Von Reinheim nach Rom

Reinheim. Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim präsentiert bis 31. Oktober die Sonderausstellung "Reisen im Imperium Romanum von Bliesbruck-Reinheim nach Rom". Die antike Gesellschaft war bereits eine mobile. Vielfältige Funde zeugen davon, dass trotz weiter Entfernungen und aller Widrigkeiten im Römischen Reich ein weitreichendes Netz aus Handelsverbindungen bestand

Reinheim. Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim präsentiert bis 31. Oktober die Sonderausstellung "Reisen im Imperium Romanum von Bliesbruck-Reinheim nach Rom". Die antike Gesellschaft war bereits eine mobile. Vielfältige Funde zeugen davon, dass trotz weiter Entfernungen und aller Widrigkeiten im Römischen Reich ein weitreichendes Netz aus Handelsverbindungen bestand. Auch das Verreisen wohlhabender Personen ist nicht ein rein neuzeitliches Phänomen. Doch wie sah der Import von Verbrauchsgütern in den Provinzen aus und wie muss man sich die Orte auf einer Reise von Nordgallien nach Rom vorstellen? Auf diese Fragen gibt die Ausstellung in Bliesbruck-Reinheim Antwort. In dem 2007 eröffneten Ausstellungszentrum im grenzübergreifenden Europäischen Kulturpark wird der Besucher aus zweierlei Perspektiven an das Thema "Reisen im Imperium Romanum" herangeführt: Der erste Teil der Ausstellung konzentriert sich auf den Vicus Bliesbruck, eine kleinstädtische Siedlung im Norden Galliens, die wie viele andere vom Import zahlreicher Verbrauchsgüter aus fernen, teils exotischen Regionen profitierte. Ihre Überreste mit Thermen sind im Außengelände zu sehen. Aquarellzeichnungen von Jean-Claude Golvin vermitteln eine lebhafte und wirklichkeitsnahe Vorstellung davon, woher die Produkte stammen. Einige charakteristische Güter - sowohl an ihrem Herstellungsort, als auch in Bliesbruck entdeckt - sind als Exponate zu sehen. Gallische Aristokratie Der zweite Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit dem Besitzer der Großvilla von Reinheim. Diese herrschaftliche Anlage - deren Mauern ebenfalls im Parkgelände zu sehen sind - existierte nur wenige hundert Meter von Bliesbruck entfernt. Die Besitzer gehörten zur privilegierten Gruppe der gallischen Aristokratie und konnten sich aufgrund ihres Standes das leisten, was man heute als Tourismus bezeichnen würde. So mag der Besitzer auf seinen Reisen manch bemerkenswerte Villa, Monumente und berühmte Heiligtümer gesehen haben und gleichzeitig diversen "Geschäften" nachgegangen sein. Dieser Teil der Ausstellung führt den Besucher auf eine imaginäre Reise zusammen mit dem Villenbesitzer von Reinheim, was wiederum durch zeichnerische Rekonstruktionen von Jean-Claude Golvin illustriert wird. Ausgrabungsfunde aus verschiedenen Orten ergänzen die Präsentation und geben Einblick in gesellschaftliche Zusammenhänge. Der Besucher wird also zu einer fiktiven Reise quer durch Gallien bis nach Rom entführt, zu einer Wanderung, die man gewissermaßen auch als Vision von der römischen Welt bezeichnen kann - eine Welt, die sich von der heutigen doch so sehr unterscheidet, in der aber die Wurzeln des heutigen Europas zu entdecken sind. redÖffnungszeiten: täglich von zehn bis 18 Uhr. Eintrittspreise: fünf (ermäßigt 3,50) Euro; Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre zahlen keinen Eintritt.