Abschlussfest des Homburger Lesesommers

Lesesommer : Kinder befassten sich mit den Klassikern

Der „Homburger Lesesommer 2019“ ging im Mannlich-Gymnasium zu Ende. Mit dabei war auch Oliver Steller.

Der Abschluss des „Homburger Lesesommers“ wurde dieses Mal im Mannlich-Gymnasium gefeiert. In diesem Jahr wurde dabei der Schwerpunkt auf die Klassiker der Literatur gesetzt. Dabei sollten sich die Kinder allerdings nicht im Original mit Goethe, Fontane oder der Artus-Sage beschäftigen. Sie hatten es vielmehr mit modernen Darstellungen zu tun, in denen versierte Autorinnen und Autoren Klassiker speziell für Kinder sowie Jugendliche aufbereitet hatten.

Der Lesesommer wurde von der Stadtbibliothek Homburg in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) Saarland entwickelt. Die Schüler lasen während der Sommerferien Bücher und stellten dann diese den ehrenamtlichen Helfern vor. Pro gelesenem Buch erhielten die Schüler ein Los und somit eine Gewinnchance auf einen der Hauptpreise. Von den meisten Schulen wird die Teilnahme im Ganzjahreszeugnis festgehalten. Außerdem erfolgt eine Auszeichnung der teilnehmenden Schüler. In diesem Jahr begleitete Oliver Steller, die Stimme der deutschen Lyrik,  das Fest mit seinem Programm „Oliver Steller spricht und singt Gedichte für Kinder 1“. Er und seine Gitarre „Frieda“ trugen  Gedichten von Heine, Fontane, Goethe, Morgenstern und auch zeitgenössischen Dichtern wie Peter Maiwald vor. Dabei stand der Spaß mit Sprache im Vordergrund.

Das Kinderprogramm von Oliver Steller wurde bereits mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Der 52-Jährige war schon einen Tag vor dem Abschlussfest des Lesesommers im Mannlich-Gymnasium aufgetreten. Der Hauptpreis, ein Eintritt in den Holiday-Park für vier Personen,  ging per Losentscheid an Theodor Zimmer. Zweiter wurde Paul Sprengelmeier vor Mia Rippel. Einen Sonderpreis erhielt noch die Klasse 6b vom Mannlich-Gymnasium. Diese Klasse hat den Kreativwettbewerb zum Schulradeln im Saarland gewonnen. Lohn dafür ist eine Fahrradreparatur- und Pumpstation im Wert von 3500 Euro für die Schule. Darüber hinaus hat man sich beim Wirtschaftsministerium überlegt, dass die dafür angefertigten Postkarten saarlandweit angeboten werden. Die 6b fiel aber noch ein weiteres Mal positiv auf, da sich fast sämtliche Kinder am Lesesommer beteiligten. Dafür gab es nun einen Sonderpreis: Ein Eisessen für die gesamte Klasse.

Die Leiterin der Stadtbibliothek, Andrea Sailer, zeigte sich vom Leseengagement der Kinder und Jugendlichen angetan. „Der Lesesommer wurde zum vierten Mal durchgeführt. Es haben 677 Kinder teilgenommen, eine Steigerung gegenüber 2018“, erklärte Sailer und ergänzte: „In diesem Jahr hatten wir eine Änderung vorgenommen. Den Vielleserpreis wollten wir nicht mehr vergeben. Wir wollen ja eigentlich eine Qualität und eine Leidenschaft am Lesen erwecken. Deswegen wurde dieses Mal die Klasse ausgezeichnet, die zusammen verstärkt teilgenommen hat.“  Auch Karolina Engel, die Leiterin des Fachgebiets Grundschule am LPM, freute sich über die erreichten Ergebnisse. Sie ist unter anderem für die Leseförderung im Saarland zuständig. „Wir machen relativ viel und erproben einiges. Es gibt Bibliotheken, die ähnliche Aktionen wie hier den Lesesommer durchführen. Und es exisieren auch die Leselernhelfer, die wir seit 2015 in Homburg ausbilden.“ Sie agierten ehrenamtlich und unterstützten Kinder der Grundschule beim Lesenlernen. Überall dort, „wo es zu Hause vielleicht nicht so möglich ist, wie es notwendig wäre“, so Engel. Steller habe den Kindern vermittelt, dass deutsche Lyrik keineswegs langweilig sei. Es lohne sich, Gedichte zu hören, zu sprechen und auswendig zu lernen. Im kommenden Jahr, wenn dann der fünfte Geburtstag des Lesesommers gefeiert wird, dürfen sich die Kinder und ihre Eltern auf den Stargast Stefan Gemmel freuen. Er hat bereits etliche Lese-Weltrekordversuche ins Leben gerufen.

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