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90 Jahre: Jubiläum beim FSV Jägersburg

FSV Jägersburg : „Kontinuität hat uns nach oben gebracht“

Der Rückblick auf die ereignisreiche 90-jährige Vereinsgeschichte stand beim Festkommers des FSV Jägersburg im Mittelpunkt.

90 Jahre alt wird der FSV Jägersburg in diesem Jahr. Ein besonderer Anlass, um am vergangenen Samstag in die schmucke Alois-Omlor-Halle zu einem Festakt einzuladen.

Viele Gäste und Freunde des Traditionsvereins waren gekommen, darunter auch die ehemaligen Meistertrainer Hans Staufer, Heinz Histing und Marco Emich.

Der FSV Jägersburg kann auf runde und auch ereignisreiche 90 Jahre zurückblicken. Sportlich, aber auch kulturell lief es in den vergangenen Jahrzehnten rund. Stolz kann der Verein auf ein eigenes Clubheim und die Veranstaltungshalle schauen. Zur schmucken FSV-Anlage im Alois-Omlor-Sportpark gehören ein Rasen- und Kunstrasenplatz.

Die erste Mannschaft spielt in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar eine ordentliche Rolle. Die Entwicklung vom kleinen Dorfverein bis zur aktuellen Nummer fünf im Saarfußball ist mehr als bemerkenswert, wie die Besucher des Festkommerses am Samstagabend im Rückblick auf die 90-jährige Vereinsgeschichte durch den Vorsitzenden Martin Germann eindrucksvoll aufgezeigt bekamen.

Germann erinnerte an die Gründungszeit des FSV Jägersburg. Es war der 1. April 1928, als sich einige Fußballbegeisterte in Jägersburg im Gasthaus Mehl trafen, um den „FV Viktoria Jägersburg“ aus der Taufe zu heben. Wilhelm Schulz wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Gespielt wurde auf dem Sportplatz Schlossplan, ehe man noch vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs am „Eiskeller“, dem heutigen Gelände des Turnvereins, den Spielbetrieb aufnahm. In den Kriegswirren wurde kein Fußball gespielt. 1946 wurde im Gasthaus Baumbauer der Verein unter seinem heutigen Namen „FSV Viktoria Jägersburg“ wieder neu gegründet und dies, obwohl nach Kriegsende die Neugründung von Vereinen vorerst verboten war.

Bilder aus dem Archiv des FSV Jägersburg zeigten die ersten Mannschaften der Lila-Weißen, so auch das Team von 1946. „Beziehungen zur französischen Kommandantur halfen bei der Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg“, berichtete Martin Germann.

Nicht gerade bequem, aber durchaus seinen Zweck erfüllend, war das erste Transportfahrzeug, das dem FSV damals für die Auswärtsspiele zur Verfügung stand: ein Lkw mit Ladefläche, auf dem die Spieler Platz nahmen, war der erste „Mannschaftsbus“ beim Jubiläumsverein.

Ein Sportheim, geschweige Duschen und Umkleidekabinen, gab es damals noch nicht. Umziehen konnten sich die Spieler im Gasthaus Baumbauer. Die erste Meisterschaft wurde 1952 eingefahren. Inzwischen war auch der erste Hartplatz auf dem heutigen Gelände des FSV fertiggestellt und eingeweiht worden. In den 60er Jahren wurde das heutige Sportheim mit Halle dazugebaut und Ende der 60er Jahre offiziell in Betrieb genommen.

Die erste Damenmannschaft mit Trainer Ludwig Ecker wurde 1969 vorgestellt. Bis zur Einstellung der Mädchen- und Frauenfußballabteilung aus internen Gründen 2014, gab es viele Erfolge bei den Mädchen und Frauen zu notieren. Hildegard Emser und Arno Auffenfeld waren viele Jahre die Triebfedern dieser Abteilung. Sieben Mal wurden die FSV-Frauen Landespokalsieger. Von 2004 bis 2006 spielten sie sogar in der Zweiten Bundesliga. Nach dem Abstieg 2006 wurden sie ein Jahr später Meister in der Regionalliga Südwest und spielten daraufhin von 2007 bis 2008 wieder in der Zweiten Liga. Aushängeschild für die sportlichen Erfolge des FSV-Frauenteams war die 51-fache Deutsche Nationalspielerin Patricia Brocker, die als Spielerin (1977 bis 1992) und später als Trainerin beim FSV Jägersburg wirkte.

Noch bis Mitte der 80er Jahre spielte der FSV Jägersburg mit seiner Mannschaft in der B-Klasse. Unter Trainer Hans Staufer stieg der FSV in der Saison 1985/86 in die A-Klasse auf. Zehn Jahre später durfte mit Trainer Heinz Histing über den Aufstieg in die Bezirksliga gejubelt werden. Ex-FSV-Spieler Heinz Histing holte die zweite Meisterschaft mit dem FSV Jägersburg. Nur zwei Jahre nach dem Aufstieg in die Bezirksliga wurde der FSV 1997 Meister und Aufsteiger zur Landesliga.

Höchste Zeit, einmal über die rote Asche auf dem Platz nachzudenken. Der Wunsch nach einem Rasenplatz wurde 2001 Wirklichkeit. Auf sattem Grün ging die Erfolgswelle des FSV Jägersburg weiter. Unter der Trainerregie von Marco Emich stieg der FSv mit 76 Punkten als Meister der Landesliga Nord/Ost 2003 in die höchste Spielklasse des Saarlandes, die „Verbandsliga“ auf.

2012 wurde nach Umbau des zweiten Trainingsplatzes ein Kunstrasenplatz eingeweiht. Es folgte die Saison 2014/15. Der FSV Jägersburg wurde mit Marco Emich als verantwortlicher Coach überraschend Meister in der Saarlandliga (vorher Verbandsliga) und spielt seit dieser Saison nun in der fünfhöchsten Liga in Deutschland, der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.

„Unglaubliches war geschehen“, stellten Martin Germann und seine gleichberechtigten Vorsitzenden Harald Schwind, der seit 40 Jahren als Vorsitzender mit Kollegen den Verein leitet, und Werner Finken am Samstagabend fest.

„Kontinuität im Gesamtverein hat uns soweit nach oben gebracht“, hob Harald Schwind dann bei seiner Begrüßung hervor. Fußball, aber auch Kultur, werden beim FSV Jägersburg groß geschrieben. In der Alois-Omlor-Halle trifft man sich nicht nur bei gesellschaftlichen Ereignissen, sondern auch bei den jährlichen Aufführungen auf der Bühne der Show- und Theaterabteilung des FSV Jägersburg.

Anerkennende Worte für die Arbeit und das bisher Erreichte in 90 Jahren Vereinsgeschichte gab es von Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind. „Der FSV Jägersburg ist die richtige Anlaufstelle auch für Jugendliche für den Fußballsport.“

Die Glückwünsche im Auftrag des Saarländischen Fußballverbandes überbrachte Kreisvorsitzender Günter Brabänder und im Auftrag des Stadtsportverbandes Homburg Stephan Hess. Zahlreiche Vertreter benachbarter Sport-, Kultur- und Ortsvereine schlossen sich den Glückwünschen zum 90-jährigen Bestehen des FSV Jägersburg an.

Für die musikalische Umrahmung der Festveranstaltung sorgte der Bexbacher Schubert-Chor unter der Leitung von Chormusikdirektor Paul O. Krick mit einem Potpourri mit Klassikern von Udo Jürgens.