehr von Saarbrücker Zeitung