Muster-Beispiel für die Verständigung der Jugendlichen in Europa

Muster-Beispiel für die Verständigung der Jugendlichen in Europa

Erziehung zur Nachhaltigkeit sowie Friedenserziehung, insbesondere der Kontakt zu französischen, aber auch zu polnischen Jugendlichen, stehen im Mittelpunkt des Konzeptes in „Spohns Haus“. Nun wurde mit vielen Ehrengästen Geburtstag gefeiert.

Großer Bahnhof mit Ministerpräsidentin, Umweltminister und dem polnischen Generalkonsul aus Köln: Das ökologische Schullandheim "Spohns Haus" feierte sein zehnjähriges Bestehen, und alle waren gekommen. Seit zehn Jahren besteht nun das Schullandheim an der Grenze zu Frankreich, und schon allein die geographische Lage in der Nähe zu Frankreich sowie mitten in der Biosphärenregion geben in gewisser Weise das Konzept vor. Ökologische Bildung und Erziehung zur Nachhaltigkeit sowie Friedenserziehung , insbesondere der Kontakt zu französischen, aber auch immer wieder zu polnischen Jugendlichen, stehen im Mittelpunkt des Konzeptes der Arbeit im Schullandheim. Und untrennbar verbunden mit der Idee und der Entwicklung des Schullandheimes ist Hans Bollinger, der bis zum Frühjahr dieses Jahres das Haus leitete. Zuvor hatte er als Schulleiter der Gesamtschule Gersheim und zusammen mit Gaby Schwartz und dem Verein "Begegnungen auf der Grenze" sozusagen den Grundstein für das Entstehen des Hauses gelegt.

Und noch ein weiterer Name wurde bei den Geburtstagsfeierlichkeiten immer wieder genannt: Der frühere Umweltminister des Saarlandes, Stefan Mörsdorf hatte sich offensichtlich von Bollingers Idee "anstecken" lassen und sich vehement für den Aufbau von Spohns Haus eingesetzt. Und wenn man heute "ganz oben in der Bundesliga der Schullandheime" mitspielt, gar in der "Champions League", wie es Erhard Beutel, der zweite Vorsitzende des Verbandes Deutscher Schullandheime, nannte, so ist das auch mit der Verdienst von Stefan Mörsdorf und Hans Bollinger. Immer wieder wurde dessen Beharrlichkeit in den Reden herausgehoben, oder wie es der Bürgermeister der Gemeinde Gersheim ausdrückte: "Seine kreative Art konnte einem schon einmal auf die Nerven gehen."

Aber auch der Ausdruck "Juppefaller" von Umweltminister Reinhold Jost war nicht so sehr flapsig, sondern eher bewundernd gemeint. Bewunderung für die Beharrlichkeit, mit der Hans Bollinger für diese Idee kämpfte. Vor allem die Kontakte und die Zusammenarbeit mit Polen wurden an diesem Jubiläumssamstag gewürdigt: "Hans Bollinger ist einer der wichtigsten Brückenbauer zwischen Deutschland und Polen", unterstrich Generalkonsul Jan Sobczak. Bollinger selbst betonte, in Gersheim werde "Willy Brandts Kniefall von Warschau um- und fortgesetzt".

Auch Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer unterstrich die Wichtigkeit der Arbeit vor allem für die Verständigung der Jugendlichen in Europa, "gerade zu Zeiten, wo wir merken, wie brüchig das alles geworden ist", so die Ministerpräsidentin. Und sie versprach Bollinger, demnächst auch eine Kabinettssitzung im Schullandheim abzuhalten. Denn nicht zuletzt hat es diese Landesregierung und hier vor allem Reinhold Jost ermöglicht, dass die finanzielle Zukunft des Hauses gesichert ist. Eine freudige Nachricht konnte Bollinger zusammen mit Erhard Beutel am Rande der Jubiläumsfeierlichkeiten verkünden: Im Anschluss an die Feierlichkeiten wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet zwischen dem Verband Deutscher Schullandheime und dem Trägerverein für europäische Umweltbildung und Umwelterziehung. Hierbei wurde vereinbart, dass die pädagogische Arbeitsstelle des Verbandes von Hamburg nach Gersheim umzieht und dem dortigen Schullandheim angegliedert wird.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Schulband der Gemeinschaftsschule Türkismühle, dem Schulchor der Schule Nr. 8 in Lwiw (Ukraine) sowie dem Jugendchor des Gymnasiums Nr. 5 in Przemysl aus Polen.