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Narrative Bilder von Bea Schiff und Christine Sehn im Rathaus Gersheim

Ausstellung in Gersheim : „Narrative Bilder“ im Gersheimer Rathaus 

Der erschwerte Besuch des Verwaltungsgebäudes wird mit Kunstgenuss belohnt: Bea Schiff und Christine Sehn stellen dort derzeit aus.

Noch bis Freitag, 19. Februar, ist im Gersheimer Rathaus die Ausstellung „Narrative Bilder“ zu sehen. Dort stellen die Blieskastelerin Bea Schiff und Christine Sehn aus St. Ingbert erstmals gemeinsam aus. Mit Pflanzenportraits, ob blühend oder als getrocknete Samen, will Christine Sehn nicht nur auf die Vielfalt der Natur aufmerksam machen, sondern auch den Blick „auf Werden und Vergehen um uns herum“ lenken. Sie verbindet damit die Hoffnung auf den Erhalt dieser Schönheit und Vielfalt.

Zu ihren Motiven zählen „Mohnkapseln“, „Lampionblume“, „Ahornsamen“ oder auch „Hortensienblüte“. Inspiration habe sie sich in der Natur, im eigenen Garten sowie in Büchern und Zeitschriften geholt. Die meisten Bilder, die in Gersheim zu sehen sind, seien im Lockdown der Corona-Pandemie entstanden. „Da hatte ich Zeit und Ruhe, um mich intensiv nach langer Pause wieder der Aquarell-Malerei zu widmen“. Mit Pinsel und Farben ist sie schon seit der Kindheit unterwegs. Als 15-Jährige weitete sie ihre Bandbreite autodidaktisch mit Ölmalerei aus, als ihr die Großmutter ein Set schenkte.

Obwohl in den 2000er-Jahren noch die Kalligrafie dazu kam, widmete sie schließlich ihr besonderes Augenmerk der Acryl-Technik, die zu ihrer großen Leidenschaft wurde. „Mit der feinen Art kann ich mich am besten ausdrücken.“ Erstmals in einer Ausstellung im Kreiskrankenhaus in Ottweiler und danach in den Räumen einer Versicherung in St. Ingbert konnte sie bereits ihr Schaffen der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Verbindung zu Bea Schiff ergab sich bei einem gemeinsamen Projekt in der Nachmittagsbetreuung einer Schule. Damals seien sie miteinander ins Gespräch gekommen, hätten das gemeinsame Faible Malerei entdeckt und entschieden das Projekt „gemeinsame Ausstellung“ in Angriff zu nehmen. Das glückte jetzt mit der Gersheimer Exposition.

Schiff, die im Mimbacher Freishauser Hof wohnt, zeigt den Besuchern in den ansonsten kühlen Fluren des Verwaltungsgebäudes einen Querschnitt ihres Schaffens aus drei Jahrzehnten. Nachdem sie im Saarland aufgewachsen war, zog sie Ende der 1970er Jahren nach Berlin. Dort absolvierte sie eine pädagogische Ausbildung. Von 1990 bis 1994 folgte ein Malerei-Studium und ein Aufbaustudium Kunsttherapie in Berlin und Alfter bei Bonn. Sie sammelte Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Alten, chronisch und psychisch Kranken, Menschen im Strafvollzug und behinderten Menschen. Dazu gab sie künstlerische Kurse und Workshops für jedermann. Bei der Auswahl der Bilder für Gersheim entschied sie sich auch für sehr formgebende und mit Licht verarbeitete, geometrisch strukturiert verarbeitete Mineralbilder.

Daneben hängen Motive, gemalt in Aquarell-Schichttechnik. Somit hat sie den Aquarell-Stillleben und Naturbildern, die Stimmungen und Emotionen widerspiegeln, die sehr strukturierten Formenzeichnungen als Kontrapunkte entgegen gesetzt. Weitere Farbtupfer stellen die Zeichnungen dar. Diese Technik hat sie vor zwei Jahrzehnten für sich entdeckt. Abgerundet wird das künstlerische Schaffen der Kunsttherapeutin mit einigen kleinen Naturstimmungen und Statuen, die sie abgezeichnet hat. Eine Besonderheit ist im Treppenhaus zu sehen. Dort hängt das Motiv der „Sibylle“ in Pastellkreide, entstanden vor einem Jahrzehnt, das Schiff jetzt mit einer Maske versehen hat.

Beide Künstlerinnen planen weitere gemeinsame Ausstellungen. Bea Schiff wird in der Karwoche Engelbilder in der Mimbacher Kirche, dem „Dom des Bliestals“, ausstellen. Danach folgen noch Ausstellungen im St. Ingberter Rathaus und Ende des Jahres in der Pflege-, Kranken- und Senioren-Einrichtung der Barmherzigen Brüder in Rilchingen-Hanweiler.