A 6-Anschluss bleibt umstritten

Für das saarländische Wirtschaftsministerium ist klar: Der Ausbau des bestehenden A 6-Anschlusses und der geplante Anschluss Homburg-Ost zusammen lösen die Verkehrsprobleme in Homburg. Nach der Bürgerdiskussion in Homburg bleiben dennoch Fragen offen.

Zum nunmehr dritten Mal hat sich das saarländische Verkehrsministerium einer Bürgerdiskussion zu Verkehrsprojekten an der Autobahn A 6 gestellt. Nach Bexbach und Reiskirchen war am Freitag das Homburger Forum Ort des Geschehens, das Thema konkret: Der Ausbau des bestehenden Anschlusses Homburg-Bexbach. Astrid Klug , die zuständige Abteilungsleiterin im Verkehrsministerium, konnte an diesem Abend auch neue Zahlen präsentieren. Diese sollten auf Basis einer Verkehrszählung und Verkehrsbefragung aufzeigen, wie sich die Situation rund um einen mit drei Auf- und Abfahrten ausgebauten A 6-Anschluss verändern werden. Vor Beginn dieser Präsentation gab Klug noch einmal in aller Kürze Einblick in das "Was", "Wie" und "Warum" der umfangreichen Baumaßnahme.

Hier gab es nichts neues, allerdings machte Klug klar, dass man nun beim Ausbau des Anschlusses keine Zeit mehr verlieren dürfe. "Wir haben hier in Homburg derzeit diverse Verkehrsprobleme. Deswegen gibt es hier auch einige der wichtigsten Verkehrsprojekte , an denen wir arbeiten." Es gebe zahlreiche Stauproblematiken, "beim Ausbau des Autobahnanschlusses geht es da vor allem darum, heutige Stausituationen aufzulösen und zu entschärfen und Verkehrssicherheit zu erhöhen".

Die aktuell schon zu Spitzenzeiten schwierige Lage rund um den Autobahnschluss verschärfe sich in den kommenden Jahren noch, blickte Klug in die Zukunft. Grund dafür sei das neue Industriegebiet Zunderbaum an der B 423/Bexbacher Straße. "Sobald dieses Areal komplett besiedelt ist, wird der Verkehr erheblich zunehmen. Damit wird sich das Problem der Rückstaus noch weiter verstärken. Deswegen haben wir dort dringenden Handlungsbedarf und können mit einer Lösung auch nicht länger warten."

Klug verdeutlichte auch, dass der Ausbau des bestehenden Autobahnanschlusses nicht zu einer Reduzierung des Verkehrs führe, dies geschehe erst, wenn auch der geplante Autobahnanschluss Homburg-Ost realisiert werde. Erst beide Maßnahme gemeinsam seien in der Lage, alle Verkehrsprobleme in Homburg zu lösen. "Aus unserer Sicht ist ganz klar: Wir brauchen beide Projekte."

Doch was hat die Verkehrszählung und Befragung nun konkret ergeben? Für diese Informationen war Volker Wismuth zuständig. Er stellte die auf Basis der erhobenen Daten aus Sicht seines Verkehrs-Planungsbüros PTV zu erwartenden Veränderungen bei einem Ausbau von Homburg-Bexbach vor.

In vielen Zahlenkolonnen (die Daten sollen ab heute auf der Internetseite des saarländischen Wirtschaftsministerium unter www.saarland.de/ministerium_wirtschaft_arbeit_energie_verkehr.htm zur Verfügung stehen) verdeutlichte Wismuth mit Ist-Zahlen und Prognosen die Verschiebungen. In der Summe sei der geplante Ausbau des Anschlusses, erläuterte Wismuth, geeignet, die zu Spitzenzeiten entstehenden Rückstaus im Bereich der Anschlussstelle selbst, aber auch im weiteren Verlauf der B 423 in Richtung Homburg zu lösen.

Heftige Kritik aus Kleinottweiler

Mehrfache Ordnungsrufe mussten bei der Diskussion die Gemüter zügeln

Viele Zuhörer wollten der dritten Bürgerdiskussion zu Baumaßnahmen an der A 6 in Homburg am Freitag nicht folgen. Nichtsdestotrotz hatte der Abend sichtlich emotionale Momente - gerade aus Kleinottweiler kam erneut massive Kritik am geplanten Ausbau des Anschlusses Homburg-Bexbach. Für dieses Bauvorhaben soll nun mit einem so genannten Planfeststellungsverfahren Baurecht geschaffen werden, seitens des zuständigen Ministeriums sieht man einen Baubeginn im Jahr 2019. Geht es nach einigen Bürgern aus Kleinottweiler, dann wäre das noch zu früh. Immer noch ist man im Bexbacher Stadtteil gegen den Ausbau in der nun avisierten Form. Am deutlichsten machte diese Kritik Peter Geimer. Dass er dabei so in Rage geriet, dass er von Astrid Klug , der zuständigen Abteilungsleiterin im Saar-Verkehrsministerium, von Homburgs OB Rüdiger Schneidewind und von Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis mehrfach zur Ordnung gerufen werden musste - auch das gehörte zum Bild der Bürgerdiskussion. In der Sache kritisierte Geimer vor allem, dass man bei den Erhebungen und Planungen die L 219 von Altstadt nach Kleinottweiler als stark belastete Innerortsstrecke nicht berücksichtigt habe.