Abrissarbeiten am alten Hallenbad Homburg verzögern sich

Stadtbad in Homburg : Die Bagger sind wieder vorgefahren

Die Abriss- und Entsorgungsarbeiten auf dem Homburger Stadtbad-Gelände haben seit Anfang Juli geruht.

Wer in den vergangenen Wochen am Homburger Forum vorbei gegangen oder gefahren ist, hat sich verwundert die Augen gerieben. Dort, wo bis vor kurzem das alte Stadtbad stand, türmen sich nun die Trümmer. Und die liegen in riesigen Schuttbergen vor sich hin – gearbeitet wurde über Wochen nicht. Genauer gesagt bereits seit dem 1. Juli, nachdem der Abriss des alten Hallenbades Ende Mai begonnen hatte. Am vergangenen Freitag sind Bagger und Lastwagen dann wieder vorgefahren. Was war los? Weshalb die fast fünfwöchige Pause? Wir fragten bei der Stadtverwaltung nach.

Die Pressestelle bestätigte am Montag, dass die Räumung des Geländes tatsächlich seit Freitag wieder läuft. Die Arbeiten würden jetzt auch zügig durchgezogen. Bestätigt wurde auch, dass die Arbeiten tatsächlich seit dem 1. Juli geruht haben. „Der Abriss ist weitgehend erledigt, es befinden sich aber noch einige tief liegende Fundamente im Boden“, erklärte Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff auf unsere Nachfrage. Während der Arbeiten sei festgestellt worden, dass das Grundwasser deutlich höhe stehe, als erwartet, und die Fundamente teilweise tiefer gründeten, als dies laut Plänen angegeben worden sei. „Insofern ergibt sich aktuell ein Mehraufwand, dessen Klärung zunächst zum Ruhen der Arbeiten geführt hatte“, so Kruthoff weiter.

Aufgrund des hoch stehenden Grundwassers sei ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben worden, um letztlich zu klären, ob das Abbruchmaterial für die Verfüllung überhaupt genutzt werden könne. Das Ergebnis dieses Gutachtens liege seit Anfang letzter Woche vor. Es besage, dass die Schuttmasse nicht genutzt werden könne. Kruthoff: „Das ist eine neue Situation, da das Abbruchmaterial zumindest in Teilen hätte verwendet werden sollen.“

Aktuell erstelle ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro ein „erweitertes Leistungsverzeichnis mit einigen neuen Positionen“. Anschließend müsse die ausführende Firma diese Positionen prüfen, bewerten und neu kalkulieren. Dies könne noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Danach werden wir über die vermutlich anfallenden Mehrkosten mehr wissen“, sagte Jürgen Kruthoff.

Und weiter: „Anschließend muss dann geklärt werden, wie die Finanzierung geregelt werden kann.“ Dann wird man auch sagen können, wie lange sich die Arbeiten noch hinziehen. Die Zeit läuft derweil davon: Denn bereits Mitte September soll das große Festzelt für die Homburger Wiesn’ errichtet werden. Da passt der riesige Schutthaufen nebenan nicht ins Bild.

Seit etwa Mitte Mai läuft am Forum der Abriss des alten Bades, das in den 60er Jahren errichtet  und bereits im November 2014 für immer geschlossen wurde. Ende 2014 öffnete als Ersatz das neue Kombibad Koi, am anderen Ende der Innenstadt in Richtung Bruchhof gelegen. Vor seiner Schließung wurde das alte Stadtbad-Gebäude bereits entkernt. Auch die eigentlichen Abrissarbeiten verzögerten sich, was an der alten Bausubstanz lag. Die damals verbauten Materialien gelten heute als Schadstoffe. Deren Entsorgung galt es, rechtssicher abzuwickeln. Der Abriss sollte in drei Etappen vonstatten gehen. Die Gesamtkosten dafür wurden auf insgesamt rund 520 000 Euro geschätzt, die jetzt wohl nicht reichen werden. Die Homburger Parkhaus- und Stadtbus GmbH (HPS) als Eigentümer des Baus sollte, Stand Mai dieses Jahres, 280 000 Euro beisteuern, dazu kämen Kosten für die Planung des Abrisses in Höhe von weiteren 100 000 Euro und noch einmal 140 000 Euro für die Entsorgung der Altlasten, unter anderem des asbestverseuchten Materials.

Dass es überhaupt bis Mai dieses Jahres gedauert hat mit den Abrissarbeiten, hat aber bekanntlich nicht nur bau- beziehungsweise sicherheitstechnische Gründe. Das Bad sollte ursprünglich sogar schon im Frühjahr 2017 fallen. Dass dies nicht geschah, lag auch an dem großen Mosaik in der früheren Milchbar des Stadtbades. Dieses Kunstwerk wurde vom bekannten Homburger Künstler Willi Spies dereinst geschaffen. Es sollte gerettet und an einen neuen Standort gebracht werden. Nach längerer Diskussion – unter anderem war der städtische Saalbau im Gespräch – entschied man sich für das neue Gebäude der Inneren Medizin am Uniklinikum als neues Zuhause.

Was wird aber aus dem freiwerdenden Grundstück? Die Stadtverwaltung kündigte im vergangenen Frühjahr an, dass hier, in unmittelbarer Innenstadtlage, zusätzlich neuer Parkraum geschaffen werden soll. Die Fläche soll eigens mit einem Schotterrasen versehen werden. Weitere Parkplätze für die Innenstadt stehen bekanntlich bei der Stadtspitze auf der Prioritätenliste.