50 Jahre Judo : Judokas mit großer Wettkampf-Vergangenheit

Der Judoclub Kenshi Homburg-Erbach feiert an diesem Wochenende im Sportzentrum Erbach 50 Jahre Judosport.

50 Jahre Judosport in Erbach. Ein Jubiläum, das noch bis einschließlich diesen Sonntag mit mehreren Ereignissen im Sportzentrum Erbach am Initiative des Judoclub Kenshi Homburg-Erbach gewürdigt wird. Der Verein lädt zu einem Erlebniswochenende ein. So findet am Samstag und Sonntag ein Kata-Lehrgang mit Sensei Yoshikiko Iura, Trainer des 8. Dan Kodokan, statt. Zudem gibt es einen Judolehrgang mit Olympiasieger Ole Bischof und das erste internationale „Randori“, das bereits am Freitagabend über die Bühne ging. Am Sonntag findet das erste internationale Lindenbaum-Turnier für Judokas der Altersstufen U 12, U 15 und U 18 statt. Los geht es um 9 Uhr im Erbacher Sportzentrum.

Die Anfänge des Judosports in Erbach gehen auf das Jahr 1968 zurück. Günter Wagner und Erwin Schaller gründeten die Judo-Abteilung im damaligen TV Erbach. Die erste Trainingseinheit fand am 26. Juni 1968 mit 25 Aktiven statt. In den folgenden Jahren wuchsen die Mitgliederzahlen der Judoabteilung stetig an. 1973 wurde aus dem TV Erbach der TSV Erbach, dessen Judoabteilung ein Jahr später bereits 160 aktive Mitglieder zählte. Hermann Forster, der damalige Vorsitzende des Vereins, unterstützte die Judokas großartig, und ihm war es auch zu verdanken, dass der Erbacher Judosport sportlich immer weiter erfolgreich wurde. Peter Gerlich und Paulo D’Alberto standen in den folgenden Jahrzehnten als Aktive, Übungsleiter, Trainer und Funktionäre im Erbacher Judosport vorbildlich auf und neben der Matte.

In den 70er-Jahren sorgten die Erbacher Judokas für viele Titel und Medaillen. Omar Gherram wurde 1976 deutscher Vizemeister bei der Jugend. Ein Jahr später wurde er sogar deutscher Meister. 1981 wurde die erste Männermannschaft des TSV Vize-Meister in der Regionalliga. Über die Aufstiegsrunde schaffte der TSV sogar den Sprung in die erste Bundesliga.

Die Wirren um das Sportzentrum Erbach, dessen Kosten aus den Fugen gerieten und in den Konkurs führten, hatte zur Folge, dass der TSV Erbach im Jahr 1982 aufgelöst wurde. Der SSV Homburg-Erbach wurde neu ins Leben gerufen, damit verbunden auch die anderen Abteilungen des einstigen TSV.

Die Judoabteilung stand vor einem Neuaufbau. Die Mitgliederzahlen gingen stark zurück. Viel Arbeit stand der neuen Leitung mit Rüdiger Gerber als Abteilungsleiter bevor. 1986 hatte sich die Judoabteilung des SSV wieder so gut erholt, dass der alte Mitgliederstand im aktiven Bereich wieder erreicht war. Indessen rissen die Erfolge auf nationaler, wie internationaler Ebene nicht ab. A-Jugendkämpfer Jörg Bruch stand im Blickpunkt. Er wurde 1987 Südwestdeutscher Meister und Deutscher Meister der Junioren. Ein Jahr später wurde er sogar Vizeeuropameister bei den Junioren.

1992 wurde das Männerteam zum vierten Mal Meister in der Oberliga. Der Vorstand beschloss die Teilnahme an den Aufstiegskämpfen zur zweiten Judo-Bundesliga, die 1992 auch erreicht wurde. Nach einem glänzenden vierten Platz 1993 nahm der SSV an den Aufstiegskämpfen zur ersten Bundesliga teil, die dann knapp verpasst wurde.

Von 1990 bis 2000 standen die Erbacher Judokas vom Nachwuchs bis zu den Aktiven weiter ganz oben auf den Siegerpodesten in den verschiedenen Gewichtsklassen und Alterskategorien auf Saarlandebene. Auch außerhalb der Judohalle gab es vielfache Aktionen der Abteilung ihren Sport einer noch breiteren Bevölkerung bekannt zu machen. So stellte man sich unter anderem beim Kinderfest im Stadtpark vor. 2002 durfte Bartholomäus Konat, Sohn des heutigen Trainer Slawomir Konat, über die Deutsche Meisterschaft bei der U17 in Rüsselsheim jubeln.

Ende Dezember 2012 beschloss die Judoabteilung des SSV Erbach, sich vom Hauptverein zu trennen. Das Verhältnis der Judo-Verantwortlichen zum Hauptverein hatte sich mehr und mehr verschlechtert. Am 1. Januar 2013 wurde der neue Judoclub „Kenshi Homburg-Erbach“ ins Vereinsregister eingetragen. Die Erfolge rissen bis heute nicht ab. Besonders die Nachwuchsarbeit des Vereins genießt im Saarland Vorbildcharakter, wie der heutige Vorsitzende Michael Balzer betont. 180 Aktive zählt der Verein, darunter 140 Judokas im Alter bis 18 Jahren. „Mein Dank gilt allen Mitgliedern, Trainern, Betreuern und auch den Eltern, die ihre Kinder bei ihrem Sport unterstützen.“

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