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Viel Stimmung bei der großen Faschings-Show in Reinheim

Fastnacht : Reinheimer Narren feierten im „Wunderland“

Viel Stimmung bei der großen Faschings-Show des Carneval-Clubs in der voll besetzten und toll geschmückten Grenzlandhalle.

Neue Moderatorin, einige Akteure-Premieren, viel Abwechslung und hochklassige Beiträge: Die Reinheimer Faschings-Show wurde zu einem Erlebnis für alle. „Wunderland“ war das Motto, das sich die Verantwortlichen, allen voran der Vorsitzenden des Carneval Club Reinheim (CCR), Andreas Langholz, ausgedacht und das sie mit einem sehenswerten Bühnenbild auch optisch umgesetzt hatten. Daniela Ruth, die im letzten Jahr noch gemeinsam mit dem CCR-Chef, Premiere feierte, gelang es diesmal vortrefflich, als Solodarstellerin durchs Programm zu führen. Und sie stimmte mit „Jubel, Trubel, Heiterkeit, in Reinheim fängt die Fasenacht an“ in der voll besetzten, toll geschmückten Grenzland-Narrhalla ein auf das, was in den darauf folgenden fünf Stunden folgen sollte.

Nach der Proklamation des Prinzenpaares Jenni I. (Schmitz) und Johannes I. (Couturier), mit 20 und 17 Jahren das jüngste in der 45-jährigen CCR-Geschichte, und dem fetzigen Tanz des zehnjährigen Mini-Funkenmariechens Jule Gebhart, die erst zum zweiten Mal auf der Bühne stand, konnte der einzige „auswärtige“ Akteur des Abends, der Büttenredner Steffen Welsch von der Blieskasteler Karnevals-Gesellschaft (BKG) das Eis brechen.

In einem weiteren Wortbeitrag erzählten Hubertine (Marliese Dehlinger) und Heinrich (Ursula Breit) als altes Ehepaar aus ihrem Leben und von ihren Wünschen. Marion Kreis erntete bei ihrem Bütten-Debüt als Putzfrau und Agentin Szenenapplaus. Sie stellte unter anderem fest, dass Frauen länger leben als Männer, die das ständig erwähnen und sollte es nochmal soweit kommen, sie einen Mann nur noch ambulant, nie mehr stationär bei sich aufnehmen würde. Helmut Alf, ein versierter Büttenredner, der viele Jahre auch als „Eisbrecher“ und „Armer Deiwel“ bei der Fernseh-Sitzung der Saarbrücker Gesellschaft M’r sin nit so aufrat, in Reinheim wohnt, ließ bei seinem verbalen Streifzug durch Datenschutz, Dieselskandal, wobei der Hersteller der Bobby Cars der Einzige sei, der im Abgasskandal nicht beschissen habe, auch einen Seitenhieb auf den US-Präsidenten Donald Trump als „Stradivari unter den Arschgeigen“ nicht aus.

Breiten Raum nahmen die tänzerischen Darbietungen ein, wurde in schmissigen Choreografien demonstriert, dass sich die vielen Trainingsstunden gelohnt haben. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt des Funkenmariechen „Ginny“ alias Louisa Florsch. In einem eigens von ihrer Großmutter Rosel hergestellten Kostüm brachte die 16-Jährige, seit zwölf Jahren auf der Bühne dabei, dem närrischen Auditorium in einem Medley den „Kölsch Fastelovend“ nahe, setzte bekannte rheinische Stimmungshits tänzerisch in Szene. Auch das Aktivenfunkenmariechen, die 23-jährige Johanna Nagel, erntete mit ihrem Tanz viel Beifall. Abgerundet wurde die „Tanzabteilung“ von den Auftritten der Aktivengarde, der Minigarde mit ihrem Puppen-Showtanz, den „Morschen Knochen“, dem Jungherrenballett und dem Showtanz „Alice im Wunderland“. Parodie, Playback und Slapstick rundeten die Angebotspalette des CCR-Ensembles ab.

Das Quintett „Niggels Egg Thaler“, aus einer Bierlaune vor Jahren gegründet und mit dem Bambi für den besten Sänger mit tierischem Hintergrund in der Sonderkategorie Goldener Habicht ausgezeichnet, widmete sich unter anderem Andreas Gabalier- und Wolfgang Petry-Hits. Die „Security Boys“, bekannt auch als „Fantastische Sechs“, Manfred Rauch, ein Urgestein der Reinheimer Fastnacht, und die „Flying Bulls“ komplettierten. „Die fliegenden Ochsen“ ließen in ihrem Auftritt den legendären Freddy Mercury mit der Gruppe Queen wieder auferstehen.