Kläranlage in Bliesdalheim Eine Kläranlage für die Abwässer von rund 41000 Menschen

Bliesdalheim · Beim Tag der offenen Tür des EVS-Werkes in der Wolfersheimer Straße in Bliesdalheim wurden beeindruckende Zahlen genannt.

Blick in die Kläranlage Bliesdalheim mit einem der naturnah angelegten Teiche und dem Belebungsbecken.

Blick in die Kläranlage Bliesdalheim mit einem der naturnah angelegten Teiche und dem Belebungsbecken.

Foto: Wolfgang Degott​

Eine achtköpfige Belegschaft arbeitet seit 2017 unter der Leitung des Betriebsleiters Uwe Weidig in der sogenannten Zentralkläranlage des Entsorgungsverbands Saar (EVS) in Bliesdalheim in der Wolfersheimer Straße. Von ihr werden auch 13 weitere umliegend, nicht personalisierte EVS-Kläranlagen mit 108 Kilometern Abwasserkanal mitbetreut. Zwischen 7000 und 35 000 Kubikmeter Wasser kommen täglich aus den 80 Kilometer langen Kanälen in der 2013 in Betrieb genommenen Anlage an. Innerhalb des Streckennetzes, dem Hauptsammler, existieren auch noch Regenüberlaufbecken, Staukanal und Hebewerke. Der Einzugsbereich umfasst Teile der Gemeinden Gersheim (Bliesdalheim, Herbitzheim, Rubenheim), Kirkel-Neuhäusel sowie den Städten Blieskastel mit seinen meisten Dörfern und St. Ingbert (Oberwürzbach, Hassel, Reichenbrunn). Insgesamt rund 41 000 Menschen.

Gebaut wurde die Anlage damals auf dem Gelände der alten, nicht mehr sanierungsfähigen Kläranlage Wolfersheim. Beim Tag der offenen Tür, an dem auch der saarländische Fischereiverband mit einem Infostand vertreten war, hob EVS-Geschäftsführer Holger Schmitt hervor, dass es sich um eine der größeren der insgesamt 140 Kläranlagen im Saarland handele. 1070 Kilometer Kanäle führen zu den mit 40 Personen betriebenen Anlagen. Nahezu alle saarländischen Haushalte seien an einer Kläranlage angeschlossen, wo, so Schmidt, an jedem Tag rund um die Uhr im Austausch mit den Kommunen Umwelt- und Gewässerschutz betrieben werde, was für die Mitarbeiter eine spannende und herausfordernde Aufgabe und ständige Herausforderung darstelle.

Gersheims Bürgermeister Michael Clivot dankte dafür, dass der EVS den Menschen ermögliche, sich von der Funktion und dem Betrieb der Anlage ein Bild zu machen. Bernd Hertzler, Bürgermeister von Blieskastel, erinnerte daran, dass die in den 1980er Jahren begonnene Klärung der Abwässer auch zu einer merklichen Verbesserung der Wasserqualität insbesondere der Blies geführt habe.

Zur Reinigung des Abwassers werden in Bliesdalheim mechanische, biologische und chemische Verfahren eingesetzt. Genutzt werden dafür neben den technischen Anlagen auch die beiden sechs Meter tiefen, jeweils rund 14 000 Kubikmeter Wasser fassenden runden Belebungsbecken. Die Folge ist eine hohe Reinigungsleistung. Abfallstoffe, aber auch Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen werden weitestgehend aus dem Abwasser entfernt. Reststoffe, wozu Schlamm, Rechengut, Sand und Fette gehören, werden umweltschonend entsorgt. Zum einen werden sie verbrannt, zum anderen als Füllstoff in einer Deponie gelagert. Somit wird nur bestens gereinigtes Wasser in die Blies eingeleitet. Innerhalb des Betriebsgeländes sind auch zwei naturnah gestaltete Teiche mit Wasser- und Sumpfpflanzen.

Betriebsleiter Weidig betonte bei den Führungen, die während des Tages angeboten und auch reichlich genutzt wurden, dass sich in den vergangenen Jahren vor allem in die Toiletten geworfene reißfeste Tücher als größeres Problem herauskristallisiert hätten. Die hohen Mengen erforderten den Betrieb von guten, aber auch teuren Anlagen, die einen erhöhten Arbeitsaufwand notwendig machen, dadurch auch höhere Kosten verursachten. Er appellierte an die Verbraucher, solche Materialien wie auch Hygieneartikel, Nahrungsmittel aber auch Medikamente in den dafür vorgesehenen Müllgefäßen zu entsorgen. Dies sei auch solidarisch, da erhöhte Kosten durch die Allgemeinheit getragen werden müssten.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort