Ständig unter Strom

Nicht nur Veranstalter und Helfer der Trofeo waren mit der 28. Auflage des Junioren-Radrennens zufrieden. Auch die Zuschauer waren begeistert. Um dabei zu sein, legten einige weite Strecken zurück – natürlich mit dem Rad.

Drei Tage Trofeo Karlsberg bedeuten für manche Menschen im Saarpfalz-Kreis drei Tage Ausnahmezustand. Nicht unbedingt für die Zuschauer, die es sich bei strahlendem Sonnenschein am Streckenverlauf des internationalen Radrennens der Junioren gemütlich machen. Vor allem die über 1000 Helfer vor Ort haben alle Hände voll zu tun, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

"Alles hat wunderbar geklappt. Vor allem die erste Etappe war mit dieser großen Runde eine echte Herausforderung. Hier hatten wir allein rund 170 Streckenposten im Einsatz", sagt Organisationsleiter Wolfgang Degott: "Ich hatte da im Vorfeld etwas Bauchweh , auch was den Streckenabschnitt in Frankreich anging. Aber letzten Endes hat alles hervorragend funktioniert." Neben Streckenposten sind ehrenamtliche Helfer an Versorgungspunkten und Verkaufsständen im Einsatz. Hinzu kommen die Dienste der Feuerwehr, Vereine, des Roten Kreuzes und der Polizei . "An so einem Tag steht man schon unter Strom", meint Wolfgang Klant. Der Gersheimer Feuerwehrmann ist Helfer der ersten Stunde. Der Radsport-Fan findet aber fast keine freie Minute, um das Rennen zu verfolgen: "Man muss immer die Autofahrer im Auge behalten. Nicht, dass noch etwas passiert", sagt er.

Die Anzahl der Zuschauer an allen drei Tagen lässt sich nur schwer beziffern. Auf dem Christian-Weber-Platz in Homburg finden sich am Samstag zu Spitzenzeiten um die 500 Zaungäste ein. "Auch am Streckenrand war die Trofeo wieder sehr gut besucht. Wir sind insgesamt sehr zufrieden", sagt Degott. Das gilt auch für Alfred Casimir, Stammgast aus Ormesheim: "Wir sind sehr gerne hier und fänden es schade, wenn es diese Veranstaltung irgendwann einmal nicht mehr geben sollte", sagt Casimir, der sich am Sonntag mit seiner Tochter einen Platz im Start/Zielbereich sicherte. "Mich fasziniert, dass man den Jungs dabei zusehen kann, mit wie viel Energie sie in die Pedale treten."

Wenige Meter weiter im Schatten sitzt Norbert Fries. Der 86-Jährige muss sich abkühlen, denn er ist zuvor von Oberwürzbach aus 40 Kilometer mit dem Rad nach Gersheim gefahren. "In den letzten drei Jahren konnte ich nicht vorbeischauen, aber sonst bin ich immer dabei", sagt er: "Der Radsport ist mein Leben." Noch vor der Siegerehrung schwingt sich der Senior auf sein Zweirad und macht sich auf den langen Heimweg zu seiner Frau.

In Sichtweite von Fries' Schattenplatz tummelt sich auch der saarländische Sport- und Innenminister Klaus Bouillon . Er hat der Trofeo durch die Zusage einer Finanzspritze von 10 000 Euro nicht nur eine weitere Ausgabe gesichert (wir berichteten). Nach der letzten Etappe verkündet er: "Solange ich Innenminister dieses Landes bin, wird es diese Unterstützung geben."

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