Umwelt ganzheitlich erleben

Gersheim. Das Ökologische Schullandheim Spohns Haus in Gersheim ist erneut als offizielles Projekt der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet worden (wir berichteten). Im Jahr 2002 hatten die Vereinten Nationen (UN) für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) ausgerufen

Gersheim. Das Ökologische Schullandheim Spohns Haus in Gersheim ist erneut als offizielles Projekt der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet worden (wir berichteten). Im Jahr 2002 hatten die Vereinten Nationen (UN) für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) ausgerufen. Mit der dritten Auszeichnung in Folge spiele Spohns Haus in Sachen Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland in der Spitzengruppe mit, teilt Saar-Umweltminister Stefan Mörsdorf mit. Wie Schullandheim-Leiter Hans Bollinger (Foto: SZ) gestern im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte, seien die besonderen Kennzeichen des Schullandheims, das seit rund vier Jahren besteht, dass man in der Biosphärenregion Bliesgau ökologisch orientiert und europäisch ausgerichtet sei. Insbesondere Kontakte nach Polen und Frankreich habe man unter anderem durch zahlreiche Schulpartnerschaften geknüpft. "Wir haben auch ausgebildete Umweltpädagogen, die Programme durchführen, die gebucht werden können, wenn Schulklassen zu Gast sind", so Bollinger. Es stünden Erfahrungen ganz eigener Natur auf dem Programm: Lernstoff, der sich weder aus Büchern ziehen, noch im Klassenraum vermitteln ließen, sondern der darin bestehe, Mensch, Umwelt und Kultur ganzheitlich zu erleben. Wie es auf der Internetseite des Schullandheims weiter heißt, folge Naturkundliches dem Wechsel der Jahreszeiten. Ökologie zeige sich von ihrer sinnlichen Seite: zum Greifen und Begreifen nah beim Kühe melken, Schafe hüten, Honig schleudern, Brot backen oder Saft pressen und beim gesunden Essen. Die dritte Auszeichnung in Folge ist nach den Worten Bollingers jedoch kein Grund für Spohns Haus, die Entwicklung und Bemühungen in Sachen BNE einzustellen. Perspektivisch sei das Schullandheim schon dabei, sich durch neue Aktivitäten, zum Beispiel im Elementarbereich, die Voraussetzungen zu schaffen, zum Ende des Jahres 2010 erneut einen Antrag auf Auszeichnung als Dekadeprojekt zu stellen, so Hans Bollinger. Das nächste Projekt steht schon an: In Spohns Haus treffen sich in der Woche vom 22. bis 29. März Schüler des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums aus Homburg und des Liceums Ogolnoksztalcace aus Dubiecku in Polen im Rahmen des EU-Programms "Europa für Bürger und Bürgerinnen". Der Auftakt zur Jugendbegegnungswoche ist die Eröffnung der Ausstellung "Wege zur Freundschaft - Drogi ku przyjazni" mit Hans Bollinger, Landrat Clemens Lindemann und Vizekonsul Jakub Wawrzyniak vom Generalkonsulat der Republik Polen in Köln. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, zeige die Ausstellung Beispiele deutsch-polnischer Zusammenarbeit. Es gehe um Programme von Städtepartnerschaften, Schüleraustausch, Jugendbegegnungen und besonderen Projekten auf 56 Tafeln. Eröffnung der Ausstellung ist am Montag, 23. März, 19 Uhr, in Spohns Haus.Kontakt: Spohns Haus, Dekan-Schindler-Straße 13-14, 66453 Gersheim, Telefon (06843) 58 99 90.

HintergrundZiel der UN-Dekade (Zehn-Jahres-Abschnitt) "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist die Verankerung des Gedankens einer ökonomisch, ökologisch und sozial zukunftsfähigen Entwicklung der Weltgesellschaft in allen Bereichen des Bildungssystems. Nachhaltigkeit lernen soll für jeden Einzelnen im Bildungswesen zu einer Selbstverständlichkeit werden. Die ausgezeichneten Projekte leisten hierzu einen entscheidenden Beitrag und werden mit dem Titel "Offizielles Projekt der Weltdekade" geehrt. ert