Bundesligaspiel in Reinheim: Reinheim schnuppert „Bundesligaluft“

Bundesligaspiel in Reinheim : Reinheim schnuppert „Bundesligaluft“

Die U 17-Juniorinnen des 1. FC Saarbrücken feierten gegen Borussia Mönchengladbach ihre Heimpremiere im Bliestal.

Vor einer stattlichen Zuschauerkulisse lief am Sonntagmorgen die Bundesliga-Premiere des Reinheimer Rasenplatzes ab. Erstmals gastierte die U17-Juniorinnenmannschaft des 1. FC Saarbrücken und traf auf den Nachwuchs der renommierten Borussia aus Mönchengladbach. Bisher hatten die FCS-Mädels vorzugsweise im Burbacher Saarwiesenstadion gespielt. In letzter Zeit hatte es massive Beschwerden von gegnerischen Teams ob der Qualität des Spielfeldes gegeben, so dass nach einer neuen Spielstätte gesucht wurde.

Dazu FC-Trainer Thomas Freis, der aus Rubenheim stammt: „Wir hatten mit einigen Kontakt, doch die Sportfreunde Reinheim haben sofort zugesagt. Jetzt werden wir hier in den nächsten beiden Jahren spielen.“ In der jungen Mannschaft, die zumeist aus Mädchen des Jahrganges 2003 besteht und zudem von Lisa Alt trainiert wird, befindet sich auch Melina Fischer aus Erfweiler-Ehlingen. Vor dem Anpfiff der Schiedsrichterin Naemi Breier aus Irsch, die unter anderem von der gebürtigen Reinheimerin Tatjana Uhl an der Linie unterstützt wurde, gab Freis den Wunsch aus: „Wir wollen gewinnen, um den Anschluss ans Mittelfeld zu halten und nicht in den Abstiegskampf zu kommen.“ Doch daraus wurde nichts.

Die Gäste, die Samstag angereist waren und in einem Saarbrücker Hotel übernachtet hatten, boten im ersten Abschnitt den variableren und druckvolleren Fußball. Arnelie Claire Bohnen (22.), Jana Heinen (29.), Natalie Christoph (34.) und Flaka Aksinaj (37.) schraubten das Ergebnis bis zum Pausentee auf 4:0. Das Spiel schien entschieden, die „Messe gelesen“. Doch die Malstatterinnen agierten wie verwandelt, packten all ihre spielerischen und kämpferischen Qualitäten aus. Die Energieleistung belohnten Hannah Griffin (58.), Leonie Stöhr (67./FE) und Milena Fischer (69.) mit den Anschlusstoren. Doch der Lohn, zumindest einen Punkt, sollte sich dann doch nicht einstellen. Abpfiff. „Der Platz ist in der Norm und in einem Top-Zustand“, meinte Christoph Weger, aus dem Betreuerstab der „Fohlenelf“. Auch zeigte er sich von der ländlichen Umgebung begeistert. Normalerweise werden die Spiele in Städten ausgetragen.

Über „viel Landschaft“ freuten sich auch die zahlreichen Gästefans, zumeist Eltern und Bekannte der Spielerinnen. „Es ist für uns die weiteste Anreise in der Liga“, meinte ein Vater, der nach dreistündiger Anfahrt im Grenzlandstadion angekommen war. Auch der Wahlreinheimer, der 76-jährige Fritz Klein, eingeschworener FC-Köln-Fan, freute sich über die vielen Rheinländer. „So was könnte öfters stattfinden, zumal hier an der Grenze nicht allzu viel los ist“. In früheren Jahren begleitete der gelernte Maurer, den es vor zwölf Jahren von der Domstadt ins Bliestal verschlagen hat, seinen FC auch zu Auswärtsspielen. „Ich bin quer durch Europa gereist, auch nach London.“ So freut er sich auf den 2. Dezember, dann nämlich gastieren die B-Mädchen der „Geißböcke“ in Reinheim.

Es sei toll ein bisschen „Profifußball“ hier zu haben, meinte Andreas „Loi“ Couturier, der lange Jahre zur ersten Mannschaft seiner Reinheimer Clubs gehört hatte. „Hier können sich die Spieler der ersten Mannschaft was abgucken. Auch hat es mich gefreut, dass die Mädchen die Schiedsrichterentscheidungen, auch wenn sie falsch sind, unwidersprochen hinnehmen.“ Ortsvorsteher Jürgen Wack, ebenfalls lange Jahre Reinheimer Fußballer, freut sich auf weitere interessante Spiele mit Teams, die man sonst nie zu Gesicht bekommen würde.

Die Saarbrückerin Hannah Griffin springt über die Oberschenkel ihrer Gladbacher Gegenspielerin Lyenne Vaassen (weißes Trikot). Foto: Wolfgang Degott. Foto: Wolfgang Degott

Dass sich der 1. FC Saarbrücken für Reinheim entschieden hat, „spricht für die Anlage und die Arbeit des Platzwartes Karl Jank, der jede freie Minute auf dem Gelände verbringt und dafür sorgt, dass der Platz in einem so hervorragenden Zustand befindet“.

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