Rettungswache soll in einem Jahr stehen

Rettungswache soll in einem Jahr stehen

Seit Anfang der 1990er-Jahre ist die Rettungswache Gersheim in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht, jetzt soll sie in einen hochmodernen Neubau umziehen. Der Spatenstich ist gemacht, fertig werden soll das energieeffiziente Gebäude im September 2017.

Nachdem Anfang Oktober schon die ersten Bagger angerückt waren, wurde jetzt auch offiziell mit dem Spatenstich der Startschuss zum Rettungswachen-Neubau in Gersheim gegeben. Das Gebäude soll im September 2017 bezugsfertig sein. Es ersetzt die jetzige Rettungswache, die seit Anfang der 1990er als eine von sechs Rettungswachen im Saarpfalz-Kreis in einem gemeindeeigenen, denkmalgeschützten Gebäude im Schatten der Pfarrkirche untergebracht ist.

Auch diesmal spielt die Gemeinde eine wichtige Rolle. Sie stellte das von ihr gekaufte Grundstück dem Bauträger, der Bexbacher Rettungs-Dienstlogistik und Service GmbH (RDS), einer Tochtergesellschaft des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feueralarmierung Saar (ZRF), im Erbbaurecht 50 Jahre zur Verfügung. Auf rund 1870 Quadratmetern entstehen moderne ausgestattete Aufenthalts-, Umkleide- und Büroräume sowie die erforderlichen Ruheräume, damit der Rettungsdienst rund um die Uhr gewährleistet werden kann. Im geheizten Garagentrakt sind Lager- und Desinfektionsräume angegliedert sowie eine Hygieneschleuse für das Personal installiert. Auch wurden bei der Planung, so der stellvertretende ZRF-Geschäftsführer Wolfgang Geimer, die ökologischen Aspekte innerhalb des 40 mal 46,5 Meter großen Traktes berücksichtigt, um eine effiziente Energienutzung zu gewährleisten. Optimale Gebäudedämmung in Kombination mit einer modernen Sole-Wasser-Wärmepumpe sorgt dafür, dass die Gebäudenebenkosten erheblich gesenkt werden. Durch eine Regenwasserzisterne werde auch der Wasserverbrauch reduziert.

Durch den Baubeginn habe man ein weiteres Etappenziel zur Verbesserung der baulichen Infrastruktur vor Augen. Christian Seel, Staatssekretär im Innenministerium, sprach davon, dass mit dem Bau in verkehrsgünstiger Lage an der Landstraße nahe dem Industriegebiet der Rettungsdienst im Bliesgau noch leistungsfähiger werde. Gersheims Bürgermeister Alexander Rubeck wertete die Baumaßnahme ebenfalls als Aufwertung der Infrastruktur und freute sich darüber, dass damit auch der Verbleib der Rettungswache für die Zukunft gesichert sei. Die Anzahl der Einsätze sei erschreckend hoch, meinte Hans-Jürgen Domberg als Beigeordneter des Saarpfalz-Kreises. Deshalb sei der Standort wichtig und den Helfern gehe sicherlich "die Arbeit nicht aus". Die Rettungswache sei ein wichtiges Standbein der Arbeit des Roten Kreuzes innerhalb des Rettungsdienstes und neben der DRK-Seniorenresidenz eine zweite wichtige Säule, so der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes St. Ingbert, Roland Engel.

Insgesamt investiert die RDS knapp über 430 000 Euro, von denen die Hälfte über Zuschüsse des Landes und des ZRF gedeckt werden. Stationiert bleibt in Gersheim jeden Tag rund um die Uhr ein Rettungswagen (RTW) und jeweils zehn Stunden an Werktagen ein Krankentransportwagen (KTW). Im vergangenen Jahr fanden 800 Einsätze mit dem RTW, davon ungefähr 550 Notfalleinsätze, und 850 Einsätze mit dem KTW statt. Vier Mitarbeiter werden zeitweise durch ehrenamtliche Helfer unterstützt. Innerhalb des Saarpfalz-Kreises existieren Rettungswachen noch in Bexbach, Blieskastel, Homburg, Mandelbachtal und St. Ingbert.