Mit Musik von Afrika in die USA

Rubenheim. Schon der Auftakt des Chor- und Solistenkonzerts vom Gemischten Chor Rubenheim im ehrwürdigen Saal Schöndorf wurde zu einem Erlebnis für viele Besucher

 Der Gemischte Chor Rubenheims beim Auftritt im Saal Schöndorf, teilweise mit den geschminkten Kindern des Rubenheimer Carneval Clubs im Vordergrund. Foto: Wolfgang Degott

Der Gemischte Chor Rubenheims beim Auftritt im Saal Schöndorf, teilweise mit den geschminkten Kindern des Rubenheimer Carneval Clubs im Vordergrund. Foto: Wolfgang Degott

Rubenheim. Schon der Auftakt des Chor- und Solistenkonzerts vom Gemischten Chor Rubenheim im ehrwürdigen Saal Schöndorf wurde zu einem Erlebnis für viele Besucher. Unter der Leitung von Dirigentin Ines König aus Blieskastel marschierten die zwölf Frauen und sechs Männer ein, intonierten mit "Jikelema Weni nia hamba" und "Aya Ngaena" zwei Zuluweisen, in den für afrikanische Musik charakteristischen Rhythmen und mit denen sie sich als Zugabe und stehenden Ovationen später vom Publikum auch verabschiedeten. "Von Afrika nach USA" war der abwechslungsreiche musikalische Abend überschrieben, wobei Moderator Dirk Matheis den schwarzen Kontinent als Wiege menschlichen Lebens bezeichnete in dem sich Savanne, tropischer Urwald abwechseln, menschliche Lebensfreude zu Hause ist. Mit dem "Circle of Life", dem ewigen Kreis, tauchte der Chor, der sich intensiv auf den rund zweistündigen Auftritt vorbereitet hatte, in die Musical-Welt des Königs der Löwen und das Musikspektrum Elton Johns ein. Dabei hatten die trefflich und stilgerecht geschminkten Kinder des Rubenheimer Carneval-Clubs ihren Auftritt auf der Bühne. Die Lebensweisheit "Hakuna matata - vertreibt die Sorgen" beschreibt ein unbeschwertes, sorgenfreies Leben, das auch der Vorsitzende des Vereins Hans-Günter Schwarz (Bariton) zusammen mit Klaudia Stühn (Sopran) im Katzenduett, komponiert von Giacomo Rossini, gekonnt präsentierten. Beide drückten mit ihren Stimmen auch der Komposition "All I ask of you" von Andrew Lloyd Webber, dem erfolgreichstem Komponisten vieler Musicalmelodien, den gesanglichen Stempel auf. Nach dem von Boney M. und ihrem Mentor Frank Farian bekannten "Rivers of Babylon" sowie dem Hit der fünfköpfigen deutschen Band Münchner Freiheit "So lang man Träume noch leben kann" flog der Chor musikalisch über den großen Teich, landete mit "New York, New York" an der amerikanischen Ostküste, tauchte mit "Down town", das durch Petula Clark in den 1960ern bekannt geworden war, in das Herz der Metropole, um dann wieder ins Musical-Genre zu wechseln. "Somewhere", bei dem wiederum Klaudia Stühn als Solistin glänzte, war eine Leihgabe aus dem Leonard Bernstein-Musical "West Side Story" die die Rubenheimerin mit viel musikalischem Talent präsentierte. Bei der Interpretation des "Les Miserables"-Medley, hatte ebenfalls Stühn den Solopart übernommen. Auch nach der Pause hielten die Choristen, die von der Pianistin Julia Weyer begleitet wurden und diese damit musikalisches Neuland betreten hatte, das hohe Niveau. Getragen von Soloparts in "Oh der Herr schickt die Blitze" mit denen Bariton Horst Fuchs seine Visitenkarte abgab. Er war auch der Vorsänger des Spiritual- und Gospelsongs "Oh happy day", bei dem die Herzen und Seelen ganz weit aufmachten und dadurch bereit waren für die gute Nachricht des wunderschönen Tages. Von diesem Hit verkauften die Edwin-Hawkins-Singers 1969 zwei Millionen Singles. Es war auch der erste große Hitparadendurchbruch für einen Gospelsong. Dazwischen entlehnte sich der Chor mit "Exodus" Filmmusik, heraufbeschwörender Weltuntergangsstimmung, erwies bei "What a wonderful world" eine Reverenz an den weltberühmten Jazz-Trompeter Louis Armstrong aus New Orleans. Ein weiterer Höhepunkt war das Webber-Musical-Medley mit Sequenzen aus "Jesus Christ Superstar", "Don't cry for me Argentina", "Cats", "Starlight Express" und "Joseph". "Der schwarze Kontinent ist die Wiege menschlichen Lebens"ModeratorDirk Matheis