Tastenzauberer trifft Shakespeare

Christian Brembeck, ein renommierter Tastenmusiker aus München, hat ein vielfältiges Programm zum Thema „Golden Age“ zusammengestellt. Morgen gibt er ein Muselar-Konzert in der Kirche St. Martin in Medelsheim. Das Muselar ist eine besondere Form des Clavicords.

Unter dem Titel: "The Golden Age - das Goldene Zeitalter - Englische Musik und Lyrik aus der Zeit der Königin Elizabeth I." lädt die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) am morgigen Samstag um 20 Uhr zu einem Muselar-Konzert in die gotische Chorkapelle in die Kirche St. Martin (St.-Martin-Straße) nach Medelsheim ein. Musik und Dichtung des "Golden Age", des Goldenen Zeitalters" Englands unter Königin Elizabeth I. stehen auf dem Programm des Konzerts.

Im 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts stehen Musiker und Dichter in hohem Ansehen und werden königlich gefördert. Komponisten wie Orlanda Gibbons, Peter Philips , Thomas Morley , William Byrd , Martin Peerson , Giles Farnaby und Dr. John Bull zählen zur "Crème de la crème" unter den Tastenkünstlern. Eine Auswahl aus Shakespeares Sonetten und berühmte Musikstücke wie "Peter's Pavan", "Dr. John Bulls Goode Nicht", "John come kiss me now", "The Fall of the Leafe" hat der renommierte Münchner Musiker Christian Brembeck zu einem dramaturgischen Programm gestaltet, das das "Golden Age" in Wort und Klang erleben lässt.

Wahrer Ohrenschmaus

Die Musik präsentiert der Künstler natürlich an einem zeitgenössischen Instrument: einem Muselar, das zur Familie der kleinen Kielklaviere gehört. Bedingt durch die Anordnung der Tastatur zeichnet es sich durch einen dunkleren, warmen, lautenähnlichen Klang aus.

Die Resonanzböden sind reich verziert mit Blumen und Vögeln, die Innenseiten der Deckel mit Landschaften bemalt und die Gehäuse marmoriert - zum Ohrenschmaus noch eine wahre Augenweide. Dies trifft auch auf das Instrument zu, das Christian Brembeck verwendet. Es wurde von Eckehart Merzdorf nach Originalplänen des bedeutenden flämischen Klavierbauers Andreas Ruckers erbaut und verziert und befindet sich im Besitz des Künstlers. Vielseitigkeit, gepaart mit Virtuosität und Spielfreude, ist das auffallendste Merkmal seines künstlerischen Wirkens: Christian Brembeck beherrscht die gesamte Palette alter und neuer Tasteninstrumente. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Entdeckung entlegener Schätze und vergessener Kostbarkeiten. Immer wieder gerne präsentiert er die reiche Vielfalt historischer Instrumente und Klangwelten in der besonderen Atmosphäre historischer Räume. Seine Vita liest sich wie das "Who is who" der internationalen Musikwelt. In mehr als 50 Schallplatten/CDs und zahlreichen Aufnahmen für Rundfunk und Fernsehen ist seine künstlerische Kompetenz dokumentiert. Die Rezitation der Sonette von William Shakespeare übernimmt Gertrud Fickinger.

Der Eintritt kostet 13 Euro (Kinder bis 14 Jahre sind frei). Die Plätze sind begrenzt. Reservierung bei der KEB: Tel. (0 68 94) 9 63 05 16 oder E-Mail: kebsaarpfalz@aol.com

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