Sanierung am Turm der Pfarrkirche St. Alban in Gersheim

Arbeiten am Gotteshaus St. Alban in Gersheim : Der Turm erstrahlt in neuem Glanz

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der Pfarrkirche St. Alban in Gersheim sind nahezu abgeschlossen.

44 Jahre nach der letzten großen Turmsanierung wurden jetzt wieder umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an der Pfarrkirche St. Alban durchgeführt. Nachdem festgestellt worden war, dass oberhalb der elektronischen Kirchturmuhr der Außenputz lose und rissig war, wurde allesgründlich untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Schäden noch größer waren als vermutet. Insbesondere die Schwingungen der vier Glocken mit einem Gesamtgewicht von fast 2,5 Tonnen, die der heiligen Barbara, dem heiligen Josef, dem heiligen Alban und der Gottesmutter Maria geweiht sind, seien dafür der Grund.

Seit 65 Jahren lassen die Glocken bei allen Gottesdiensten, aber auch beim Angelusläuten morgens, mittags und abends ihre ehernen Stimmen erklingen. Belegt wurde die Annahme ihrer Wirkung mit weiteren Schwingungsmessungen. Nachdem der Contwiger Architekt Hermann Held mit der Planung beauftragt worden war, folgte als erster Schritt der Einbau leichterer Klöppel, die einen kleineren Schlagwinkel benötigen. Der zuerst favorisierte Einbau einer elektronischen Steuerung mit einem Finanzaufwand von rund 10 000 Euro wurde verworfen. Stattdessen wird weiter auf die noch voll funktionsfähige Schütz-Steuerung gebaut.

Ab Juni wurde der marode Verputz des mit dem Kirchenschiff gleichzeitig erbauten Turmes beseitigt und neu aufgetragen. Wegen der sommerlichen Hitze verzögerten sich die Arbeiten, werden aber wahrscheinlich demnächst abgeschlossen sein. Auch wurden die Leitungen im Außenbereich unter Putz gelegt und neue Leuchtkörper angebracht. Neben der Sanierung wurde der 36 Meter hohe Turm mit seinen 77 Stufen für den Brandschutz fit gemacht. Auch hier wurde letztendlich umgeplant. So wurde die Nutzung der noch makellosen Kirchenfenster dem Einbau neuer Schallschutzfenster vorgezogen. Daneben wurde zwischen Turm und Speicher eine Brandschutztür eingebaut, um ein Übergreifen der Flammen vom Innenraum zu verhindern. Weitere wichtige Gewerke wurden zumeist von regionalen Firmen erledigt. Sind die Arbeiten vollendet und das Gerüst beseitigt, erfolgt noch die Untersuchung des Sockels, um auch dort eventuelle Schwachstellen zu beseitigen. Wie Stanislaus Fontana vom Pfarrei-Verwaltungsrat mitteilte, konnten die ursprünglich vorgesehenen Sanierungskosten erheblich gesenkt werden. Finanziert wird die Summe zu 65 Prozent aus Mitteln der Diözese und die restlichen 35 mit Geldern der Pfarrei Heilig Kreuz.

Die unter Denkmalschutz stehende Kirche St. Alban, ein rechteckiger, verputzter Saalbau im klassizistischen Stil mit eingezogenem Frontturm und halbrunder Apsis, bildet mit dem benachbarten Pfarrhaus ein Ensemble und ist geistiger Mittelpunkt der Pfarrei. Darin ist ein Türsturz eingemauert, der spätgotische Formen aufweist und mit 1615 bezeichnet ist. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Kirchengebäude schwere Schäden. Im Jahr 1950 wurde das Gotteshaus restauriert und erweitert sowie einer Innen-Restaurierung unterzogen.