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18 Wohneinheiten für Flüchtlinge

18 Wohneinheiten für Flüchtlinge

Eines der leer stehenden Häuser in der Erbacher Hasenäckerstraße ist in den vergangenen zweieinhalb Monaten durch die Stadt umfassend saniert worden. 18 Wohneinheiten sind dort entstanden. Die Sanierung kostete rund 785 000 Euro.

Noch vor der eigentlichen Aufgabe, die ankommenden Flüchtlinge ins Leben in Homburg zu integrieren, geht es für die Stadtverwaltung ganz grundsätzlich darum, den Menschen nach ihrem Transfer aus der Landesaufnahmestelle Lebach in der Stadt menschenwürdigen Wohnraum zu geben. Hier hat die Hasenäckerstraße in Erbach einen hohen Stellenwert als neuer städtischer Übergangswohnraum.

Um dort dringend benötigten Raum zu schaffen, hat die Stadt eines der großen und bislang leer stehende Häuser in den zurückliegenden zweieinhalb Monaten saniert und so insgesamt 18 Wohneinheiten geschaffen. Bei einem Ortstermin schilderte die zuständige erste Beigeordnete Christine Becker zusammen mit Roland Lupp, seitens der Bauverwaltung verantwortlich für die Maßnahme, Hintergründe, Ziele und Kosten der Baumaßnahme, die rund 130 Flüchtlingen Unterkunft bietet. "Die Hasenäckerstraße ist für Familien vorgesehen", so Becker dabei auf die Frage, wer dort nun einziehen soll. Man können sich aber vorstellen, auch Wohngemeinschaften von Männern einzurichten, "das diskutieren wir gerade".

Angesprochen auf die Kosten für die Sanierung nannte Roland Lupp die Summe von 785 000 Euro. Dabei seien aber 750 000 Euro als Bedarfszuweisung aus den Kassen des Landes geflossen. Mit diesem Geld, so Lupp, sei es gelungen, tauglichen Wohnraum zu schaffen. Zwar habe man aus Zeitgründen nicht unbedingt übliche Wege gewählt, "so wurden die elektrischen Leitungen auf Putz gelegt", die Hasenäckerstraße sei aber "für die Wohnzwecke vollkommen ausreichend. Das ist ein anständiges Wohnen". Im Detail bedeutet dies: Jede Wohnung hat neue Elektrik, ist komplett neu gestrichen, der Boden ist mit PVC belegt, ein einfaches Bad und eine einfache Küchenzeile wurden installiert. Die Türen wurden ersetzt, die Fenster repariert. Im Keller einer jeden Hausnummer gibt es zudem Gemeinschaftswaschmaschinen. Zusätzlich sind die Wohnungen mit einem einfachen Schrank, Betten, Tischen und Sitzgelegenheiten ausgestattet. Roland Lupp: "Das sind saubere, einfache Wohnungen . Und sie sind besser als Zeltunterbringung." Auch habe man eine gute Basis für eine Nutzung nach der Flüchtlingskrise geschaffen.

Am Rande des Ortstermins nannte Christine Becker auch aktuelle Zahlen zur Situation der Flüchtlinge in Homburg . So sei seien der Stadt im Jahr 2015 insgesamt 525 Flüchtlinge zugewiesen worden, alleine im Dezember 168.

Derzeit gehe man auf Basis des vergangenen Jahres von einer Zuweisung von 100 Flüchtlingen pro Monat aus. Für deren Unterbringung stünden derzeit 33 städtische Wohnungen zur Verfügung. "Zusätzlich sind 76 angemietet worden."

Als Puffer diene das Zelt auf dem früheren Freiband-Gelände, "dort sind aktuell 112 Personen untergebracht." Von dort aus gehe es nach dem Prinzip "wer zuerst im Zelt war, kommt auch zuerst wieder raus" dann in die Wohnungen . Für 33 Zeltbewohner habe man eine feste Unterkunft gefunden, "dabei handelt es sich aber immer um Wohngemeinschaften . Einzelwohnungen gibt es nicht." Und wie soll es in Sachen Unterbringung weitergehen?

Hier nannte Roland Lupp auch die Möglichkeit, mit finanzieller Unterstützung des Landes komplett neuen Wohnraum zu schaffen. "Das ist aber gegenwärtig nur eine Überlegung und noch nicht spruchreif. Klar ist aber, dass wir die Menschen irgendwie unterbringen müssen."

Zum Thema:

Auf einen Blick Werden Flüchtlinge anerkannt und fallen damit in die Betreuungszuständigkeit des Jobcenters, entfällt die Verpflichtung der Stadt oder Gemeinde, diese in Übergangswohnraum unterzubringen. Dann besteht für die Flüchtlinge die Aufforderung, sich eigenverantwortlich um einen Wohnsitz zu kümmern. Damit herrscht grundsätzlich eine Rotation im Bereich von Übergangswohnraum wie in der Hasenäckerstraße. thw