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Zehn Jahre Elsbeer-Alleen in der Gemeinde Gersheim

Elsbeeralleen in Gersheim : Zehn Jahre Elsbeer-Alleen in Gersheim

Mit den Anlagen wird auch ein Stück Kulturgeschichte im Bliesgau gepflegt. Am Samstag, 13. November, findet ein kleines Fest statt.

Vor zehn Jahren im „Internationalen Jahr der Wälder“ hob die Wahl-Seyweilerin Katarzyna Holowacz die „Elsbeer-Allee“ in Gersheim aus der Taufe. Der Elsbeerbaum war 2011 Baum des Jahres. So wurde dann im Ökologischen Schullandheim in Gersheim das Elsbeer-Projekt unter der Schirmherrschaft von Hans Bollinger, dem damaligen Direktor vom Spohns Haus, geboren und schließlich mit der Unterstützung der Gemeinde Gersheim, dem Biosphärenzweckverband Bliesgau, dem Saarforst, der Naturwacht Saar, der Gemeinde Mandelbachtal und der Stadt Blieskastel von Holowacz umgesetzt. Gepflanzt wurden nahezu 700 junge Elsbeer-Baumsetzlinge, so 500 im Reinheimer Wald, aber auch an Schulen und Kindergärten, auf privaten Grundstücken. 50 junge Bäume pflanzte man entlang des Feldweges auf der Hardt oberhalb von Gersheim nahe der Pfarrer-Lindemann-Hütte. Für diese jungen Bäume, von denen jeder eine eigene Geschichte besitze, fanden sich Paten. Die Elsbeerbäume wurden beispielsweise für neugeborene Kinder, als Erinnerung an eine Hochzeitsnacht an der Hütte mit 100 Lichtern, aber auch als Erinnerung an Freundschaften und an Verstorbene, die hier gerne entlang gegangen waren, gepflanzt. Für manche Menschen waren sie Geburtstagsgeschenke.

Somit handelt es sich bei dem Vorhaben um ein Nachhaltigkeitsprojekt im Sinne des Biosphären-Reservats, das gepflegt und gelebt wird. Zu den Baumpaten gehörten auch Kinder und Jugendliche aus Erfweiler-Ehlingens Theatergruppe „Märchen T.E.E.“, die nach der Pflanzaktion angeleitet von der Theaterpädagogin Claudia Knauf selbstständig das Theaterstück „Der Baum des Lebens“ für den Elsbeerbaum schrieben. Nachdem der Bericht in der Zeitung gestanden hatte, wurde das Ensemble vom Elsbeerverein in Michelbach/Österreich eingeladen, wo das Theaterstück mehrfach wie auch bei der Gersheimer Theaterwoche aufgeführt wurde. „Seither sind wir in regelmäßigem Kontakt mit unseren österreichischen Freunden. Über eine Elsbeer-Städtepartnerschaft wird aktuell gesprochen“, so Holowacz. Nach der ersten Pflanzaktion finden alljährlich Pflegearbeiten statt, so auch in diesem Jahr. Unter der Obhut der engagierten „Elsbeer-Botschafterin“ Katarzyna Holowacz wurde zusammen mit anderen engagierten Menschen, darunter der ehemaligen Ortsvorsteherin Waltraud Oberinger, rund um die Bäume gemäht, die Bäume gegossen, und auch weiter Kultur gemacht, wo es notwendig war. Einige der Baum-Paten schauen regelmäßig nach ihren Schützlingen. Es folgt ein neuer Impuls. Am Samstag, 13. November, so Holowacz, findet ab 10 Uhr ein kleines „Elsbeer-Fest“ statt. Gemeinsam mit Förster Tobias Schlicker werden weitere Bäume gepflanzt und auch fehlende Pfosten ergänzt. Dazu können sich auch weitere Elsbeer-Paten zur Unterstützung melden.

Auch wird eine Bastelaktion für Kinder mit erfahrenen Pädagogen, sowie eine Lesung aus dem vor acht Jahren vom mittlerweile verstorbenen Gersheimer Klaus Gries geschriebenen Büchlein „Die schöne Else“ angeboten. Dieses Büchlein wurde inzwischen auf Polnisch, Ukrainisch, Englisch und Französisch übersetzt. Ein Hörbuch dazu ist ebenfalls in Planung. Um es zu realisieren, werden noch Sponsoren gesucht. Am Ende der Gemeinschaftsaktion werden an der Pfarrer-Lindemann-Hütte Elsbeer-Punsch, -Schnitten sowie Elsbeer-Brot und -Chutney kredenzt. Weitere Aktionen sollen folgen und werden auch von der Gemeinde Gersheim und ihrem Bürgermeister Michael Clivot unterstützt. So sollen beispielsweise beim Jubiläum der Kindertagesstätte Peppenkum, die 50 Jahre alt wird, auch neue Elsbeerbäume gesetzt werden.

Infos zum Projekt und der Gemeinschaftsaktion am 13. November, bei Katarzyna Holowacz, elsbeerprojekt@gmail.com, Tel. (0152) 13 57 72 88, oder (0 68 44) 22 90 19.