Geschichte per Vortrag und Wanderung

Geschichte per Vortrag und Wanderung

Höchen. Der Pfälzerwaldverein Höchen lädt zu einem heimatkundlichen Vortrag für Freitag, 19. November, und zu einer kulturgeschichtlichen Wanderung für Sonntag, 21. November, ein

Höchen. Der Pfälzerwaldverein Höchen lädt zu einem heimatkundlichen Vortrag für Freitag, 19. November, und zu einer kulturgeschichtlichen Wanderung für Sonntag, 21. November, ein. Gustl Altherr skizziert in dem Lichtbildervortrag ab 20 Uhr in der alten Schule in Höchen die Schlacht auf dem Hasenbühl bei Göllheim vom Juli 1298 und führt sonntags darauf die Pfälzerwäldler bei einer etwa 14 Kilometer langen Wanderung auf dem Adolf-von-Nassau-Weg zu den geschichtsträchtigen Stätten bei Göllheim, die in dem Vortrag genannt werden. Abfahrt in Pkw-Fahrgemeinschaften ist am 21. November um neun Uhr an der Dreispitze in Höchen. Einkehrmöglichkeit gibt es unter anderem im Pfälzerwaldhaus Kriegsberghütte. In Rosenthal ist eine Führung durch die Klosterruine und das kleine Museum gebucht, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. In der Schlacht von Göllheim am 2. Juli 1298 wurde deutsche Geschichte geschrieben: Nahe der Stelle, an der heute das Königskreuz-Denkmal steht, fiel König Adolf von Nassau im Kampf gegen seinen Widersacher Albrecht von Habsburg. Der Überlieferung nach hat Adolfs Frau Imagina zum Gedenken an ihren Mann ein Steinkreuz aufstellen lassen, das Graf Ludwig von Nassau-Weilburg zu Ehren seines Vorfahren Anfang des 17. Jahrhunderts sanieren ließ. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Bayernkönig Ludwig I. darüber eine Kapelle errichten. Reichsadler und Nassauer Löwe erinnern bis heute an Herkunft und Stand König Adolfs, zu dessen Nachfahren die heutige Königin der Niederlande und der Großherzog von Luxemburg gehören. Adolf von Nassau, geboren 1250, war Oberhaupt einer kleinen Grafschaft zwischen Wiesbaden und der Lahn. 1292 wurde er in Aachen zum deutschen König gekrönt. Schon sechs Jahre später riefen jedoch unzufriedene Kurfürsten Albrecht von Habsburg zum neuen König aus. Die eigentliche Entscheidung um die Krone fiel auf dem Schlachtfeld bei Göllheim. Eng verbunden mit den Ereignissen der historischen Schlacht ist das nahe gelegene Zisterzienser-Kloster Rosenthal, das um 1240 von Graf Eberhard II. von Eberstein und seiner Frau Adelheid von Sayn gegründet wurde. Hier soll Königin Imagina während der Schlacht für den Sieg ihres Mannes gebetet haben - vergeblich. Der Leichnam König Adolfs wurde vorübergehend in der Rosenthaler Klosterkirche beigesetzt, bis er elf Jahre später in die Krypta des Speyerer Domes überführt werden konnte. red

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