Amateurtehater : Eine Woche voller amüsanter Momente

Die Gersheimer Theaterwoche ist vor ausverkauftem Haus mit einer rasanten Komödie in ihre nunmehr 33. Auflage gestartet.

Erfolgreich startete die 33. Gersheimer Theaterwoche. Ausverkauft war die Premiere im Kulturhaus. Bevor sich der erste Vorhang für das Stück „Für seine Familie kann man nichts“ der Pinninger Theatergruppe Groß und Klein hob, übergab die Bildungs-Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot einen Zuschussbescheid von 1100 Euro an die Gemeinde Gersheim.

Die Handlung: Friedhelm Beierle (gespielt von Klaus Schmitt) hat ein ordentliches Zuhause. Selbst bei der Steuererklärung, bei der ihm Standesbeamtin Traudel Sieber (Martina Huppert) hilft, ist alles korrekt. Auch hat er mit Doris Stüber (Evi Frenzel) seine Traumfrau gefunden. Seine drei Geschwister treiben ihn an den Rand des Wahnsinns: Hubbi (Michael Neuhäuser) ist mäßig begnadeter Erfinder mit einem Sprachfehler, der sich oft fatal auswirkt, Willi (Tim Lambert) ein talentierter Computerspezialist, der sich auch mal in die Computer des saarländischen Verteidigungsministeriums einhackt und unter ständiger Beobachtung eines Verfassungsschutz-Beamten (Miro Walle) steht. Schwester Hermine (Nicole Allgayer) schwebt in übersinnlichen Sphären.

Bei einer Séance versucht sie, das Liebesleben ihrer Freundin Gundula (Sabine Fischer) und der neugierigen Hausbesitzerin Gertrud Wollensiek (Luisa Schmitt) vorauszusagen. Agathe Schmitt, in der Rolle einer Putzfrau, ist immer darauf bedacht, dass sie ihre Zeit auch bezahlt wird. Die Geschichte eskaliert als Willis Fahrzeug im Nebenjob eines Leichenwagenfahrers durch eine Panne lahmgelegt wird. So wird die Leiche Albert (Volker Sandmeier) in der Wohnung der Familie zwischengelagert.

Seit 18 Jahren sind die Althornbacher Storcheschnäbbel Stammgäste der Theaterwoche und gastierten mit dem Lustspiel von Erich Koch „Kommt ein Amboss geflogen“. Den Biobauern weiß Bernd Kipp eindrucksvoll ins Bild zu rücken. Das gilt gleichwohl für Petra Mohring als „Schwiegermutter Rose“, die mit überzeugendem Spielwitz das Geschehen beherrscht. Corinna Licht im schwarzweißen Kleid, handbreit über den Knien endend mit passenden Einschnitt, wird zum Blickfang, und die Räkelszenen auf dem Küchentisch verstärken den Eindruck einer leibhaftigen Sexbombe. André Schneider, unehelicher Sohn des Biobauern, weiß sowohl als Knecht als auch als frauenverstehender Medizinstudent zu überzeugen. Als Hoftochter Nina gefiel Manuela Kipp. Köstlich die Kussszenen mit Neuknecht Dirk und wenn sie den Knecht Felix (Nicky Feix) um den Finger wickelt. Zuletzt ist da noch Schulfreund und Seher Albert, gespielt von Christopher Hüther. Sein komödiantisches Lachen wird noch vielen Besuchern lange in den Ohren nachklingen.

Petra Mohring kündigte an, dass die Truppe gemeinsam mit Kindern ein Märchen einstudieren und im Frühjahr in der Hornbacher Pirminiushalle aufführen werde. Dabei handele es sich um eine moderne Inszenierung namens „Chaos im Märchenwald“ bei der der langjährige „Storcheschnäbbel-Akteur“ Edwin „Eddi“ Adam der Märchenerzähler sein wird. Frenetischen Applaus erntete das Ensemble des Herbitzheimer Chors Kolores, das seine Premiere des Musicals Tuishi pamoja – eine Freundschaft in der Savanne“ feiern konnte. Gestreifte Zebras wollen eigentlich nichts mit gepunkteten Giraffen zu tun haben. Aber da gibt es Zeo den Zebrajungen (Nikos Ortega) und Raffi das Giraffenmädchen (Anna Wiesen-Philips), die eigentlich gerne befreundet sein würden, und die drei Erdmännchen (Ronja Fries, Fenja Schorr, Maximilian Scheffler), die zwischen den beiden vermitteln. Rundherum drollen sich noch gefährlich Löwen und beschützende Traumgeister. Die musikalische Leitung hatte die Dirigentin des Chors, Ines König, die auch die Idee zum Musical-Projekt hatte. 18 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren spielten die Geschichte über Vorurteile, Freundschaft und Toleranz mit afrikanischer Musik.

Es folgen noch zwei weitere Darbietungen am Samstag, 2., und Sonntag, 3. Februar, jeweils um 15 Uhr im Pfarrheim in Rubenheim.