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Abi-Feier am Saarpfalz-Gymnasium in Homburg

Abitur : Mit Fächer und Zeugnis bei der Abifeier

Nachdenkliche Töne und witzige Anekdoten gab es bei der Abschluss-Feier am Saarpfalz-Gymnasium in Homburg.

Heiß, heißer  … Abi-Feier des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums. Ohne Zweifel, der vergangene Mittwochabend wird seinen Platz in der Geschichte der Schule haben – immerhin war eben der Mittwoch der heißeste Juni-Tag, der in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert wurde. Dass die Feier dabei zwar schweißtreibend, aber nicht unerträglich wurde, dafür hatten die Schüler gesorgt, indem sie auf jeden Stuhl in der Aula zusätzlich zum Programm noch einen kleinen Fächer gelegt hatten. Es wurde gefächert, und wie.

Während die Gäste tapfer gegen Temperaturen jenseits der 30 Grad anwedelten, entspann sich nach dem offiziellen Einzug des Abi-Jahrgangs 2019 ein launiges Programm.

Die ersten Worte hatten Franca Thiel und Lara Rieke, die die Gäste begrüßten. „Wir hoffen, dass Sie diesen Abend trotz der enormen Hitze genauso genießen werden, wie wir das tun werden“, so Franca Thiel – eine Hoffnung, die nicht enttäuscht werden sollte. Den ersten offiziellen Redebeitrag lieferte der erste Kreisbeigeordnete Markus Schaller als Vertreter von Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo. „Das ist euer Abend“, so Schaller. „Nun habt ihr es geschafft, ihr habt den höchsten Schulabschluss erreicht, den es in Deutschland gibt.“ Das war dann schon mal einen Applaus wert. Mit der erfolgreichen Abiturprüfung beginne nun aber auch die Zeit, in der nicht mehr andere und vor allem nicht die Schule das Leben bestimmten. „Ihr habt nun die Voraussetzungen, euer Leben nach euren Vorsellungen und Wünschen zu gestalten.“

Durchaus politisch entwickelte sich dann die Rede von Schulleiter Jürgen Mathieu. Thematisch fixiert an den beiden Abitur-Lektüren „Frühlingserwachen“ mit einem Blick auf Schule in der Kaiserzeit und Ludwig Harigs autobiografischem Roman „Weh dem, der aus der Reihe tanzt“ über seine Zeit an einer NS-Schule in Idstein mahnte Mathieu: „Ich halte es für eine Schande, dass beide Perioden der deutschen Geschichte heute wieder verharmlost oder gar verklärt werden können“ – ohne dass man dafür ernsthafte Konsequenzen befürchten müsse, so Mathieu. Diesem Standpunkt pflichteten die Gäste in der Aula mit lautstarkem Applaus bei. Dann schlug der Schuleiter eine Brücke in die Gegenwart, mit Harigs Buchtitel „Weh dem, der aus der Reihe tanzt“ als Hinweis äußerte er die Hoffnung, „dass sie gelernt haben, zwischen berechtigtem Widerstand und grundlöser Nörgelei zu entscheiden“. Heute, so Mathieu auch mit Blick auf die „Fridays for Future“-Bewegung, sei es durch das Grundgesetz geschützt möglich, „aus der Reihe zu tanzen“, ohne dabei alles zu riskieren.

Bei der Lehrer-Rede von Moritz Winckel und der Schülerrede von Glen Luga und Leon Müller ging es dann eher um die Insider-Themen, die den Jahrgang 2019 in den vergangenen Jahren geprägt hatten. Griff Winckel dabei mit deutlichem Augenzwinkern auf Einträge ins Klassenbuch zurück, lieferten Luga und Müller witzige Anekdoten und Lehrer-Portraits. Dazwischen präsentierte die Schulband eine richtig amtliche Version von Adeles „Rolling in the Deep“ – da wurde wedelnd mitgewippt, ganz ohne Rücksicht auf die Sahara-Temperaturen.

Preisträger: Mara Müller (Scheffelpreis), Leon Müller (Preis der Mathematischen Gesellschaft), Amelie Hollax (SPG-Mathe-Preis), Franca Thiel (Mathe-Preis der Saar-Uni), Nico Mansion (Sonderpreis „Juniorstudium“), Tobias Dick (Informatik-Preis der Saar-Uni),  Leon Müller und Glen Luga (Preis der Physikalischen Gesellschaft), Luca Kuckert (Preis des Bundesverbandes der Chemie), Lena Weidler, Lara Rieke, Amelie Hollax (Politikpreis des Landrates), Lena Weidler (Coubertin-Preis).