Wo der Teddy zum Patienten wird

Erste Hilfe-Schulung der Rubenheimer Kita-Kinder mit den Maltesern.

Pflaster kleben, Verbände anlegen gehörten zu den Übungen, die die "Schulkinder" der Kindertagesstätte St. Mauritius Rubenheim gemeinsam lernten. Spielerisch arbeiteten sie mit Gerhard Maurer, dem Leiter der Service- und Koordinationsstelle des Malteser Hilfsdienstes in Homburg, der auch Bilderbücher mitgebracht und daraus Interessantes vorlas und Abbildungen zeigt. Er brachte den zwölf Fünfjährigen im Bewegungsraum auch bei, dass ein Verletzter nie liegen, sondern immer sitzen müsse, dass Trösten als soziale Kompetenz sehr wichtig sei.

Der Notruf 112 wurde mit dem Gesicht, 1 Mund, 1 Nase, 2 Augen bildhaft erlernt. "Erste Hilfe mit dem Kind" gehört zum Angebot der Malteser, die sowohl Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene nutzen können. Guter Nachfrage erfreut sich das Angebot "Erste Hilfe am Kind", so Maurer. Er machte auch auf ein besonderes Angebot aufmerksam: die Teddyklinik. Sie wird vom 27. bis 29. April im Homburger Saalbau von der Fachschaft der Medizinstudenten an der Universitätsklinik in Homburg, bei der auch die Malteser mithelfen. An den drei Tagen können Kinder im Kindergartenalter mit ihren Stofftieren, für das sie sich davor eine Krankheit überlegt haben, kommen.

Das Stofftier wird dabei von Medizinstudenten ("Teddy-Ärzten") behandelt. Die Kinder erleben dadurch eine Arzt-Patienten-Situation, ohne selbst als Patient betroffen zu sein und verlieren so im optimalen Fall die Angst vor Ärzten. Aber auch die Studenten profitieren davon, denn sie lernen den Umgang mit Kindern als Patienten, sowie ihr ärztliches Handeln in einfachen Worten zu erklären.

Die Kita-Leiterin Esther Fuchs-Becker erläuterte, dass die Erste Hilfe zum ständigen Angebot der Einrichtung gehöre. Sie kündigte an, dass im Oktober ein Erste Hilfe-Kurs auch wieder mit den Maltesern angeboten werden soll.

www.teddyklinikhomburg.de

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Zur Teddyklinik kommen Kinder im Kindergartenalter mit ihren Stofftieren, für das sie sich davor eine Krankheit überlegt haben. Das Stofftier wird dabei von Medizinstudenten ("Teddy-Ärzten") behandelt. Die Kinder erleben dadurch eine Arzt-Patienten-Situation, ohne selbst als Patient betroffen zu sein und verlieren so im optimalen Fall die Angst vor Ärzten. Aber auch die Studenten profitieren davon, denn sie lernen den Umgang mit Kindern als Patienten, sowie ihr ärztliches Handeln in einfachen Worten zu erklären. Erfunden haben das die Norweger. 1999 wurde in Trondheim die erste Teddyklinik eröffnet. Nachdem diese Premiere ein voller Erfolg war, wurde dank der internationalen Verknüpfungen verschiedener Studentenverbindungen die Idee schnell in Europa und der Welt verbreitet. Dies führte dazu, dass die Uni Heidelberg bereits ein Jahr später die erste Teddyklinik Deutschlands ausrichtete. Heute existiert in fast jeder medizinischen Fakultät Deutschlands eine Teddyklinik, sowie in vielen weiteren Ländern.