Von der Ernte bis zum Apfelsaft

„Lebendige Streuobstwiese“ war das Projekt überschrieben, mit dem sich die Schüler des St. Ingberter Leibniz-Gymnasiums befassten. Vor Ort erfuhren sie vieles über die Biosphäre, vom Obstanbau über Ernte und Produktion bis zur Vermarktung.

25 Schüler des St. Ingberter Leibniz-Gymnasiums füllten eine Woche mit zahlreichen Erlebnissen, holten sich Anregungen, konnten sich mit Direktvermarktern und Biosphärenakteuren über Erfahrungen und Ziele austauschen. "Lebendige Streuobstwiese" war die klassenübergreifende Projektwoche für die 14- bis 17-Jährigen überschrieben. Einige hatten ihre eigenen Arbeits-Erfahrungen in der Schülerfirma "InnoGreen", die sich selbst auf nachhaltige Produkte spezialisiert hat, mit nach Gersheim gebracht. Nachdem sie bereits selbst einen Apfel- oder Traubenfruchtaufstrich erfolgreich vermarktet hatten, fanden sie in der Modellprojektwoche, die aus Mitteln des saarländischen Umwelt- und Verbraucherschutzministeriums finanziert worden war und im ökologischen Schullandheim Spohns Haus stattfand, kompetente Ansprechpartner.

Dazu zählten auch Biosphärenförster Matthias Beidek und Wolfgang Hegmann, Vorsitzender von Bliesgau Obst. Beide öffneten den Schülern Horizonte der praktischen Arbeit, ermöglichten Einblicke in die Hintergründe der Biosphäre Bliesgau . Entdeckungstouren, der Schnellkurs zur Verarbeitung der Streuobstwiesenprodukte mit Küchenleiterin Bianca Müller und Köchin Uta Gläser, sowie Betriebsbesuche trugen dazu in besonderer Weise bei. Der ehemalige Leibniz-Abiturient Frank Grandjean, jetzt stellvertretender Leiter von Spohns Haus, Lehrer Andreas Bonaventura und die Umweltpädagogin des Schullandheims, Sylvia Schütz, hatten das abwechslungsreiche Fünf-Tage-Programm vorbereitet und konzipiert.

Einblicke in die Praxis



Die didaktische Leiterin des Leibniz-Gymnasiums, Hildegard Ames-Reiber, sah darin ein weiteres Mosaiksteinchen in der Fortführung der Unesco-Projektarbeit des St. Ingberter Gymnasiums. Der 16-jährige Aaron Müller holte sich inspirierende Einblicke zur praktischen Arbeit von Direktvermarktern. Für Kira Weiskircher (17 Jahre) war es wichtig zu sehen, wie die "Rohstoffe" der Region verarbeitet und vertrieben werden. Michelle Herrmann (15), die wie die beiden anderen zum fünfköpfigen Vorstand der "InnoGreen" gehört, fand es sehr interessant, den Ablauf von der Apfel-Ernte bis zur Abfüllung des gewonnen Apfelsaftes, inklusive den Vertriebsstrukturen verfolgen zu können. Nun wollen sie an der Schule ein eigenes Streuobstwiesenprojekt ins Leben rufen, ein Grundstück solle angepachtet werden.

Holger Zeck vom Umwelt- und Verbraucherschutzministerium, zuständig für Landschaftsplanung, Umweltbildung und damit auch für das Biosphärenreservat Bliesgau , war beeindruckt von den Ergebnissen der Woche, die bei einer Schlusspräsentation vorgestellt wurden.

Lob für Schülerfirma



Er unterstrich, dass das Thema Streuobstwiese interessante Bausteine für die Naturschutz-Komponente beinhaltet hatte. Stefanie Lagaly, für Bildung und nachhaltige Entwicklung zuständige Mitarbeiterin des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau , würdigte vor allem die Arbeit der Schüler innerhalb ihrer Firma, die sich dabei mit viel Spaß auch außerhalb der Projektwoche mit der Thematik auseinander setzten und damit für die Weiterentwicklung der Region arbeiteten.